Ausstellung gibt Einblicke in das jüdische Leben

Artikel vom 04.06.2021

Die Oldenburger Synagoge ist sichtbares Zeichen jüdischen Lebens in Oldenburg.    BILD:  ARCHIV

OLDENBURG – „Le’Chaim! – Jüdisches Leben in Oldenburg #1700JahreJüdischesLebenInDeutschland“ – das ist der Titel einer Ausstellung, die derzeit im Oldenburger Schloss eröffnet wird. Diese vom Kulturbüro der Stadt, der Jüdischen Gemeinde zu Oldenburg, dem Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte sowie der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg vorbereitete Ausstellung stellt verschiedene Aspekte des jüdischen Lebens in der Stadt vor und wird bis zum 4. Juli zu sehen sein.
Die Ausstellung ist Teil des vom Kölner Verein „321–2021: 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ initiierten Festjahres #2021JLID. Dieser bundesweite Rückblick gibt Anlass, sich zu vergegenwärtigen, welch lange und wertvolle Tradition jüdischer Kultur es in diesem Land gibt. Die Oldenburger Ausstellung setzt thematische Schwerpunkte und rückt besondere Aspekte in den Fokus. So ist die Geschichte der Familie Adolf de Beer beispielhaft dafür, dass die Jüdinnen und Juden Teil der Oldenburger Stadtgesellschaft waren und Freundschaften mit Oldenburger Bürgerinnen und Bürgern pflegten, letztlich aber dennoch auf unvorstellbare Weise ausgegrenzt, deportiert und ermordet wurden. Sie umspannt die Zeit vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis zur Machtübernahme der Nationalsozialisten – in Oldenburg bereits 1932 – und zur Rückkehr einiger Familienmitglieder aus der Emigration nach Oldenburg in der Nachkriegszeit.

Die Jüdische Gemeinde

Im Januar 1962 gründete sich die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Oldenburg. Bis zur Neugründung der Jüdischen Gemeinde zu Oldenburg im August 1992 nahm sie sich der Aufgabe an, die Verständigung und Zusammenarbeit zwischen Christinnen und Christen und Jüdinnen und Juden zu thematisieren und zu organisieren. Mit finanziellem und ideellem Beistand unterstützte sie die Neugründung der Jüdischen Gemeinde zu Oldenburg und setzt sich bis heute entschieden für das jüdische Leben in Oldenburg ein.
Auch die Stadt unterstützte die neue Jüdische Gemeinde zu Oldenburg und baute eine ehemalige Baptistenkapelle von 1867 nach den Anforderungen der Jüdischen Gemeinde zu einem Synagogengebäude um. Am 5. März 1995 wurde es der Jüdischen Gemeinde zu Oldenburg feierlich übergeben. Heute ist die Jüdische Gemeinde zu Oldenburg ein wichtiger und selbstverständlicher Teil der Stadtgesellschaft.

Die Ausstellung

Die Ausstellung präsentiert verschiedene Objekte aus dem Besitz der Jüdischen Gemeinde, anhand derer ein Zugang zur jüdischen Liturgie ermöglicht und der historische Ursprung sowie die Bedeutung von Schabbat und den wesentlichen jüdischen Festen erklärt wird. Präsentiert werden verschiedene Objekte aus dem Besitz der Jüdischen Gemeinde, anhand derer ein Zugang zur jüdischen Liturgie ermöglicht wird. Drei eigens für die Ausstellung produzierte Video-Porträts  zeigen persönliche Eindrücke und geben Einblicke ins Gemeindeleben.
Begleitveranstaltungen sowie Abschlussveranstaltung können unter www.youreventonline.de/JuedischesLebeninOldenburg verfolgt werden. Junge Mitglieder der Jüdischen Gemeinde zu Oldenburg und ihre Rabbinerin Alina Treiger lassen die Besucherinnen und Besucher teilhaben an ihrem Gemeindeleben.
Eine Gruppe von Studierenden der Uni Oldenburg hat ebenfalls zu verschiedenen Themenfeldern des jüdischen Lebens in Oldenburg gearbeitet. Auch die Ergebnisse ihres Seminars „Einführung in das Judentum“ werden in der Ausstellung gezeigt.


 

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