Auszeichnung für Engagement

Bei der feierlichen Auszeichnung: Peter Kaul und seine Frau Heike. BILD: HILDBURG LOHMÜLLER

WESTERSTEDE – „Es sind an die 150 Filme entstanden und ich muss ganz ehrlich gestehen: selbst ich wusste nicht, dass Peter so viele Dokumentationen herausgebracht und archiviert hat. Alleine für diese Leistung hat er den Westersteder Kulturpreis verdient“, hob Klaus Groß hervor. Für sein langjähriges Engagement wurde Peter Kaul am vergangenen Sonnabend mit dem Kulturpreis der Stadt für außerordentliches ehrenamtliches Engagement im Bereich „Heimatkundlicher Film“ ausgezeichnet.

In seiner Laudatio zeichnete der ehemalige Bürgermeister den Werdegang und die Verdienste von Peter Kaul – auch mit humorigen Worten – auf. Der frühere Lehrer, der 1940 in Dölau bei Halle geboren wurde und 1945 mit seinen Eltern ins Ammerland kam, habe seinen ursprünglichen Berufswunsch als Eisenbahner verworfen und nach dem Abitur auf Lehramt studiert. 41 Jahre war Peter Kaul im Schuldienst tätig. Eher zufällig habe er 1967 das Angebot bekommen, stundenweise an der Kreisbildstelle in Rostrup mitzuarbeiten, später wurde er Leiter der Einrichtung. „Die Arbeit in der Bildstelle war ein Glücksfall für Peter, denn so konnte er sein Hobby, das Fotografieren und das Filmen, mit seinem Beruf verbinden“, betonte Klaus Groß. Er habe sein geschichtliches Wissen und sein Interesse für seine Heimat Westerstede beziehungsweise das Ammerland einbringen und es so filmisch aufbereiten und dokumentieren können. Es seien unzählige Berichte aus dem Ammerland mit einem unschätzbaren und geschichtlichen Wert entstanden. Nebenher hat Peter Kaul über 30 Jahre an der Kreisvolkshochschule Kurse zum Thema Filmen und Video gegeben.

„Der Preisträger ist aktuell dabei, die unzähligen Filme von Video auf digital zu überspielen, damit wir und unsere Nachwelt noch sehr lange etwas von seinen gesammelten Schätzen haben – man kann sagen: Peter filmt bis ans Ende der Welt“, so der Laudator.

Die Urkunde überreichte Hermann Rust, Vorsitzender des Ausschusses für Kunst und Kultur, mit lobenden Worten. „Ich freue mich, dass Sie jemanden ausgewählt haben, der aus dem Bereich Medien kommt“, richtete Peter Kaul dankbare Worte an alle Beteiligten aus den Fraktionen. Er dankte seiner Familie für die jahrzehntelange Unterstützung seines heimatkundlichen Hobbys. „Ich nehme den Preis entgegen für die Leute, die mir geholfen haben und ohne die es nie möglich gewesen wäre. Ich habe es immer gerne gemacht.“ Derzeit dreht Peter Kaul mit seinem Sohn Volker einen Film „Westerstede aus der Luft.“

Eingangs hatte Bürgermeister Michael Rösner die geladenen Gäste zur Preisverleihung im Saalbereich des Jasperhofes begrüßt. Musikalisch wurde die Veranstaltung von Kathi Bartholdy, Holger Harms-Bartholdy und Petra Walentowitz begleitet.


 

Liveticker

Weitere interessante Artikel

Kampf der Händler geht weiter

AMMERLAND – Vor allem wegen der Gefahr durch die Mutation des Coronavirus sind die Corona-Regeln erneut verschärft worden – und der Teil-Lockdown läuft nun erst einmal bis zum ...

Er überlebte die Corona-Infektion

WAHNBEK – Es war ein Tag im Frühjahr, als plötzlich das Telefon klingelte. Ein Mitarbeiter des Gesundheitsamtes war in der Leitung und teilte Jutta Fleischer mit, dass sie und ihr ...

Nach 135 Jahren Betrieb ist bei Witte Schluss

Jeddeloh – Am 14. März letzten Jahres hatte „Witte’s Gasthof“ in Jeddeloh I zum letzten Mal geöffnet. Wegen der Corona-Pandemie war das Haus daraufhin sieben Monate ...

Klima-Held kommt auf dem Rad

EDEWECHT – Wer morgens einen Radfahrer im Anzug am Küstenkanal entlangradeln sieht, hat vielleicht den neuen „Klima-Helden“ der Gemeinde entdeckt. Sebastian Ross ist seit dem ...