Pupsi kann Speedy Gonzales nicht stoppen

Artikel vom 02.09.2021

von Anja Biewald

Hat Blitz eine Chance? Und was macht Wilhelm? Elise, Martha Hetje, Hanna und Ben 8von links) verfolgen das Schneckenrennen anlässlich des Oldenburger Filmfestes im CORE. BILD: Sascha Stüber 

Charmant-lustiges Schneckenrennen in Oldenburg macht Lust aufs Festival

Speedy Gonzales schießt zuerst über den blauen Kreis hinaus und wirft den Schleimturbo für das letzte Stück des Rennens an. Die mit Salat garnierte Ziellinie lockt. Aber auch Franz will es wissen: Er holt auf, legt an Tempo zu. Und biegt dann fehlgeleitet ab.

Das war’s für Franz, das Rennen ist gelaufen. So wie für Blitz: Der dreht sich im Schneckentempo um sich selbst, wirkt unbeteiligt bis orientierungslos. Da hilft auch die Unterstützung von Trainerin Hetje von der Seitenlinie nicht. Nur Pupsi kann mithalten: Der Winzling will es wissen, wird vom Publikum angefeuert als ginge es um viel mehr als Kopfsalat. Am Ende reicht es nicht für Pupsi. Speedy Gonzales hält an diesem Abend niemand auf, entscheidet das Schneckenrennen anlässlich des Oldenburger Filmfestes für sich und heimst damit einen ganzen Salatkopf für sich ein.

25 Schnecken

Festival-Chef Torsten Neumann überreichte im CORE in der Heiligengeiststraße den Salat für die Schnecke sowie Siegerurkunde und Dauerkarte fürs Filmfestival an Schneckentrainer Rudi, der als Coach beachtliche Talente haben muss, schließlich schaffte Speedy Gonzales die Distanz in 3 Minuten und 28 Sekunden. 25 Schnecken waren insgesamt in zwei Vorläufen und dem Finale gestartet.

Viele davon aus den Gärten Oldenburger Kinder. Die sechsjährigen Zwillinge Hetje und Hanna brachten die Weinbergschnecken Blitz und Weißer Pfeil mit – gut gebettet auf Salat und Gemüse in Kartons. „Gurke mag Blitz besonders gern“, sagte Hetje noch bei der Anmeldung.

Doch ob eine wohlgesättigte Schnecke ein gutes Rennen liefert? In der Vorrunde reichte es jedenfalls noch für Blitz, der Einzug ins Finale war gewiss. Weißer Pfeil löste nur das Ticket für die Rückfahrt in den heimischen Garten. Aber so erging es auch Wilhelm, der Weinbergschnecke, die als sanfter Riese so gar nicht auf dem Quark kam und das Schlusslicht im Feld bildete.

Sei es drum: Getröstet werden musste am Ende niemand. Der Weg war das Ziel, das Rennen die Herausforderung. Bei der charmant-lustigen Aufwärmveranstaltung für das Oldenburger Filmfestival, das offiziell am 15. September startet, hatten alle Beteiligten ihren Spaß.

Überleitung zum Film

Jetzt ist natürlich noch die Frage berechtigt, was das Oldenburger Filmfest auch nur im Ansatz mit Schnecken zu tun hat: Das Schneckenrennen bildete die rasante Überleitung zu Film „Kleine Schnecke, großer Traum“, der am Abend noch im CORE über die Leinwand flimmerte und kleine wie große Zuschauer aufs kommende Filmfestival einstimmen sollte.


 

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