Diese drei Vereine wollen in der Erfolgsspur bleiben

Artikel vom 03.09.2021

Von Lars Ruhsam

Augen zu und durch: Rickey Paulding und Dominic Lockhart werden mit ihren Vereinen wieder aufeinandertreffen.   BILD: REMMERS

OLDENBURG – Nach dem Blick auf Meister Berlin und Vizemeister München geht es im zweiten Teil der Wechselbörse mit Ulm, Ludwigsburg und Bamberg weiter.

 Ratiopharm Ulm

Die starke Saison hat Begehrlichkeiten geweckt. Mit Dylan Osetkowski (Villeurbanne/Frankreich), Troy Caupain (Darussafaka Istanbul) und Andreas Obst (München) haben drei Leistungsträger den Verein verlassen. Gleiches gilt für Patrick Heckmann (Bamberg), John Petrucelli (Brescia/Italien), Demitrius Conger (Petkim/Türkei), Cameron Clark (unbekannt) und Isaiah Wilkins (Karriereende). Trainer Jaka Lakovic hingegen hat seinen Vertrag um zwei Jahre verlängert – genau wie Vereinslegende Per Günther, der in seine 14. Saison in Ulm und die wohl letzte seiner Karriere geht. Zudem bleibt Aufbau Thomas Klepeisz, der den Ulmern gleich für weitere drei Jahre die Treue hält. Mit Karim Jallow (aus Braunschweig) kommt einer der begehrtesten deutschen Spieler an die Donau, aus Vechta wechselt Philipp Herkenhoff. Jallow verletzte sich in der Vorbereitung, für zunächst sechs Wochen wurde daher der US-Amerikaner Justin Simon (zuletzt NBA-Summerleague) verpflichtet. Seine Landsleute Jaron Blossomgame (Nahariya/Israel) und Semaj Christon (Bursa/Türkei) sollen auf der großen Flügelposition beziehungsweise im Spielaufbau agieren, auf der Centerposition soll Christiano Felicio Präsenz zeigen. Der langjährige NBA-Profi (zuletzt Chicago Bulls) will sich nun in Europa beweisen. Mit dem 17-jährigen Montenegriner Fedor Zugic kommt zudem ein europäisches Toptalent nach Ulm.
Einschätzung: Die Abgänge dreier Leistungsträger wiegen schwer. Doch Ulm ist zu einer der besten Adressen in Deutschland geworden, entsprechend gute Spieler kommen an die Donau. Ulm dürfte wieder zu den besten Mannschaften der Liga gehören – wenn alle Verpflichtungen einschlagen.

 RIESEN LUDWIGSBURG

Bei den Schwaben setzt Trainer  John Patrick stark auf Spieler mit Erfahrung und auf Kontinuität. Aus Bayreuth kommt David Walker, James Woodard  von Peristeri (Griechenland). Vom College kommt der deutsche Jonathan Bähre. Aufbau Jordan Hulls hat seinen Vertrag ebenso verlängert, wie Jonas Wohlfahrt-Bottermann, Jonah Radebaugh, Lukas Herzog, Defensiv-Spezialist Yorman Polas-Bartolo und die beiden Trainer-Söhne Johannes und Jacob Patrick. Nicht mehr an Bord sind Javontae Hawkins, Andrew Warren  (Verträge aufgelöst), Jaleen Smith (Alba Berlin), Desi Rodriguez (Würzburg), Ralph Hounnou (Bonn), Barry Brown und Jamal McLean (beide unbekannt). Oscar da Silva wechselt (noch) nicht in de NBA und bleibt bei den Schwaben. Offen ist die Personalie Tremmel Darden. Und auch die Neuzugänge Scottie James Jr. (Gießen) und Quinton Hooker (MBC) scheinen bereits wieder vor dem Absprung zu stehen. MIt Testspieler Zaccheus Darko-Kelly steht Ersatz aber schon bereit.
Einschätzung: Die Mischung aus Kontinuität und Erfahrung bei den Zugängen ist neu in Ludwigsburg, aber ebenso Erfolg versprechend – könnte aber durch die kolportierten Trennungen auch schon wieder hinfällig sein. Liga-MVP Smith wird den Schwaben sicher fehlen, aber John Patrick wird mit seinem temporeichen und defensivstarken Spielstil die Gegner wieder vor reichlich Probleme stellen.

 BROSE Bamberg

Von Kontinuität ist man im Frankenland hingegen ein gutes Stück entfernt. Nur Christian Sengfelder (zwei Jahre) und Nachwuchsspieler Elias Baggette (drei Jahre) haben ihre Verträge verlängert, Dominic Lockhart und Kenneth Ogbe besaßen noch Verträge. Die übrigen Akteure haben den Verein allesamt verlassen: Chase Fieler (Japan), David Kravish (Galatasaray Istanbul), Devon Hall (Mailand), Michele Vitali (Venedig), Bennet Hundt (Oldenburg), Tyler Larson, Shevon Thompson und Alex Rouff (alle unbekannt). Platz also für jede Menge neue, aber auch in der Liga bekannte Gesichter. Nach zwei Jahren in Ulm kehrt Patrick Heckmann nach Bamberg zurück. Travis Simpson, bereits in Vechta aktiv, zieht es nach einem Jahr in der Türkei wieder nach Deutschland, Marvin Omuvwie kommt aus Göttingen, Joel Aminu von Zweiligist Hagen. Den Spielaufbau soll Justin Robinson (Pesaro/Italien) mit gestalten, auf den kleinen Positionen ist auch Jamal Morris (Warschau/Orléans) heimisch. Vom tschechischen Spitzenclub Nymburk kommt Small Forward Omar Prewitt, die Center Martinas Geben und Derek Cooke Jr. von Zalgiris Kaunas (Litauen) beziehungsweise Minsk (Belarus).
Einschätzung: Das erste Jahr unter Trainer Johan Roijakkers verlief insgesamt positiv, wenn auch noch nicht reibungslos. Das Erreichen der Playoffs stimmte aber das Umfeld wieder versöhnlich. In Bamberg müssen Verantwortliche und Umfeld akzeptieren, dass sie zwar weiter zu den besseren Adressen im deutschen Basketball gehören, aber nicht mehr die Nummer eins sind. Gelingt dies, sind Erfolge durchaus möglich. Der Kader hat dazu das Potenzial.


 

Liveticker

Blaulicht-Ticker

Weitere interessante Artikel

SV Tungeln zeigt sich wieder erholt

In der 1. Fußball-Kreisklasse waren die meisten Topteams erfolgreich. Nur für Beckeln Fountains gab es eine unnötige Niederlage Kaum überraschende Ergebnisse gab es am ...

Mit Max und Maik zum Meistercoup

Das Spitzenspiel der Fußball-Regionalliga findet an diesem Samstag um 14 Uhr in Bremen statt. Die Oldenburger sind in hervorragender Form – das liegt auch an den starken Angreifern Sie ...

VfL Oldenburg II bezwingt SV Atlas II im Nachholspiel

Der VfL Oldenburg II hat sich mit einem 3:1-Heimsieg gegen den SV Atlas II am Dienstagabend auf den dritten Tabellenplatz geschossen Die Hinrunde ist abgeschlossen, „und ich bin sehr zufrieden ...

Warum Oldenburger Siege doppelt wertvoll sind

Der VfB Oldenburg ist souveräner Tabellenführer in der Südstaffel der Fußball-Regionalliga Nord. Der angestrebte Weg in die 3. Liga ist dennoch weit und schwierig. Erfolge gegen ...

Umstellung auf 2G im Sport stockt

Viele Sportvereine spielen mit dem Gedanken, bei ihren Heimspielen auf die 2G-Regelung umzustellen. Unterschiedliche Behandlung für Zuschauer und Spieler wird es im Ammerland aber nicht ...

Effektiver VfB Oldenburg feiert Derbysieg

Die Lichtverhältnisse im Marschwegstadion nahmen schon bedenklich ab, als der Abpfiff langsam näher rückte – als das Nachbarschaftsduell mit dem SSV Jeddeloh beendet war, nahm ...

Die Tendenz zeigt nach oben

OLDENBURG – Die Heimpremiere ist geglückt. Mit 82:79 gewannen die EWE Baskets am Dienstag gegen die Crailsheim Merlins. Klar, richtig rund lief noch nicht alles, beim zweiten Saisonspiel ...

Heimpremiere gelungen

Oldenburg. 5.000 Zuschauer hätten es sein dürfen, 4.478 waren es in der EWE Arena, die im ersten Heimspiel der Saison 2021/22 den ersten Sieg der EWE Baskets bejubeln konnten. Mit 82:79 ...

Mit neuem Spielstil zum Erfolg

VON LARS RUHSAMOLDENBURG – Eineinhalb Jahre lang, abgsehen von einem Pilotversuch beim Baskets Day 2020, mussten die EWE Baskets vor leeren Rängen spielen. Nun sind die Fans ...

„Beide haben ordentlich Druck“

OLDENBURG – Nach zwei Niederlagen in den ersten beiden Spielen nehmen die Handballerinnen des VfL Oldenburg am Sonntag, 26. September, den nächsten Anlauf, die ersten Punkte in der Anfang ...

„Beide haben ordentlich Druck“

OLDENBURG – Nach zwei Niederlagen in den ersten beiden Spielen nehmen die Handballerinnen des VfL Oldenburg am Sonntag, 26. September, den nächsten Anlauf, die ersten Punkte in der Anfang ...

Ein Spitzenspiel der Ungeschlagenen

VON FABIAN SPECKMANNOLDENBURG – Es ist einer der wenigen echten Klassiker, den die Regionalliga-Nord zu bieten hat. Atlas Delmenhorst erwartet den VfB Oldenburg und bis zu 2.500 Fans ...

Zwischen Erfahrung und Neuland

Von Lars RuhsamOLDENBURG – Der vierte Teil der Basketball-Wechselbörse richtet den Blick auf die Vereine, die in der vergangenen Saison im berühmten „Niemandsland“ der ...