Markttrubel ohne Maske

Freuen sich auf ein Stück Normalität für Schausteller und Kirmes-Besucher: Henry Stummer (links) und David Eisenhauer vom Berufsverband der Schausteller und Marktkaufleute. Foto: Hergen Schelling

Wildeshausen – Ein Duftgemisch von Bratwurst, Zuckerwatte und gebrannten Mandeln liegt in der Luft, dazu dröhnt die Mikrofonstimme von der Losbude gegen die Musikanlage vom Autoscooter an, überall glitzern knallbunte Lichter und die Wege zwischen Karussells und Imbissbuden sind proppenvoll: Das ist Markttrubel, wie ihn Wildeshausen seit Jahren nicht mehr kennt. 2014 fand hier letztmals der Herbstmarkt statt.

Seit Freitag geöffnet

In diesem Herbst ist das anders: Am Freitag hat der Kirmes-Park am Krandel eröffnet. Gut 40 Buden, Stände und Fahrgeschäfte stehen auf dem Krandelplatz und entlang der Glaner Straße für die Besucher bereit. Eigentlich wollte der Berufsverband der Schausteller und Marktkaufleute schon im Sommer seine Zelte in Wildeshausen aufschlagen, aber wegen des knappen Personals und der unsicheren Corona-Lage musste der Termin verschoben werden.

Nun, im Herbst, passt ein Markt auch besser in die Zeit. „Normalerweise würden sich unsere Leute jetzt auf die Märkte in der Region verteilen“, erzählt Henry Stummer, der 2. Vorsitzende des Verbandes. Aber ob Stoppelmarkt in Vechta, Brokser Markt in Bruchhausen-Vilsen, Gallimarkt in Leer oder Oldenburger Kramermarkt: Alles abgesagt, keine Einkünfte für die Schausteller. Wenigstens der Freimarkt in Bremen findet statt. „Da fahren die meisten von hier danach hin“, sagt Stummer.

Erstmal wollen sie nun aber zehn Tage Kirmesvergnügen in Wildeshausen bieten. An diesem Freitag um 15 Uhr ist Eröffnung, Bürgermeister Jens Kuraschinski durchschneidet ein Band, anschließend soll es Freibier geben. Bis Sonntag, 10. Oktober, ist der Kirmes-Park dann täglich geöffnet.

Unter anderem laden zwei Biergärten zum Verweilen ein. Die Imbissstände bieten eine internationale Auswahl an Speisen und Fast Food. Die Fahrgeschäfte seien hochwertig und familienfreundlich, betonen Stummer und der BSM-Vorsitzende David Eisenhauer. Neben dem Autoscooter und dem Beat-Jumper ist unter anderem der beliebte Musik-Express dabei. Lichterketten mit insgesamt 3.500 Leuchten sollen abends noch für besondere Stimmung sorgen.

Ein Stück Normalität

Mehr als 100 Menschen – inklusive der Familienmitglieder, die größtenteils auch mitarbeiten – leben vom Kirmes-Park. „Wir sind froh, dass wir wieder ein Stück Normalität zurückbekommen“, sagt Henry Stummer. Die vergangenen eineinhalb Jahre waren für die meisten Schausteller und Marktbeschicker extrem schwierig. Dass immerhin der Freimarkt in Bremen stattfinden kann, ist für viele ein Lichtblick. Wenn dann auch noch wieder Weihnachtsmärkte möglich werden, kann das Jahr doch noch einigermaßen gut enden.

Und im nächsten Jahr würden sie gern nach Wildeshausen zurückkehren. „Wir möchten die Tradition der Märkte hier wieder mit Leben erfüllen“, kündigt David Eisenhauer an. So könnten sich die Wildeshauser wieder an Markttrubel gewöhnen.


Täglich geöffnet

Der Kirmes-Park am Krandel in Wildeshausen ist von Montag bis Donnerstag jeweils zwischen 15 und 21 Uhr geöffnet, außerdem an den Freitagen von 15 bis 22 Uhr, an den Samstagen von 14 bis 22 Uhr und sonntags jeweils zwischen 12 und 20 Uhr. Am Mittwoch, 6. Oktober, ist Familientag mit reduzierten Preisen in allen Geschäften.

Am Eingang wird eine Hygienepauschale von 1 Euro erhoben. Dort werden auch die Kontaktdaten der Besucher erfasst, entweder schriftlich oder mit der Luca-App auf dem Smartphone. Maskenpflicht herrscht nur im Sanitärbereich. Die gastronomischen Betriebe haben teilweise eigene Hygieneregeln.


 

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