Ab jetzt freies Parken für E-Autos

Artikel vom 08.10.2021

von Stephanie Schuurman

PARKEN FREI FÜR E-AUTOS: WIE HIER IN CLOPPENBURG WERDEN IN EMDEN JETZT KEINE GEBÜHREN MEHR FÄLLIG - UND DAS NICHT NUR AN E-ZAPFSÄULEN. BILD: ARCHIV

Denkbar knappe Entscheidung im Emder Rat

Dass es grünes Licht für das freie Parken von E-Autos in der Innenstadt geben würde, galt, wie berichtet, nach den langen Diskussionen in den Fachausschüssen als sicher. Letztlich war die Entscheidung im Rat, die das endgültige Okay brachte, allerdings denkbar knapp. Am Donnerstagabend stimmten in der Nordseehalle 18 Mitglieder für Ja, 16 für Nein und zwei Ratsleute enthielten sich.

Vor der Abstimmung kam es auch nochmals zu einer kleineren Diskussion, in der alle Parteien ihren Standpunkt deutlich machten. SPD-Fraktionschefin Maria Winter erläuterte nochmals, dass ihre Fraktion die Aktion für „sozial ungerecht“ halte, da E-Auto-Besitzer durch die staatliche Förderung schon eine Vergünstigung bekommen und „jetzt auch noch die Parkgebühren geschenkt“. Grünen-Chef Bernd Renken hielt es „für eine steile These, zu behaupten, die Förderung von E-Autos sei unsozial“. Er sieht die Aktion eher als symbolischen Wert und Marketingmaßnahme für die Stadt.

Winter merkte an, dass sich trotz Förderung nicht jeder ein E-Auto leisten könne - und das sei nicht unsozial, sondern eben sozial ungerecht, wie sie es auch in der Begründung zur Ablehnung der Umsonst-Parken-Aktion beschrieben hatte.

Ihr Parteikollege Harald Hemken verwies auf Sparzwänge aufgrund der Haushaltslage. „Wir haben bisher noch nicht viel gestrichen. Aber dann auch noch Parkgebühren?“

CDU-Fraktionschef Gerold Verlee betonte, E-Mobilität sei generell keine Sozialfrage, sondern eine des Umweltschutzes. „Es geht darum, zu zeigen, dass die Stadt dazu steht“, sagte Verlee.

Als „Geste“ bezeichnete FDP-Fraktionschef Erich Bolinius die Aktion. Er verwies außerdem nochmals darauf, dass alle VW-Städte so verfahren, um „ein Zeichen für E-Mobilität zu setzen“. GfE-Chef Jochen Eichhorn sieht in der Aktion auch einen „finanziellen Anreiz“, ein E-Auto zu erwerben - wenngleich es doch eher eine Geste sei. Manche seiner Kollegen der Wählergemeinschaft würden dies aber anders bewerten, wodurch die GfE in diesem Punkt eben einmal mehr nicht einer Meinung sei.

Und auch der Einzel-Ratsherr der Linken meldete sich noch einmal zu Wort. „Es ist doch nicht die Frage, ob Verbrenner oder E-Autos“, sagte Günther Vortmann . „Ziel muss es doch sein, möglichst wenig Autos in der Innenstadt zu haben.“


 

Liveticker

Blaulicht-Ticker

Weitere interessante Artikel

„Wir dachten, nach fünf Jahren können wir die Katzenstation auflösen“

Seit 25 Jahren retten die Aktiven Tierfreunde Katzen, Kaninchen und andere Tiere in Norden und Ostfriesland – und bekamen dafür den Deutschen Tierschutzpreis. In Zukunft haben sie noch ...

„So viele Kinder können Unterstützung gebrauchen“

Ute Ackmann ist schon seit über 20 Jahren Pflegemutter. Niko Schäfer ist erst seit Kurzem dabei – fast schon wörtlich „wie die Jungfrau zum Kinde“. Warum wird man ...

Kunst aus der Schule begleitet das nächste Jahr

Was passiert eigentlich im Fach Kunst an einem Gymnasium? Eine Antwort darauf liefert ein Kalender, den die JAG–Schülerfirma ersten Mal zum Verkauf anbietet. Kunst fürs ganze Jahr: ...

App-Sturz im Spätherbst

Eigentlich wollten die Gründer von ClubHero mit frischem Geld kräftig wachsen. Doch der Deal ist geplatzt, die geplante Expansion liegt vorerst auf Eis. Wie stecken die beiden Emder den ...

Ende der Herbstsaison heißt mehr Arbeitslose in Ostfriesland

In ostfriesischen Hotels, Gastro und dem Einzelhandel gibt es aktuell saisontypisch mehr Arbeitslosenmeldungen – vor allem auf den Inseln. Die Arbeitslosenquote der Region bleibt trotzdem ...

„Menschen sitzend weinend in den Beratungsstellen“

Die Caritas Ostfriesland schlägt Alarm: Alle reden übers Impfen und Testen, aber auch die sozialen Auswirkungen der Corona-Pandemie sind dramatisch Corona hat die soziale und psychische ...

117 Paare Damenschuhe stehen für ermordete Frauen

Mit einer besonderen Aktion ist auf Gewalt an Frauen aufmerksam gemacht worden. Insgesamt 117 Paar Damenschuhe wurden in der Emder Innenstadt aufgestellt - jedes Paar stand für eine ermordete ...

„Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen“

Seit dem ersten Lockdown im Frühjahr 2020 öffnet das Emder Tierheim für Besucher nur nach vorheriger Terminabsprache. Wie hat die Einrichtung das Corona-Jahr überstanden? Keine ...

Ein Laden voller Weihnachtszauber in der Norder Innenstadt

Wer für die Weihnachtszeit – oder darüber hinaus – schöne oder feine Geschenke sucht, sollte in der „Lüttjen Wiehnachtsstuv“ reinschauen: Der neue ...

Mit „Dörpkind“ zum Star am plattdeutschen Himmel?

Die Band „Zorrows“ aus Ihlow hat das Finale des Plattsounds-Wettbewerb erreicht. Der Sieger wird am 20. November in Stadthagen ermittelt Die Band „Zorrows“ aus Ihlow ...

Herzstillstand auf dem Fußballplatz – heute spielt er mit Defibrillator

Der 19-jährige Lukas Smit aus Riepe im Kreis Aurich hatte einen Herzstillstand auf dem Fußballplatz. Ein Ersthelfer reanimierte ihn noch auf dem Feld. Nach drei Tagen im Koma wachte Lukas ...

Schutz gegen Hass und Hetze im Netz

In speziellen Workshops sollen Mädchen lernen, wie sie sich gegen Hass und Hetze in sozialen Netzwerken wehren können. Am 1. Dezember geht’s los Die Verbreitung von Hass und Hetze im ...

E-Center Anton Götz wird nicht geschlossen

Seit 1914 gibt es die Kaufmannsfamilie Götz in Norden – und sie wird auch künftig die Menschen in der Stadt mit Lebensmitteln versorgen. An den Gerüchten um eine mögliche ...