Jedes Paar Schuhe steht für ein Leben

Artikel vom 22.11.2021

Friederike Liebscher

Jedes Paar Schuhe steht für ein Leben: Anja Kröber (Frauenhaus), Isabel Rein (stop oldenburg), Ingeborg Wibbe (Wildwasser) und Zohreh Babai (Olena) auf dem Julius-Mosen-Platz Bild: Sascha Stüber

120 Frauen wurden in Deutschland in diesem Jahr Opfer von Femiziden. Sie wurden allein aufgrund ihres Geschlechts getötet. Daran wurde auch in Oldenburg erinnert

120 Frauen und Mädchen sind in Deutschland in diesem Jahr bisher Opfer von Femiziden geworden. Das bedeutet, dass sie allein wegen ihres Geschlechts getötet wurden. Für sie wurde am Freitag auf dem Julius-Mosen-Platz ein Zeichen gesetzt. Dort wurden Schuhpaare im Gedenken an die Opfer aufgestellt. Sie sollen an sie erinnern und ein deutliches Zeichen gegen Gewalt an Frauen setzen.

In Oldenburg sind zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen am 25. November, in der kommenden Woche, noch mehrere Aktionen geplant. „Gewalt gegen Frauen ist eine spezifische Form von Gewalt, sie richtet sich nicht gegen ein willkürliches Opfer, sondern geschieht, weil die Betroffene explizit weiblich ist, erklärt die Stadt Oldenburg in einer Pressemitteilung. Eingängige Beispiele seien Zwangsprostitution und Sextourismus, Genitalverstümmelung, Vergewaltigung und die Tötung weiblicher Föten und Säuglinge wegen eines „geringeren Wertes“. Statistisch sei nachgewiesen, dass Gewalt und Übergriffe an Frauen und Mädchen zum größten Teil von Tätern aus dem nahen Umfeld ausgeübt wird.

Fahnen wehen

In Oldenburg wehen ab dem 25. November bis zum Internationalen Tag der Menschenrechte am Freitag, 10. Dezember, vor zahlreichen Gebäuden Fahnen mit der Aufschrift „Frei leben – ohne Gewalt“.

Die weltweite Aktion wurde von der Organisation Terre des Femmes ausgerufen. Oldenburg zählt zu den mehr als 800 Städten in Deutschland, die sich insgesamt mit etwa 3000 Fahnen beteiligen.

Licht im Fenster

Ein weiteres Zeichen gegen Gewalt an Frauen setzt auch die von der Organisation Zonta International initiierte Kampagne „Orange the World“. Weltweit werden dabei die Fassaden von Gebäuden und Sehenswürdigkeiten orange angestrahlt. Die Stadt Oldenburg beteiligt sich mit dem Kulturzentrum PFL, dem Stadtmuseum und dem Lappan, die am 25. November mit Einbruch der Dunkelheit in orangefarbenes Licht getaucht werden. Viele weitere Bauwerke, wie beispielsweise das Schloss, das Staatstheater, die Universität und das Landesmuseum Natur und Mensch, werden ebenfalls orange leuchten. So soll der Forderung, geschlechtsspezifische Gewalt gegen Frauen zu beenden, Nachdruck verliehen werden. Auch die Bürger sind aufgerufen, am Abend ein orangefarbenes Licht ins Fenster zu stellen. Das Gleichstellungsbüro der Stadt Oldenburg und das Feministische Forum machen parallel dazu mit einer Plakataktion in den Bussen auf das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ (Tel. 08000/116016) aufmerksam.

Am Donnerstag, 25. November, zeigt das cine k in Kooperation mit dem Medienbüro Oldenburg e.V. und dem Feministischen Forum den Film „Woman“. Das weltweite Projekt bietet 2000 Frauen aus 50 Ländern einen Ort für ihre Stimme. Ziel des Films ist es nicht nur, Rechte zu fordern oder sich auf Probleme zu konzentrieren, sondern den Frauen Gehör zu schenken.


 

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