Vogelsiedlung könnte zur Fahrradzone werden

Artikel vom 19.09.2022

Thilo Schröder

Noch haben hier Autos Vorfahrt, doch schon bald könnte die Vogelsiedlung in Ganderkesee – im Bild der Amselweg – als Fahrradzone ausgewiesen werden, als Teil einer Radschnellverbindung nach Bremen. Sabine Finke (zweite von links), Fachdienstleiterin Straßen und Verkehr, erläuterte bei einer Fahrradtour die Pläne. Bild: Thilo Schröder

Die Vogelsiedlung in Ganderkesee könnte zur Fahrradzone werden, als Teil einer schnellen Radverbindung nach Bremen. Doch bis zur Umsetzung gibt es noch einige Hindernisse, wie eine Radtour aufzeigt.

Als Teil einer schnellen Radverbindung zwischen Ganderkesee, Delmenhorst und Bremen könnte die Vogelsiedlung in Ganderkesee komplett zur Fahrradzone umgestaltet werden. Es wäre die erste derartige Zone in der Gemeinde. Radfahrer dürften dort nebeneinander fahren, es würde Tempo 30 gelten. Das haben die Fachdienstleiterin Straßen und Verkehr der Gemeinde Ganderkesee, Sabine Finke, und Lennart Kersting vom Kommunalverbund Niedersachsen-Bremen am Dienstag bei einer Fahrradtour des Kommunalverbunds berichtet. Sie sollte Teilnehmern aus Politik und Verwaltungen positive und herausfordernde Beispiele für den Radverkehr aufzeigen. Auch Ganderkesees Bürgermeister Ralf Wessel nahm daran teil.

Hintergrund ist eine Machbarkeitsstudie im Auftrag des Kommunalverbunds, die zum Jahresende vorliegen soll. Für die Verbindung zwischen Ganderkesee und Delmenhorst sieht die Studie eine Strecke erster Ordnung vor. Bei der Tour zeigte sich nun, dass es dafür in Ganderkesee noch einige Hindernisse zu bewältigen gibt. Beginnend am Bahnhof wird für die Wittekindstraße eine Fahrradstraße vorgeschlagen. Die Verkehrssituation sei hier bislang „nicht optimal gelöst“, sagte Finke. Auf einer Fahrradstraße hätten Radfahrer dagegen Vorrang und es würde Tempo 30 statt Tempo 50 gelten.

Problematische Kreuzungen

Schwierig umzusetzen sei eine Fahrradstraße jedoch dort, wo die Wittekindstraße vielbefahrene Straßen kreuzt, sagte Finke: Auf der Grüppenbührener Straße könnte sich in der Folge der Verkehr stauen – was gerade am nahen Bahnübergang heikel sei. Auf der Urneburger Straße müsste der Verkehr an der Ampel angehalten werden, um Radfahrer auf der Wittekindstraße durchzulassen; die leicht versetzte Kreuzung dort sei zudem „nicht optimal“.

Ein weiteres Problem seien teils senkrecht zur Straße ausgerichtete Parkplätze, aus denen Autos rückwärts ausparken – laut Finke „sehr ungünstig für den Fahrradverkehr“. Besser seien quer zur Fahrbahn ausgerichtete Parkplätze. In die Planungen für eine Fahrradstraße müssten auch Anlieger einbezogen werden, besonders Gewerbebetriebe fürchteten Einschränkungen.

Dass statt einzelner Straßen die angrenzende Vogelsiedlung großflächig zur Fahrradzone umgestaltet werden soll, hat mit einem „relativ geringen Verkehrsaufkommen“ dort zu tun, wie Finke erläuterte. Kersting ergänzte: „Hier sind die Straßen relativ ähnlich aufgebaut, daher ist eine Fahrradzone sinnvoll. Man kann sich als Fahrradfahrer so den jeweils besten Weg suchen.“ Anders als bei Fahrradstraßen braucht es für das Einrichten einer Fahrradzone neben Schildern und Markierungen keine größeren baulichen Anpassungen.

„Müssen viel mehr tun“

Über den Fahrener Weg, der bis zum Ortsausgang ebenfalls als Fahrradstraße ausgewiesen werden soll, führt die geplante Schnellverbindung über die Oldenburger Straße weiter nach Delmenhorst. Laut Kersting wird geprüft, ob der Radweg an der Oldenburger Straße bis zum Ortseingang Delmenhorst verbreitert werden kann, um so für Pedelecs und Lastenräder Platz zu schaffen.

Ob und in welcher Form die Vorschläge aus der Studie letztlich umgesetzt werden, muss die Politik vor Ort entscheiden. Bürgermeister Ralf Wessel deutete am Dienstag an, den Radverkehr stärken zu wollen: „Nicht alle Menschen haben das Glück, ihren Arbeitsplatz mit dem Rad erreichen zu können. Da müssen wir viel mehr tun und Radwege entsprechend ausbauen.“ Anfang 2023 könnten entsprechende Maßnahmen im Fachausschuss vorgestellt werden. Die Fahrradzone in der Vogelsiedlung lasse sich theoretisch „relativ zügig umsetzen“, so Sabine Finke. Bis die Wittekindstraße womöglich zur Fahrradstraße wird, dürfte es aber dauern.


 

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