Spielwaren werden teurer – Probleme bei Fahrrädern

Artikel vom 28.09.2022

Hagen Strauß, Büro Berlin

Die Spielwarenbranche blickt einigermaßen beruhigt in Richtung Weihnachtszeit. Bild: 123rf

Weihnachten kommt wie jedes Jahr schneller als gedacht - die Energiekrise hat auch den Spielzeugmarkt erfasst. Einige Produkte werden etwas teurer sein. Insgesamt gibt sich die Branche aber gelassen.

In Zeiten der Energiekrise und unterbrochener Lieferketten wird vieles knapp und teuer. Die gute Nachricht: Die Lage auf dem Spielwarenmarkt hat sich entspannt, auch wenn einzelne Produkte nach wie vor schwer zu bekommen sind. Die schlechte Nachricht: Auch Spielzeug dürfte zum Fest teurer werden.

Die Branche blickt einigermaßen beruhigt in Richtung Weihnachtszeit: „Auch in Krisenzeiten gilt, dass am Kind zuletzt gespart wird. Die Spielwarenbranche ist deshalb auch im Vergleich zu anderen Branchen wenig volatil“, so der Geschäftsführer des Deutschen Verbandes der Spielwarenindustrie (DVSI), Ulrich Brobeil, zu unserer Redaktion. „Hier und da mag es noch zu Lieferproblemen bei einzelnen Artikeln kommen, weil fernöstliche Komponenten fehlen, aber eine generelle Lieferproblematik sehe ich derzeit nicht.“ Bei besonders begehrten Spielwaren rate er dennoch, „sich frühzeitig damit einzudecken“, erklärt Brobeil.

Engpässe bei Rädern

Laut aktueller Umfrage des Ifo-Instituts bleibt die Lage besonders angespannt bei Fahrrädern, wo rund 95 Prozent der Händler von Lieferproblemen berichten. Ähnliches gelte für die Unterhaltungselektronik – beides wird zu Weihnachten gern verschenkt. Der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland (HDE), Stefan Genth, weiß: „Die Situation in den Lieferketten ist vielerorts nach wie vor sehr angespannt.“ Ursache dafür seien vor allem die wiederholten Lockdowns in China. „Gerade die Containerschifffahrt braucht Wochen bis Monate, bis alles wieder im richtigen Takt ist.“ Auch Genth betont: „Das bekommen insbesondere die Bereiche Fahrradhandel, Unterhaltungselektronik und Spielzeug zu spüren.“

Die Kunden müssten aber keine leeren Regale fürchten. „Die Bestellungen für das Weihnachtsgeschäft sind meist schon vor einigen Monaten getätigt worden, viele Waren sind deshalb zwar mit Verspätung, aber doch noch rechtzeitig eingetroffen“, so Genth. Und selbst wenn manches knapp werden sollte, „gibt es in den allermeisten Fällen Produkte, auf die Kundinnen und Kunden ausweichen können“.

DVSI-Geschäftsführer Brobeil betont zudem, die Spielzeugbranche habe in den beiden Jahren der Corona-Pandemie eine Art „Sonderkonjunktur“ mit deutlichen Zuwächsen erlebt. Motor sei Beschäftigungsspielzeug gewesen. „Die Umsätze bis Ende September 2022 lagen jedenfalls über dem Niveau des Vor-Corona-Jahres 2019.“ Angesichts hoher Energiepreise rechne er damit, dass die Kunden eher „preissensibel“ einkaufen würden.

Energiekrise belastet

Die Energiekrise macht freilich der Sparte insgesamt zu schaffen. Der Spielwarenverband hatte Mitte September unter seinen 215 Mitgliedsunternehmen eine repräsentative Umfrage zur Energiekrise und ihren Auswirkungen durchgeführt. 45 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, dass ihre Geschäftstätigkeit „stark bis sehr stark“ gefährdet sei, weitere 38 Prozent sahen sie immerhin noch „mittelmäßig“ bedroht.

Das dürfte wiederum Folgen für die Preise haben. Denn 83 Prozent der Befragten gaben als Option an, neben Einsparungen bei Energie auch an der Preisschraube für Spielwaren drehen zu wollen. „Die Erhöhungen der Hersteller dürften sich durchschnittlich um fünf bis sechs Prozent bewegen“, so Brobeil.


 

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