Ein bunter Strauß aus musikalischen Jahrzehnten

Artikel vom 30.09.2022

Henning Karasch

Der Männerchor Nordsee präsentierte ein breites Repertoire seiner Musik. Bild: Henning Karasch

Seit 70 Jahren gehört der Männerchor Nordsee zu Wilhelmshaven. Zum Jubiläum lud er zu einem großen Liederabend in die Lutherkirche. „Oldie but Goldie“ lautete der Titel, hinter dem sich ein bunter Strauß aus musikalischen Jahrzehnten verbarg.

Seit 70 Jahren gehört der Männerchor Nordsee zu Wilhelmshaven wie die Marine oder die Kaiser-Wilhelm-Brücke. Obwohl das Ensemble unter Leitung von Eilt Jürgen Sechstroh zwei Jahre lang von Corona ausgebremst wurde, luden sie anlässlich ihres Jubiläums zu einem großen Liederabend unter dem Titel „Oldie but Goldie“ in die fast voll besetzte Lutherkirche.

Am Klavier begleitete Hartwig Oldenettel die Sänger und spielte im Swingtime Duo mit Saxofonist Mike Tönjes das Akkordeon. Der Chor wurde derweil am Akkordeon von Reinhold Seyberth begleitet, für bestimmte Lieder griffen der Chorleiter zur Blockflöte oder Sänger Klaus Schneider zur Mundharmonika. Zum Auftakt erklang „Wir grüßen Euch, wir grüßen Euch, wir Sänger vom Nordseestrand“.

Karl-Heinz Janßen, seit 1978 zweiter Vorsitzender, ging auf die Historie des Männerchores ein. So trafen sich zur Gründungsversammlung in einem Lokal in Fedderwardergroden 17 Sangesfreudige. Den Taktstock übernahm Eduard Kutschera und, nach einigen Wechseln, von 1967 bis 1987, Günter Liebold. „Eine Verjüngung und Vergrößerung des Chores ging damit einher“, sagte Janßen. Vorsitzender Hans-Georg Upts, seit 60 Jahren Mitglied, ist stolze 58 Jahre im Amt.

Günter Liebolds Nachfolger Eilt Jürgen Sechstroh habe neuen Schwung vermittelt, dem Repertoire zeitgemäße und moderne Chorsätze hinzugefügt und die Zusammenarbeit mit dem Akkordeonorchester Schortens gefördert. Dessen Vorsitzende Elsbeth Harms und Dirigent Hartwig Oldenettel bedankten sich bei Sechstroh mit einem Präsentkorb. „Die flüssigen Sachen nach der Probe“, riet Oldenettel im Scherz.

Erwähnung fand auch, dass der Männerchor seit 1990 bei über 100 Auftritten mehr als (teils umgerechnet) 20 900 Euro für sozial benachteiligte Kinder und soziale Organisationen sammelte – wie auch an diesem Abend. Sechstroh habe einen „leistungsbereiten und harmonischen Klangkörper herangebildet“, lobte Janßen, der singe, was Sängern und Zuhörern Freude bereite. Neben chorischen Erfolgen blicke der Männerchor auch gerne auf Feste mit den Angehörigen und Chorfahrten mit Auftritten zurück.

Die „Capri-Fischer“ wurden stimmungsvoll mit Akkordeon eingeleitet. „Sierra Madre del Sur“ bot eine Schunkelmelodie. Natürlich ging es mit „Seemann, Deine Heimat ist das Meer“, „Aloahe“ und „Lieder, so schön wie der Norden“, auch musikalisch an die Küste.

Zwischendurch gab das Swingtime Duo beliebte Schlager der goldenen Zwanziger des vergangenen Jahrhunderts zum Besten, die ähnlich herausfordernd waren wie die 2020er Jahre. „Jazz macht vielen Angst, das tut nicht nötig, viele Jazzstücke waren früher mal Schlager“, beschwichtigte Oldenettel. Tango hatten sie auch im Programm.

Der Männerchor nahm sich älterer Schlager wie „Heimweh“ mit kraftvollem Dubadubadubadu und einem geflüsterten Ende ebenso an wie Santiano und Udo Jürgens. „Das richtige Klatschen heben Sie sich für nachher auf“, riet der Dirigent. In seinen Konzerten sei ein Schlusslied mit dem Chor üblich. So sang die gesamte Kirche „Kein schöner Land“. Als Schmankerl und Betthupferl gab es nach langem Beifall den Abendfrieden.


 

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