„Mit ,Dö!’ wollen wir ein neues Konzept für Konzertabende etablieren“

Artikel vom 06.10.2022

Wolfgang Alexander Meyer

Mirko Noffke Kulturetage Oldenburg Dö! Konzertreihe. Bild: Privat

„Dö!“ heißt die neue Konzertreihe der Oldenburger Kulturetage, die am Donnerstag beginnt. Was das Besondere an den Abenden ist, erklärt Mirko Noffke, der kreative Kopf hinter dem Konzept.
Mit einer neuen Konzertreihe will die Oldenburger Kulturetage gewohnte Wege verlassen und ein etwas anderes Konzept für Konzertabende etablieren. Was sich hinter „Dö!“, so lautet der Name der Reihe, verbirgt, was das Publikum erwarten kann und an wen sich das Ganze richtet, erklärt Mirko Noffke im Gespräch mit unserer Redaktion. Er ist die Allzweckwaffe der Kulturetage, hat viele Aufgabenbereiche innerhalb des Kulturzentrums und ist der kreative Kopf hinter der Reihe.

Frage: Was ist der Unterschied zwischen einem Dö!-Konzertabend und einem ganz normalen Konzertbesuch?

Mirko Noffke: Bei einem Dö!-Konzertabend treten immer zwei Bands auf – zwar nacheinander aber trotzdem vollkommen gleichberechtigt. Wir haben uns ganz bewusst gegen das Konzept Headliner und Support-Act entschieden, wie man das von anderen Konzerten kennt.

Frage: Und wie sieht es mit der musikalischen Ausrichtung der Abende aus?

Noffke: Das ist die andere Besonderheit. Denn es wird an jedem Abend nicht nur einen musikalischen Schwerpunkt geben, sondern immer zwei. Die beiden Acts des jeweiligen Abends sind also immer in unterschiedlichen Musikrichtungen zu Hause.

Frage: Welchen Ansatz verfolgt das Ganze?

Noffke: Das Publikum soll an jedem Abend etwas Neues entdecken. Wer sich ein Ticket kauft, um eine Band oder einen Künstler zu sehen, bekommt immer auch etwas aus einer ganz anderen Richtung, etwas Unerwartetes, geboten.

Frage: Wie bist du bei der Auswahl der Künstler vorgegangen?

Noffke: Ich habe mit verschiedenen Personen gesprochen. Zum Beispiel mit meinen jüngeren Kollegen aber auch mit Vertretern vom Asta und den Künstleragenturen. Dann habe ich mir ganz viel Musik angehört, um zu sehen, was in die Reihe passt. Ich habe meine Auswahl danach mit meinen Kollegen diskutiert und schließlich Anfragen bei Agenturen gestellt, um zu sehen, welche Künstler Zeit haben und in das Budget passen.

Frage: Das hört sich nach viel Arbeit an.

Noffke: Das kann man wohl sagen. Wir haben im März mit der Planung angefangen und hatten Anfang Juni alle Künstler gebucht. Bis dahin habe ich wirklich viel recherchiert und eine Menge toller Musiker entdeckt.

Frage: Zum Beispiel?

Noffke: Sehr fasziniert hat mich die Künstlerin „Kid be Kid“. Ich habe im Vorfeld schon über sie gelesen und war völlig begeistert, als ich mir Videos von ihren Auftritten angesehen habe, weil sie Klavier und Keyboard gleichzeitig spielen kann. Zwischendurch fängt sie dann an zu Beatboxen und kann auch noch fantastisch singen. Ein anderes Beispiel ist der Poetry Slamer Yunus, der in Hannover Bratsche studiert hat. Bei seinen Auftritten rappt er zu Gitarren- und Keybordmusik, nur um kurz darauf seine Bratsche zu spielen. Da prallen Welten aufeinander, die man in der Verbindung nicht erwartet hätte. Interessant wird auch sein, wie Yunus und die zweite Künstlerin des Abends zusammenpassen. Geplant ist ein Auftritt von Ann Doka, die man ehr in den Bereich Country einordnen kann.

Frage: Werden die beiden Acts eines Dö!-Abends auch zusammen auftreten?

Noffke: Das ist so nicht konkret geplant. Andererseits werden wir es nicht unterbinden – im Gegenteil. Ich fände es sehr interessant zu sehen, was dabei herauskommt, wenn Künstler aus verschiedenen Musikrichtungen spontan zusammen spielen und etwas ganz Neues entstehen lassen. Das wäre dann auch genau das, was wir mit der Reihe bewirken wollen.

Frage: Und zwar?

Noffke: Uns weiterentwickeln und zeigen, dass wir hier in der Kulturetage nicht verstaubt sind. Wir wollen mit Dö! bewusst eine Erweiterung unseres Programms erreichen, die besonders für musikinteressierte Menschen interessant sein dürfte, deren Durchschnittsalter unter dem der typischen Kulturetage-Besucher liegt. Wir werden sehen, wo uns das hinführt.

Frage: Letzte Frage: Warum Dö!?

Noffke: Wir hatten viele Ideen für einen Namen. Irgendwann sind wir bei „deux“ gelandet. Das ist Französisch und heißt Zwei, wird aber wie „dö“ ausgesprochen. Das hat uns gefallen. Wir haben das dann deutsch verschriftlicht und sind so bei „Dö!“ gelandet.

DIE TERMINE

6. Oktober: „Kid be Kid“ und „Woods of Birnam“

9. Oktober: „Finn Ronsdorf“ und „Paar“

14. Oktober: „Yunus“ und „Ann Doka“

15. Oktober: „Antiheld“ und „Saint Chaos“

20. Oktober: „Anna Erhard“ und „Kuoko“

22. Oktober: „Eagle and the Men“ und „Die Kerzen“

27. Oktober: „Pano“ und „Stanovsky“

28. Oktober: „Blaufuchs“ und „Paloma & The Matches“

Tickets zu unterschiedlichen Preisen für die Konzertabende gibt es im Online-Vorverkauf unter:

www.kulturetage.reservix.de

Mehr Infos: oder Instagram www.dö-ol.de  oder @doe.oldenburg


 

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