„Ich bin hinterher immer gut gelaunt“

Artikel vom 24.10.2022

Werner Fademrecht

Die Waldfitness im Sandkruger Bürgerpark gibt es seit einem Jahr – Grund für eine kleine Feier und Bilanz. Viele der älteren Teilnehmer haben bereits die 80 Jahre überschritten. Bild: Werner Fademrecht

Seit einem Jahr treffen sich Frauen und Männer donnerstagvormittags im Sandkruger Waldpark. Der Erfolg der „Waldfitness kommodig“ überrascht sogar Initiatorin Monika Tegtmeier.

Es müssen nicht immer Medizinbälle oder Hanteln sein. Fitnessübungen lassen sich ohne solche Hilfsmittel überzeugend umsetzen. Das beweist die „Waldfitness kommodig“ seit genau einem Jahr im Sandkruger Bürgerpark.

Natürlich eignen sich auch bunte Luftballons als Trainingsspielzeug. Aus Anlass des einjährigen Bestehens gibt es am Donnerstag, 20. Oktober, davon reichlich auf und vor der Waldbühne. Hüften schwingen, Arme recken – 50 Frauen und Männer, geschätzt zwischen 50 und gut 80 Jahren, machen nach, was Trainerin Marisol Arosa Brinkmann zu lateinamerikanischen Rhythmen vorgibt.

Für die Gesundheit

Auf den ersten Blick nicht zu kompliziert, aber die Bewegung reicht, um den Puls langsam in einen günstigen Trainingsbereich zu befördern. Das und die frische Luft haben nicht nur Einfluss auf den Körper. „Ich bin hinterher immer gut gelaunt“, verrät Annett Lüschen. Gemeinsam mit Mareike Helms, Ingrid Woitke und Henriette Hübner ergänzt sie das Trainerinnenteam.

Durch Mund-zu-Mund-Propaganda ist der Teilnehmerkreis in den zurückliegenden Monaten immer mehr gewachsen. Extra aus Oldenburg ist am Donnerstag sogar Elisabeth Dickebohm nach Sandkrug gekommen, um mitzumachen. „Ich habe von Freundinnen gehört, wie toll das hier ist“, sagt sie und nickt begeistert.

Gegen die Einsamkeit

Bei Wind und Wetter treffen sich seit Herbst 2021 in Sandkrug Menschen, um gemeinsam etwas für ihre Gesundheit zu tun. Fast genauso wichtig ist Initiatorin Monika Tegtmeier aber auch der soziale Aspekt. „Hinterher nehmen wir uns immer noch Zeit für einen Klönschnack bei einer Tasse Kaffee“, sagt sie und fügt hinzu, „ich hätte nicht geglaubt, dass die Waldfitness so einschlägt.“ Etwas gegen die Einsamkeit der Menschen und für die Gesundheit zu tun, das sei ihre Motivation gewesen. An letzterer mangelt es bei den Teilnehmern definitiv nicht. Selbst bei Regenwetter ist der Termin noch nie ausgefallen. Das einzige Mal, dass die Waldfitness abgesagt werden musste, machte ein Sturm den Aufenthalt im Freien unter Bäumen zu gefährlich.

„Erstaunlich, die Menschen kommen sogar zu uns, wenn sie um halb Elf einen Arzttermin haben“, berichtet Trainerin Mareike Helms. Das offene Angebot zeigt auch, dass ganz ohne Verein, WhatsApp- oder Facebook-Gruppe ein Zusammenhalt entstehen kann. So niederschwellig wie möglich will die Sandkrugerin Monika Tegtmeier das Angebot auch weiterhin gestalten. Viele Gedanken hat sie sich im Vorfeld über den richtigen Termin gerade für die etwas Älteren gemacht. „Montags und dienstags stehen häufig Arzttermine an, mittwochs wird eingekauft und freitags kommen schon die Enkelkinder – bleibt also noch der Donnerstagvormittag, mit ausreichend Abstand zum Mittagessen.“ Immer pünktlich um 10 Uhr beginnen deshalb auch künftig die Treffen. Die ungewöhnliche Erfolgsgeschichte, sie wird weitergehen.


 

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