Wenn das Herz für Kriechtiere schlägt

Artikel vom 26.10.2022

Hildburg Lohmüller

Ein Alttier und ein Jungtier: Martin Lützen aus Ocholt hat nun erstmals Nachwuchs bei seinen Griechischen Landschildkröten. Bild: Hildburg Lohmüller 

Sie sind etwa dreieinhalb Zentimeter groß und wiegen zwischen fünf und zehn Gramm: Elf Schildkröten-Babys, geschlüpft zwischen dem 6. und 20. September, sind putzmunter, gesund und erobern ihr Reich. „Es sind unsere ersten Schildkröten-Babys und alle waren von Anfang an wohlauf. Im vergangenen Jahr gab es drei Eier, die allesamt leider unbefruchtet waren“, erklärt Martin Lützen.

Der Ocholter hält sechs erwachsene Griechische Landschildkröten der Sorte „Hermanni Boettgeri“ – auch Ostrasse genannt. Diese passe gut in unsere Breitengrade und sei robuster als die Westrasse „Hermanni hermanni“.

Langjähriges Hobby

Schildkröten haben es dem Ocholter schon lange angetan: Als Jugendlicher hatte Martin Lützen zunächst eine, dann zwei Schildkröten. Während des Studiums hielt er keine Tiere mehr. „Die Liebe zu den Schildkröten blieb, sie sind einfach ein beruhigender Pol im Garten“, so der Ehemann und zweifache Vater. Und so zogen 2015 „Lea“, „Cleo“ und „Angie“ – damals alle einjährig und inzwischen acht Jahre alt – in den Garten der Familie Lützen ein, 2016 kam dann „Flash“ dazu, der heute elf Jahre alt ist. „Maria“ und „Frank“, beide jeweils 15 Jahre alt, vergrößerten 2020 den Bestand.

Artgerecht halten

Für den Ocholter ist eine artgerechte Haltung der Tiere sehr wichtig. Er bietet den Landschildkröten neben einer abgetrennten Freilandanlage mit Hügel, Sträuchern, steinigen Wegen, Beeten und kleinen Höhlen auch ein Frühbeet mit verschiedenen Bereichen, Elsteinstrahler für Wärme, Spotstrahler für lokale Wärme in schlechteren Jahreszeiten, die über Thermotimer gesteuert sind, und eine automatische Öffnung eines Frühbeet-Fensters. „Eine Terrariumhaltung – vor allen Dingen über eine lange Zeit, ist nicht artgerecht – die Panzertiere brauchen viel UV-Licht.“

Als Futter bekommen die Reptilien unter anderem Wildkräuter, Wurzeln und Sepia-Schalen. Für die Überwinterung steht den Schildkröten eine Grube im Frühbeet, isoliert gegen Frost, Nässe und Nager zur Verfügung. „Die erwachsenen Schildkröten bereiten sich langsam auf den Winterschlaf vor, der etwa von November bis März dauert.“

Tiere als Ausgleich

Für Martin Lützen, der im Bereich der Hörgeräte Akustik arbeitet, sind die Schildkröten ein guter Ausgleich zum Beruf. „Die Tiere reagieren auf Menschen, sind intelligent, machen wenig Arbeit, dafür viel Freude.“ Behalten kann Familie Lützen die elf Schildkröten-Babys, die aus Eiern von zwei oder auch mehreren Weibchen geschlüpft sind, nicht.

Gerne gibt Martin Lützen Informationen zur Haltung der Schildkröten und welche Voraussetzungen die Freilandfläche haben sollte. „Die Schildkröten haben ein glücklicheres Leben, wenn sie in Gruppen – mindestens zwei Tiere – leben. Daher gebe ich auch keine Einzeltiere ab“, erklärt der Ocholter und weist darauf hin, dass die Abgabe mit einer EU-Bescheinigung erfolgt.

Zu bedenken sei auch, dass die griechischen Landschildkröten bis zu 25 Zentimeter groß, mehrere Kilogramm schwer werden und eine Lebensdauer von 50 Jahren und mehr erreichen können. Ideal sei eine Abgabe der Tiere noch vor der Winterstarre, die die Tiere stabil mache.

Weitere Infos gibt es unter Tel.: 0170/4533239 oder per WhatsApp.


 

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