Neuer Schoolpatt soll Tourismus fördern

Artikel vom 09.11.2022

Wolfgang Böning

Freuen sich über den neue Schoolpatt (von links): Hans-Heinrich von Deetzen, Vorsitzender des Dorfgemeinschaftsverein, und Sascha Stolorz, Bürgermeister der Gemeinde Ovelgönne. Bild: Wolfgang Böning

Die Sanierung des alten Schoolpatt, ein in die Jahre gekommener Weg quer durch die Ländereien von Ovelgönne, ist fertig. Die Verantwortlichen erhoffen sich jetzt positive Effekte für die Gemeinde

In Frieschenmoor, abseits vom Straßenverkehr, hat sich etwas getan. Im Schoolpatt, ein in die Jahre gekommener drei Kilometer langer Weg, wurde kräftig saniert. Der Weg diente im 20. Jahrhundert als direkte Verbindung durch die Weiden zur Schule. Wegen der „Fluren“-Steinplatten, mit denen der Weg früher gepflastert war, nannten ihn die Anwohner im Volksmund auch Flurenpadd. Den Wunsch, diesen Weg herzurichten, hegte die Dorfbevölkerung schon seit geraumer Zeit.

Der Dorfgemeinschaftsverein um den Vorsitzenden Hans-Heinrich von Deetzen und die weiteren Vereinsvorstände merkten aber schnell, dass das nicht alleine zu stemmen war. Beim damaligen Bürgermeister Christoph Hartz fanden sie dann Gehör. Der Gemeindevertreter schob das Ganze mit an. Abgesichert wurde das Vorhaben über die Bürgerstiftung Wesermarsch, bei der auch Gelder aus dem Windpark Frieschenmoor einflossen.

Teure Angelegenheit

Umgesetzt wurde das Vorhaben vom Bauhof der Gemeinde. „Die zugewachsene Fläche wurde damals entwidmet“, sagt Bauhofleiter Alert Witting. Eine Herausforderung war der ziemlich schmale Weg, der teilweise nur zwei Meter Breite aufweist und an beiden Seiten von Wassergräben umgeben ist. Das benötigte schmale und mobile Gerät zum Bauen stellten örtliche Firmen zur Verfügung.

Für den neuen Belag lieferte eine Tiefbaufirma knapp 1000 Tonnen Füllboden. „Nachdem sich der Boden verfestigt hat, haben wir auf einem Meter Breite etwa 20 Zentimeter ausgekoffert und mit Splitt verfüllt“, erklärt Witting. Kostenpunkt 20 000 Euro. Der Weg läuft fast immer geradeaus an einigen Wegen vorbei durch die Ländereien und beginnt an der Frieschemoorer Straße in Kibitzhörne. Spaziergänger streifen auf der Route den Heideweg, Klein Zetel, Schulweg und Birkenweg. Kurz vor der Abzweigung zur Neustädter Straße stehen sie wieder an der Frieschenmoorer Straße. Für eine Rast sollen Bänke und Tische aufgestellt werden.

Autos und Pferde verboten

Zur Eröffnung überreicht der Bauhofleiter einen Kanister mit Benzin und unter dem Gelächter der Anwesenden eine Sense. Der Weg geht nun wieder in den Besitz der Dorfgemeinschaft über, die für die Unterhaltung und Pflege zuständig ist. Dazu zählt unter anderem das Mähen der Vegetation am Rand des Weges. Die Route ist nur für Spaziergänger und den Fahrradverkehr gedacht. Das macht ein großes Verbotsschild am Beginn des Weges deutlich. Keine Autos und auch der Ausritt mit Pferden ist hier verboten.

„Es stand eine lange Vorarbeit an. Wir bedanken uns beim Bauhof, der Stiftung und der Dorfgemeinschaft“, sagt Bürgermeister Sascha Stolorz. Der stellvertretende Landrat Dieter Kohlmann hat die neue Strecke sogar schon mit dem Fahrrad getestet. „Ein toller Fahrradweg. Das bringt auch den Tourismus voran“, sagt er. Im kommenden Sommer soll es eine Feier mit der Bevölkerung zu dem schmucken Radweg geben.


 

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