Großer Ansturm auf Pewsums Udo-Solick-Bad

Artikel vom 16.11.2022

Peter Saathoff

Ein volles Udo-Solick-Bad und drei zufriedene Betreuerinnen: (v. l.) Kerstin Beekhuis, Linda Wolthoff de Vries und ihre Tochter Dana Wolthoff de Vries. Bild: Saathoff

Das Pewsumer Udo-Solick-Bad ist nach langer Sanierungszeit endlich wieder geöffnet. Am ersten Samstag kamen über 30 Besucher, eine Woche später wurden es noch deutlich mehr.

Jochen Risto kommt aus dem Strahlen kaum heraus. Es ist erst der zweite Samstag, den das Pewsumer Udo-Solick-Bad nach seiner fast zweijährigen Sanierungspause wieder geöffnet hat – und der Ansturm erinnert an Hochsommerzeiten. „Es ist der Wahnsinn, was hier los ist“, sagt der Chef der Schwimmsparte vom TuS Pewsum.

Bereits am ersten Samstag seien es 36 Besucher gewesen, die das nachmittägliche Schwimmen am Samstag nutzten. Sieben Tage später hat sich die Zahl verdoppelt. Musik dröhnt aus den Boxen, es wird geplanscht, es wird getobt – und manchmal wird vom Beckenrand gesprungen. Mehr als 50 Besucher am Samstagnachmittag sind Kinder. Sie haben kostenlosen Eintritt, hatte der Rat entschieden. Bis Ende April soll diese Regelung gelten. Mindestens.

Kinderschwimmen

„Es ist so toll, das Becken wieder so voll zu sehen“, freut sich Linda Wolthoff de Vries. Sie ist quasi die „Grande Dame“ des Udo-Solick-Bads, seit 26 Jahren arbeitet sie im Team. Erst bei der Gemeinde, nachdem die den Betrieb des Bads 2008 an die Schwimmsparte des TuS Pewsum abgegeben hat, machte sie dort weiter. „Es war eine gute Idee, unser Kinderschwimmen von Montag auf Samstag zu verlegen“, findet sie angesichts des vollen Beckens. Der TuS kam damit den veränderten Freizeitgewohnheiten der Kinder, verlängerten Arbeitszeiten von Eltern und von ihrem eigenen ehrenamtlichen Aufsichtspersonal entgegen. So wie etwa bei Dana Wolthoff de Vries, der Tochter der Grande Dame, die in die Fußstapfen ihrer Mutter tritt, berufsbedingt aber auch besser am Samstag als am Montag helfen kann.

Linda Wolthoff de Vries beobachtet das Treiben im Schwimmbecken von der Aufpasserkabine aus. Hier befindet sich die Übersicht über die Musikanlage und den Hubboden. Auf mehreren Stufen lässt sich die Tiefe regulieren, von 30 über 90 auf 125 bis auf 180 Zentimetern. Aktuell befindet sich der Boden auf 125 Zentimetern. Je später der Nachmittag, desto tiefer das Wasser. Mit nichtschwimmergeeigneter Tiefe trauen sich auch Kinder ohne Seepferdchen ins Nass und paddeln munter drauflos oder werfen mit dem Spielzeug herum. „Das ist so wichtig“, sagt Wolthoff de Vries. Es baue sich Angst ab, Kinder gewännen Vertrauen zum Wasser. Wolthoff de Vries weiß, wovon sie spricht. Unzähligen Kindern hat sie Seepferdchen, Bronze und Co. abgenommen.

Lange Warteliste

Unzählige Kinder warten aktuell auch darauf, dass ihnen Seepferdchen, Bronze und Co. abgenommen werden. Über die Corona-Pandemie und die Sanierungsarbeiten habe sich eine große Liste an Kindern angesammelt, die gerne Schwimmen lernen möchten. Die Kurse seien aktuell ausgebucht, die Warteliste lang. Umso wichtiger, sagt Wolthoff de Vries, dass Kinder und auch Eltern das Nachmittagsangebot an den Samstagen weiter annähmen. Denn, selbst wenn die Kinder im dicht gedrängten Bad nicht direkt schwimmen lernten, so bauten sie eben Vertrauen zum Wasser auf.

Schwimmsparten-Leiter Risto kann das nur unterstreichen. Er ist selig, dass das Bad nun fertig ist, dass die Gemeinde die Kosten in Höhe von fast 800 000 Euro bezahlt hat, dass das Team der Ehrenamtlichen die trockene Zeit überstanden hat – und dass nun wieder so viele Kinder im Udo-Solick-Bad sind. „So muss das sein, genau so.“

Das Udo-Solick-Bad

Das Udo-Solick-Bad in Pewsum wurde 1974 eröffnet. Die letzte große Sanierung war 2008. Damals übernahm die Schwimmsparte des TuS Pewsum den Betrieb. Vorher drohte die Schließung des Bades.

Das Schwimmbad bietet drei 16,66 Meter lange Bahnen und eine verstellbare Bodenhöhe von 30 bis 180 Zentimetern.

Die Schwimmsparte des TuS Pewsum zählt rund 350 Mitglieder. Es gibt etwa 180 aktive Schwimmer und Aquaballspieler sowie 170 Teilnehmer am Frühschwimmen und an Kursen.

Im Zuge der Sanierungsarbeiten wurden in der Schwimmhalle der Bodenbelag und der Hubboden erneuert, neue Fliesen im Becken angebracht, im Keller die Beckenaußenwände erneuert, in den Umkleidekabinen neue Fliesen montiert und neue Farbe aufgetragen und im Außenbereich ein neuer Außenschacht für die Pumpenanlage montiert.


 

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