Bildung und Kultur im Grünen

Artikel vom 18.11.2022

Marlis Stein

Blick von der Waldbühne in den Zuschauerbereich: Enno Jeddeloh hat viele Ideen, welche Veranstaltungen im Jeddeloher Busch stattfinden könnten. Bild: Marlis Stein

Theater- und Musikabende, Freizeit- und Bildungsangebote für Kinder – Der Verein Jeddeloher Busch möchte sein Angebot erweitern. Dafür braucht das Wäldchen aber eine Wasser- und Stromversorgung.

Wenn Enno Jeddeloh über seine Pläne für den Jeddeloher Busch spricht, ist er kaum zu bremsen. Die Ideen sprudeln nur so aus ihm hervor, mit großen Gesten untermalt er seine Begeisterung. Theater- und Musikabende. Waldkino. ?Klassenzimmer im Grünen. Lesungen. Veranstaltung für ukrainische Kinder. So viele Möglichkeiten. Eigentlich hat der Jeddeloher Busch die besten Voraussetzungen für solche Projekte zu bieten: ein weitläufiges Gelände samt Schutzhütten, Grillplatz, Kompost-Toiletten und kleiner Waldbühne mit überdachten Sitzmöglichkeiten. Was fehlt, ist eine Wasser- und Stromversorgung.

Die möchte der Verein jetzt schaffen und bittet dabei die Gemeinde Edewecht um finanzielle Unterstützung. Der entsprechende Antrag wurde in der jüngsten Sitzung des Sport- und Kulturausschusses diskutiert – und vertagt. Das macht Enno Jeddeloh, der selbst für die SPD im Gemeinderat sitzt, ratlos. „Keiner sagt mir, warum es nicht klappt. Es erschließt sich mir einfach nicht.“

Vielfältiges Engagement

Der Verein Jeddeloher Busch engagiert sich seit vielen Jahren in der Kinder- und Jugendarbeit. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Umweltbildung. Auf dem rund vier Hektar großen Waldstück in Jeddeloh I finden auch Projekte gemeinsam unter anderem mit der Kreisvolkshochschule und dem Umweltbildungszentrum Ammerland, der Waldschule „Emotion“ aus Hude und dem Nabu Edewecht statt. Mehrere dieser Partner haben den Verein darum geben, fließend Wasser und Strom auf dem Gelände zu ermöglichen – für die Hygiene (unter Corona-Bedingungen), aber auch zum Kochen und Abwaschen.

Dem möchte der Verein gerne nachkommen. Denn es gibt weitere Punkte, die aus seiner Sicht eine Strom- und Wasserversorgung nötig machen. Dazu gehören Aufforstungs- und Waldpflegearbeiten und die Sauerstoffversorgung der Fischteiche. Aber auch Sicherheitskameras, die vor Vandalismus und Diebstahl schützen sollen. Und last but not least braucht die kleine Licht- und Tonanlage der Waldbühne Strom. Die Technik könne dann neben kulturellen auch für Bildungsangebote genutzt werden, erklärt Enno Jeddeloh, beispielsweise für Schulunterricht im Grünen. Oder für Kinoabende mit ukrainischen und deutschen Kindern. Bisher behilft sich der Verein mit einem Dieselgenerator. Eine saubere Lösung sei das allerdings nicht. Etwa 300 bis 350 Liter Diesel würde das Gerät im Jahr schlucken.

Das sagt die Politik

In der Sitzung des Sport- und Kulturausschuss betonte Sachbereichsleiter Jens Schöbel die „hervorragende Leistung“ des Vereins. Aus Sicht der Verwaltung benötige „ein funktionierendes Waldbiotop“ allerdings weder einen Strom- noch einen Wasseranschluss. Dem schloss sich Axel Hohnholz (CDU) an. Bisher habe offensichtlich ein solcher Anschluss auch nicht gefehlt.

Neben dem Schutz des Waldbiotops gehe es dem Verein gerade darum, die nächste Generation auf den Schutz solcher Flächen aufmerksam zu machen und ein Begegnungs- und Lehrrraum im Grünen zu schaffen, entgegnete Jana Schieb (SPD). Und dafür brauche es eben eine Strom- und Wasserversorgung. Sie führte auch den ökologisch bedenklichen Dieselgenerator an.

Da Detailfragen und die Option auf eine Förderung seitens des Landkreises offen blieben, sprachen sich die Ausschussmitglieder für eine Vertagung aus. Enno Jeddeloh hofft, dass spätestens in der nächsten Sitzung der Antrag bewilligt wird – und die vielen Ideen bald Wirklichkeit werden können.

Die Kosten

Der Verein Jeddeloher Busch hat mehrere Angebote eingeholt, wie teuer ein Wasser- und Stromanschluss wäre. Es kam eine Summe in Höhe von rund 31.600 Euro zusammen. Davon will der Verein einen Großteil (11.000 Euro) einsparen, indem er einen Teil der Arbeiten wie das Verlegen der Kabel in ehrenamtlicher Eigenleistung vornimmt. Zudem stehen Materialspenden und Rabatte in Aussicht. Es bleiben 8700 Euro übrig, die der Verein als Zuschuss von der Gemeinde beantragt.


 

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