Dötlinger Bäckerei schließt nach fast 100 Jahren

Artikel vom 23.01.2023

Verena Sieling

Hat geschlossen: die Landbäckerei Brockshus in Dötlingen mit dem dazugehörigen Café. Bild: Verena Sieling

Die Landbäckerei Brockshus in Dötlingen sowie das dazugehörige Café sind endgültig geschlossen: Im November verstarb der Betreiber Ulf Brockshus. Was passiert jetzt mit den Geschäftsräumen?

Das Licht ist ausgeschaltet, das aufklappbare Schild, ein sogenannter Kundenstopper, reingeholt, ein Zettel hängt an der Tür: Seit 24. Dezember sind die Landbäckerei Brockshus und das dazugehörige „Café am Ostertor“ in Dötlingen endgültig geschlossen.

„Das Brot fehlt“

Im November ist Ulf Brocks­hus nach schwerer Krankheit verstorben. Dennoch beschloss seine Frau Tanja Brockshus zunächst, das Café weiterhin zu öffnen. Ihr Mann hatte den Betrieb in dritter Generation geführt. Er war Bäckermeister, sie arbeitete im Betrieb als Bäckereifachverkäuferin. „Aber allein möchte ich nicht weitermachen“, stellt sie nun klar. Dennoch sei sie interessiert daran, eine Nachfolge zu finden – bestenfalls eine Person, die nicht nur die Bäckerei, sondern auch das Schwarzbrot-Rezept weiterführt.

Das „Dötlinger Schwarzbrot“, das in der Backstube hinter dem Café gebacken und per Hand verpackt wurde, wurde in Famila-, Edeka- sowie Combi-Märkten im Landkreis und in der Stadt Oldenburg verkauft. „Das Brot fehlt“, merkt Tanja Brockshus, würden sich doch mittlerweile Kundinnen und Kunden danach erkundigen. Im Internet bei Facebook fragt eine Nutzerin, ob eine Bäckerei das Rezept übernehmen würde. Zudem belieferten die Brockshus’ die Geschäfte mit Schinkenbrot sowie weiteren Backwaren.

Im kommenden Jahr hätte der Familienbetrieb 100-jähriges Bestehen gefeiert: Am 1. April 1923 hatte sich der Bäcker Heinrich Brockshus bei der Handwerkskammer in Oldenburg die Genehmigung zur Eröffnung einer Bäckerei geholt, am 27. Mai 1924 bezog er mit seiner Frau Gesine das Dachkämmerlein über der Backstube, ist der Chronik zu entnehmen.

Nachdem er im April 1989 in Hannover seinen Bäcker-Meisterbrief erworben hatte, übernahm Ulf Brockshus gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin am 15. Juli 1991 das Geschäft. Nach der Hochzeit wurden 1995 Tochter Michelle, 1998 Sohn Roy geboren, der ebenfalls gelernter Bäcker ist. In den darauffolgenden Jahren eröffnete das Paar zwei Filialen in Brettorf und Wildeshausen. Diese schloss das Paar aber wieder, um danach eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Bünting zu wagen: Seitdem wurden die Lebensmittelmärkte beliefert. Zur Weihnachtszeit bauten schon mal Kinder in der Backstube Lebkuchenhäuser zusammen, auf dem Weihnachtsmarkt verkaufte Familie Brockshus Berliner und Schmalzkuchen.

2017 Café umgebaut

Jetzt ist die Backstube zwar kalt: „Aber sie funktioniert noch. 2017 wurde außerdem im Café alles umgebaut“, sagt Tanja Brockshus. Soll heißen: Die Voraussetzungen für ein Weiterführen des Betriebs sind gegeben. Sie selbst zieht nun aber einen Schlussstrich.


 

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