Anschaffung gut überlegen

Artikel vom 15.02.2023

Laura Deters und Alina Budde und Wiktoria Orlowska

Wie viel Verantwortung und Aufwand ein neues Haustier mit sich bringt wird von vielen unterschätzt. Tierpflegerin im Tierheim Oldenburg Lena Hauschild erklärt, worauf es ankommt.

Bevor man sich ein Haustier zulegt, egal ob Hund, Kaninchen, Katze oder auch Vogel, müssen vielerlei Überlegungen angestellt werden: Habe ich die Zeit dafür? Wie alt könnte das Tier werden und habe ich die finanziellen Mittel es zu halten?

Jedes Tier kann sich mal verletzen oder krank werden, „Geldrücklagen für solche Behandlungen müssen auch mit einkalkuliert werden“, merkt Lena Hauschild, Tierpflegerin im Tierheim Oldenburg an.

Tiere als Geschenk

Leider kommt es immer wieder vor, dass sie vor allem zu Weihnachten oder zu Geburtstagen verschenkt werden, um so ein niedliches Geschenk zu machen. Die beschenkten Personen wissen nur oft nicht davon. Doch will man sich einen tierischen Freund anschaffen, muss man sich genau im Klaren darüber sein, auf was man sich einlässt.

„Tiere sind keine Gegenstände, da steckt Leben drin, man muss sich darum kümmern, spontane Geschenke und Tiere passen nicht zusammen“, appelliert die Tierpflegerin. Sie erinnert sich: „Die mit Abstand häufigsten Gründe, dass die geliebten Vierbeiner bei uns abgegeben werden, sind das hohe Alter oder Erkrankungen von den Besitzern.“ Es gibt aber viele verschiedene Gründe.

Jeder Tag ein Tag zu viel

Zum Beispiel aufgetretene Allergien vom Partner oder des Kindes, aber auch Umzüge in neue Wohnungen mit Tierverbot. Nach der Ankunft im Tierheim bleibt ein Hund durchschnittlich 47 Tage, eine Katze 32 Tage und Kleintiere 52 Tage, bis zur Vermittlung an einen neuen Besitzer.

„Grundsätzlich ist jeder Tag im Tierheim ein Tag zu viel“, betont Lena Hauschild. Weiterhin erzählt sie: „Um es unseren Vierbeinern zu ermöglichen, sich hier in dieser Zeit wohlzufühlen, gibt es viele Möglichkeiten, ehrenamtlich zu helfen. Das kommt nicht nur den Tieren zugute. Nein, auch für die Helfer ist es eine gute Gelegenheit, Erfahrungen zu sammeln.“

Im Tierheim helfen

Mit ehrenamtlicher Arbeit kann den 13 Mitarbeitern des Tierheims tatkräftig unter die Arme gegriffen werden. Man kann in der Tierpflege helfen, im Innenbereich saubermachen, Tierarztfahrten durchführen. Es gibt auch oft Aufgaben im Garten oder auf den kleinen Baustellen auf dem Gelände. Es können ebenfalls Praktika hier absolviert werden. Außerdem finden einmal täglich Hundespaziergänge statt und einmal die Woche gibt es einen Katzenstreichelnachmittag. Für die Praktika beträgt das Mindestalter 16 Jahre und für die ehrenamtliche Arbeit 18 Jahre.

Lena Hauschild lädt Sie ein: „Jeder, der helfen möchte, ist hier herzlich willkommen.“ Wer weiß, vielleicht lernt man dort ja den zukünftigen Partner auf vier Pfoten kennen?


 

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