Gabby erkundet die Welt |  Marrakesch – Der zweite Tag

Artikel vom 16.02.2023

Gabriele Richardt

Mein Gesicht, nachdem man mir berichtet hat wie der Plan aussieht. Wenn man ganz genau hinschaut, sieht man wie begeistert ich von diesem Plan tatsächlich bin. Bild. Privat

Die zweite Nacht hatte ich hervorragend geschlafen. Natürlich hatten mich die Gebetsgesänge wieder komplett aus dem Schlaf gerissen, jedoch konnte ich wieder einschlafen. Fantastisch. Der zweite Tag in dieser Stadt würde mir besser gelingen, dachte ich mir. So oft wie wir uns verlaufen hatten, kannte ich nun jede Gasse auswendig. Es kann nichts schief gehen. Hatte ich schon erwähnt, dass ich sehr oft falsch lag?

Diesmal waren wir geübter im Aufstehen, es gab keinerlei komische Situation, wann wer rausgeht, sondern es lief alles reibungslos. Als Präventionsmaßnahme ließ ich sogar das Make-up weg, in der Hoffnung, dass ich nicht ständig von allen möglichen Menschen angesprochen werde. Bei dem Satz könnte man auch meinen, ich wäre berühmt, aber ihr wisst, wie ich das meine. Da sich das Wetter in den Gassen nicht so richtig erahnen lässt, bin ich zum Wetter-Check erstmal auf die Dachterrasse. Ich werde nicht müde zu sagen, dass in Marrakesch eine Behörde für einheitliche Treppenstufen fehlt. Gut, dass die Treppen Geländer haben. Entweder falle ich die Treppen rauf oder ich segele sie hochkant runter. Das Treppensteigen hat demnach auch meine maximale Konzentrations- und Aufmerksamkeitsspanne. Das könnt ihr euch sicherlich vorstellen. Als ich die Dachterrasse erklommen hatte, konnten meine Augen von dieser Wahnsinnsaussicht gar nicht genug kriegen. Es war strahlend blauer Himmel und die Sonne schien. Man konnte bis in die Berge schauen. Das war unglaublich. Allerdings ist einem auf der Dachterrasse auch die Armut aufgefallen. Nicht jede Dachterrasse war so schön wie unsere. Einige Riads waren auch nicht mehr vollständig. So toll ich die Aussicht auch fand, das hat mich berührt.

Nachdem ich mich an der Aussicht satt gesehen hatte und ich mir sicher war, dass ich das richtige Outfit ausgewählt hatte, ging es runter zum Frühstück. Es gab wieder fantastischen Kaffee, frisch gepressten Apfelsaft, Crêpes aus Ei, meine heißgeliebte Amlou-Creme und all die Dinge, die es am Vortag auch schon gab. Herrlich. Ich war guter Dinge. Wie gesagt, ich hatte wirklich das Gefühl, dass ab jetzt nichts mehr schief gehen würde. Schließlich muss das Kontingent an Pech ja auch mal aufgebraucht sein. Nachdem ich meinen Rucksack neu gepackt und sortiert hatte und ich diesmal auch Wasser eingepackt hatte, weil ich am Tag zuvor fast verdurstet bin, ging es los. Zum zweiten Mal raus aus dem für mich sichersten Ort der Stadt. Ab ins Getümmel. Diesmal allerdings nicht Richtung Markt, sondern Richtung Neustadt. Auch hier hilft es wirklich, wenn man Karten lesen kann, denn wir waren mal wieder komplett woanders abgebogen und waren wieder an Orten, an denen sich kein Tourist befindet. Meine Angst vor den Berbern war wieder da und ich dachte mir, ich habe ein Deja Vue. Diesmal nicht mit mir! Ich habe die Karte gefordert. Mit erhobenem Haupt draufgeschaut, um meinem Gegenüber vernichtend vorzuwerfen wie viele Gehirnzellen es erfordert eine Karte zu lesen. Tja… Hochmut kommt vor dem Fall oder wie heißt es so schön? Ich habe das Problem an der Karte erkannt oder vielmehr an Marrakesch und der Karte. Die Straßen haben keine Namen. Die großen Straßen schon, aber woher will ich wissen, wo ich bin, wenn ich nicht mal weiß, wie die Straße heißt, in der ich stehe? Ja, was soll ich sagen, ab dem Moment war mir alles egal. Und zwar ernsthaft. Ich dachte mir halt, ja gut irgendwie kommen wir schon wieder raus und wenn ich mich durchfragen muss. Gedacht, getan. Wie bereits erwähnt, sprechen die meisten Einheimischen Französisch und wir kein einziges Wort. Deshalb hat die Kommunikation mehr mittels der Karte und den Händen stattgefunden. Das wir Englisch gesprochen und die Marokkaner Französisch gesprochen haben, war Nebensache, schließlich haben wir uns eh nicht verstanden. Also eigentlich hätten wir auch keinen einzigen Wortlaut von uns geben müssen, wäre auf das Gleiche rausgekommen. Zwei Marokkaner haben uns also mühselig versucht zu erklären, wie wir dahin kommen und wir haben versucht uns den Weg zu merken. Das Einzige, was sich zum Vortag unterschied war die Umgebung. Wir waren nämlich in die Gegend der Handwerker gekommen und auch das war ziemlich beeindruckend. Es wurden in den Gassen Fahrräder repariert, Möbel produziert und Zäune gebaut. Es wurde neben Zapfsäulen gehämmert und geschweißt. (Ironie an) Da wird Sicherheit noch großgeschrieben (Ironie aus). Irgendwann hatten wir es aus den Gassen rausgeschafft und sind an einer riesigen Parkanlage entlanggelaufen. Der Weg kam mir ewig lang vor. Kennt ihr das Gefühl, dass Wege unendlich sind, wenn man eigentlich gar nicht weiß, wann dieser Weg endet. Es war ja kein Spaziergang, in dem kein Ziel vorgesehen war, sondern wir wollten in die Neustadt. Nachdem wir die ganze Parkanlage umrundet hatten, hatten wir es geschafft. Noch einmal kurz bei einem Einheimischen nachgefragt, um sicherzugehen, dass wir richtig waren, und dann ging es raus. Raus aus der Medina. Es fühlte sich so an, als ob wir außerhalb der Tore Freiwild wären. Ab gings. Schließlich mussten wir meinen Kollegen für den Halbmarathon anmelden. Bis hierhin hielt ich mich wacker, hatte ich das Gefühl. Doch bei der ersten Kreuzung war dann meine Unsicherheit wieder da. Es gibt keine Fußgängerampeln. Sondern lediglich die Ampeln für die Autos und wenn die Autos stehen, darfst du gehen. Eigentlich ganz einfach. Im ersten Moment habe ich die Fußgängerampel aber sehnsüchtig gesucht. Nach der ganzen Aufregung gab es dann doch erstmal ein Café au Lait. Beim Beobachten der Leute ist mir dann aufgefallen, dass ich nicht alleine so blöd bin, was die Fußgängerampel angeht. Eine junge Frau ist einfach losgelaufen, obwohl die Autos gerade grün hatten. Das Hupkonzert war groß und die Autofahrer dachten sich wahrscheinlich auch, dass die Dame Todessehnsucht hat. Zu eurer Beruhigung: Es ist alles gut gegangen, allerdings haben ihre Freunde ihre Todessehnsucht nicht so gefühlt und sind erst losgelaufen, als die Autos standen.

Als der Kaffee auf war ging es weiter. Keine Ahnung, wo wir überall langgelaufen sind, aber es war alles sehr beeindruckend. Ganz anders als in der Medina. Viel moderner. Selbst der Fußboden hat mich beeindruckt.  Nach einiger Zeit hatten wir es dann zum Checkpoint für die Anmeldung des Halbmarathons geschafft. Ich kann euch sagen, da war eine Menge los. Jede Menge Europäer waren da. Der Marathon scheint bei Läufern ein Ding zu sein. Als meine Begleitung sich dann an die Schlange für die Anmeldung angestellt hatte, der nächste Schock. Der Halbmarathon ist von 07.45 Uhr auf 09.45 Uhr verschoben worden. Damit ging der Zeitplan nicht mehr auf. Denn der ursprüngliche Plan war, dass meine Begleitung um 07.45 Uhr den Halbmarathon läuft, anschließend ins Riad kommt, duscht, seine Sachen packt und wir entspannt zum Flughafen können. Ich war der Meinung, dass meine Begleitung den Halbmarathon nicht läuft. Da war ich aber sowas von schief gewickelt. Der Plan wurde umgeworfen. Der Plan war nun wie folgt: 09:45 Uhr Halbmarathon laufen, 12.00 Uhr mit Halbmarathon durch, Taxi sammelt ihn mit mir und den ganzen Sachen an einer bestimmten Stelle ein und dann geht’s zum Flughafen. Meine Begleitperson macht sich am Flughafen frisch und wir können entspannt in den Flieger steigen.

Als mir der Plan eröffnet wurde, hätte ich ihn schon das erste Mal sehr gerne umgebracht. Ich dachte mir das ist ein Scherz. Als ich gemerkt habe, dass dies kein Scherz ist und er das mit dem Butler und unserem Gastgeber aus dem Riad klären will, dachte ich mir noch: ach der überlegt sich das sicherlich noch anders. Schließlich war das Risiko viel zu groß den Flug zu verpassen. Nicht nur für ihn, sondern auch für mich. Das macht der nicht. Zu dem Zeitpunkt war ich noch nicht besorgt.

Nachdem meine Begleitperson sich für den Halbmarathon angemeldet hatte, ging es weiter sich die Neustadt anschauen. Natürlich wollte ich auch wissen, wie teuer Kleidung ist, deshalb habe ich mich direkt in ein Geschäft begeben. Keine Sorge Leute, die Preise sind ungefähr die gleichen wie hier. Anschließend waren wir dann noch in einem angesagten Café Kaffee trinken und haben die Sonne genossen, denn als die draußen war, hatte die auch wirklich Kraft. Ich war sogar kurz am überlegen, ob ich meinen Pullover ausziehe, habe mich allerdings aus Rücksicht umentschieden, denn das, was ich drunter hatte, konnte ich nicht zeigen… Frauen kennen dieses Problem… weißes Oberteil, dunkles Unterteil… Pech für mich. Nach einer Weile ging es dann weiter. Ich wollte schließlich noch Briefmarken für meine Postkarten haben. Das gestaltete sich schwieriger als gedacht, denn anscheinend benötigt dort keiner Briefmarken oder man geht direkt zum Postamt. Das hatte allerdings zu. Also sind wir von Kiosk zu Kiosk. Zwischendurch wollten wir noch zum Jardin Majorelle, weil der Garten so schön sein soll, allerdings ging die Schlange zum Reinkommen bis zur Hauptstraße, ganz zu schweigen von der Schlange für den Kauf der Tickets. Also Tipp meinerseits: Kauft die online schon vorher oder seid wirklich früh da. Also weiter Briefmarken auftreiben. Nachdem die Kioske (ich musste die Pluralform von Kiosk tatsächlich googlen) alle keine Briefmarken hatten, versuchten wir es bei unterschiedlichen Hotels. Keine Chance. Also traten wir den Rückweg an. Dort ist uns ein kleiner Laden begegnet, der Postkarten hatte. Ich dachte mir, eine allerletzte Chance, sonst gebe ich auf und jeder kriegt seine Postkarte von mir persönlich. Nützt ja nichts. Der Ladenbesitzer hat uns freundlich begrüßt und ich habe ihn nach Briefmarken gefragt. Er hat mir zwei Briefmarken hingelegt und hatte gehofft, dass das reicht. Ich schaute ihn etwas mitleidig an und meinte ich brauche 14 Stück. Zwei reichen nicht. Er war richtig schockiert und hat mehrfach nachgefragt, ob ich wirklich 14 benötigen würde. Ich zückte meine Postkarten legte ihm die auf den Tisch und meinte, ne sogar eine mehr, muss noch eine Postkarte schreiben. Ich dachte der kippt mir direkt am Tresen um. Anscheinend hat noch niemals jemand zuvor so viele Postkarten gebraucht. Ich ließ mich von meinem Vorhaben jedoch nicht abbringen und er stieg drauf ein. Er meinte, dass er jemanden anrufen würde, der die Briefmarken vorbeibringen würde. Die Person wäre in ca. 10 Minuten da. Ich könnte ja kurz warten. Sagen wir es mal so. Andere Länder andere Sitten. 10 Minuten in Deutschland sind entweder wirklich 10 Minuten oder sogar noch schneller. In Marokko sind 10 Minuten eine Ewigkeit. Wir warteten und warteten. So langsam musste ich mal auf die Toilette. Kutschen und Autos fuhren an uns vorbei und Rollerfahrer ohne Helm wurden von der Polizei herausgezogen. Mittlerweile eine ¾ Stunde um. Ich hatte keine Lust mehr. Also wieder in den Laden rein. Der Ladenbesitzer wollte mich noch weiter vertrösten. Da ich wirklich keine Lust mehr hatte und die Blase mich auch so langsam in die Knie bezwungen hatte, bot ich ihm Geld an. Er sollte mir einen Preis nennen dafür, dass die Briefmarken organisiert, die Briefmarken beklebt und diese dann in den Postkasten wirft. Er willigte ein. Ich sage nicht, was ich bezahlt habe, weil ich das gerade umgerechnet habe und fast vom Stuhl gefallen bin. Der hat mich abgezockt und einige Postkarten scheinen auf einem Esel oder Kamel stecken geblieben zu sein.

Weiter in der Geschichte. Nachdem das geregelt war, ging es zurück in die Medina. Der Eingang war fließend zur Neustadt. Wir waren direkt am Markt. Diesmal hatte ich es sogar ohne Sprachverlust an den Schlangen vorbei geschafft. Und zu unserer großen Verwunderung haben wir es auf eine der begehrten Dachterrassen am Markt geschafft. Fantastisch. Das Wetter war gut, die Aussicht toll, was wollte man mehr? Nachdem wir das Treiben auf dem Platz von oben beobachtet hatten, ging es zurück ins Riad. Nach so einem Tag muss man sich zwischendurch einfach mal frisch machen, abgesehen davon mussten wir ja noch die Abreise klären. Bevor wir jedoch mit dem Butler und dem Gastgeber sprechen wollten, wollten wir noch eben den Check-in bei der Fluggesellschaft machen. Auch da habe ich wieder einiges gelernt. Der Flughafen in Marrakesch hat keinen Online Check-in, sondern man muss ein ausgedruckten Boardingpass vorlegen und das Check-in vor Ort machen. Das läuft ja, rückwärts und bergab, aber läuft, dachte ich. Wo krieg ich denn jetzt einen Drucker her? Ich habe mir selbst Mut zugeredet und dachte mir, im Zweifelsfall lass ich das Ding direkt am Flughafen ausdrucken, koste es was es wolle. Und wenn alles schief geht, rufe ich die Botschaft an. Shit, die haben erst Montag wieder auf. Dann dachte ich mir, ich laufe zur Not zur Botschaft. Ich natürlich gegooglet wo das Konsulat ist. Ja, ich glaube da bin ich lange unterwegs, wenn ich laufe. Die Botschaft ist in Rabat und mit dem Auto 3 ½ Stunden entfernt. Und dann dachte ich mir… wir sind bestimmt nicht die ersten die das mit dem Ticket verpeilt haben. Ich frage mal unseren Gastgeber. Jackpot! Er hat einen Drucker. Er meinte, klar hat er den. Ich dachte mir nur so, so klar ist das nicht, ich habe keinen Drucker zu Hause. Ich mache alles online. Aber wahrscheinlich braucht er den für seine eigenen Tickets und demnach hat er den selbstverständlich. Wir waren auf jeden Fall dankbar und hatten eine große Sorge weniger. Nun die nächste Bitte. So langsam wurde mir das unangenehm. Wie viele Bitten können zwei Europäer schließlich haben? Wir dem Gastgeber und Rachid (der Butler) die Sachlage erklärt. Großes Staunen und viel herum Telefoniererei. Das war uns aber klar. Es hat wirklich lange gedauert, bis der Plan vollständig eingefädelt wurde. Der Plan zum Schluss sah im Detail wie folgt aus:

Einen Abend zuvor: Meine Begleitperson packt die Sachen schon so weit, dass ich nur noch Kleinigkeiten einpacken muss.

06:30 Uhr morgen: Meine Begleitperson macht sich fertig für den Halbmarathon.

07:10 Uhr: Meine Begleitperson lässt sich vom Taxi zum Halbmarathon bringen.

07:45 Uhr: Meine Begleitperson läuft den Halbmarathon bis 12:15 Uhr.

08:30 Uhr: Ich stehe auf und mache mich fertig.

09:15 Uhr: Ich frühstücke und entspanne mich noch ein wenig.

10:30 Uhr: Ich packe die restlichen Sachen so weit ein, dass alles dabei ist, alles zu finden ist und keine Fragen aufkommen.

11:45 Uhr: Rachid ruft den Taxifahrer an.

12:00 Uhr: Ich steige beim Taxifahrer ein und Abfahrt.

12:30 Uhr: Wir sacken meine Begleitperson am Treffpunkt ein.

Wichtig für den vierten Teil: Der Treffpunkt ist nicht am Hotel, sondern auf der anderen Seite am Park. Am Hotel ist es viel zu voll, da ist der Verkehr zu schwergängig und man kommt nicht gut durch, außerdem ist da jede Menge Polizei, weshalb anhalten schwierig sein wird.

12:50 Uhr: Sind wir beim Flughafen.

13:00 Uhr: Meine Begleitperson kann sich noch umziehen und waschen (fragt nicht, ja auf der öffentlichen Toilette)

13:15 Uhr: Einchecken.

15:00 Uhr: Abflug nach Deutschland

Leben ist schön.

 

Das war der Plan. Klang gut, ich wusste jedoch schon vorher, dass Pläne meist nicht zwingend unbedingt klappen. Ich war zwar nicht hoch auf begeistert, hab mich bei der Planung allerdings schon wie ein Kunstraub-Dieb á la Oceans Eleven gefühlt, muss ich ja zugeben. Komischerweise war ich zu diesem Zeitpunkt auch weder nervös oder aufgeregt. Vielleicht hätte ich das mal sein sollen.

Bis es jedoch so weit war, ging es erstmal wieder auf den Markt. Diesmal wussten wir, wo wir lang mussten, und waren innerhalb von 10 Minuten dort. Ebenfalls waren wir am selben Stand Essen. Schließlich hatte es uns so gut gefallen. Bevor wir da ankamen, mussten wir jedoch noch zwei Händlern von anderen Ständen abwimmeln und einer von den beiden hat uns das Versprechen abgerungen, dass wir am nächsten Tag wiederkommen. Mich plagt bis jetzt das schlechte Gewissen, dass wir es nicht sind. Oh man. Ich hoffe, der kann sich nicht an uns erinnern. An dem Abend habe ich nicht den Fehler gemacht und Couscous mit Hähnchen bestellt, sondern ohne. War ebenfalls sehr lecker. Neben uns saßen Deutsche. Mit denen haben wir uns dann ausgetauscht. Das war sehr schön. Dadurch, dass man an großen Tischen mit Bänken sitzt, kommt man direkt mit anderen Leuten ins Gespräch. Insbesondere war ein Thema, dass meine Begleitperson und ich zwei unterschiedliche Realitäten leben. Ich als europäische Frau und er als europäischer Mann und dann noch grundsätzlich als zwei unterschiedliche Menschen. Das Thema macht ein Fass auf, werdet ihr ebenfalls feststellen, wenn ihr mal darüber sprecht. Wir mussten abbrechen. Stattdessen hat mein Tischnachbar mit einem Händler wegen eines Bildes gefeilscht und wir haben uns von den umherlaufenden Pâtisserien Nachtisch gegönnt. Nachdem wir durch waren, ging es wieder zurück ins Riad und ich versank in einen tiefen und festen Schlaf. Mein letzter Gedanke war, dass ich hoffte, dass am nächsten Tag alles glatt laufen würde.

 

Abschließend zum dritten Teil ist zu sagen, dass er gefühlt weniger aufwühlend war als der vorherige. Dies lag wahrscheinlich aber wohl eher daran, dass ich Kummer schon gewohnt war. 


 

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