Lichternacht entfaltet in Regenpausen ihr wahres Potenzial

Artikel vom 18.07.2023

Rudi Lange  

Illuminierte Stelzenläufer: Sie waren ein Blickfang bei der Lichternacht am Samstagabend im Kurpark in Bad Zwischenahn. Bild: Piet Meyer

Immer wieder schüttete es am Samstagabend in Bad Zwischenahn und nahm der Lichternacht im Kurpark ein wenig ihres Glanzes. Viele Zuschauer harrten trotzdem aus und erlebten einen tollen Abend.

Leider sollte die schlechte Wetterprognose für den Samstagabend eintreffen: Petrus schickte ergiebige Regengüsse über das Zwischenahner Meer, dadurch verlor die „Lichternacht im Kurpark“ schon früh einen Teil ihres sonstigen Zaubers. „Schade! Ausgerechnet heute! Muss es denn jetzt wirklich regnen?“, waren spontane Kommentare der Besucher. Diese hatten es sich teilweise schon auf den Wiesen mit Campingstühlen und Picknickdecken gemütlich gemacht. Jetzt mussten sie unter die Vordächer der Getränkestände, Sonnenschirme oder in den Lesesaal der Wandelhalle flüchten. Dort kam es im engen Beisammensein zu spontanen Begegnungen und Gesprächen, die auch einen besonderen Charme entfalteten.

Stelzenläufer ein Blickfang

In den erfreulichen Regenpausen konnte die „Lichternacht“ jedoch ihr wahres Potenzial schnell wieder entfalten. Angeführt von den unermüdlich durch den Park staksenden zwei Stelzenläufern, die in ihrer futuristischen Kostümierung ein steter Blickfang waren. Staunend wurde ihre Fähigkeit zur Balance bewundert und als sie dann ihr Gewand auch noch illuminiert hatten, waren alle Handy-Kameras auf sie gerichtet.

Bewundert wurden ebenfalls die Ausdauer und die Vielfalt des Repertoires der in Akustikbesetzung angetretenen Band „Café du Soul“, die es bis weit in die Nacht hinein schaffte, die Zuhörer mit ihrer Soul, Pop & Latin Musik nicht nur gut zu unterhalten, sondern auch erfreulich zahlreich zum Tanzen zu animieren.

Fackelschwimmer im Meer

Punkt 22 Uhr kam der erste große Höhepunkt zur Durchführung: Angeführt von Tim Jensch, dem 1. Vorsitzenden der DLRG Zwischenahn, ließen sich rund 100 Fackelschwimmer vor dem alten Kurhaus ins Wasser gleiten, um eine einstudierte Choreografie vor den dicht an dicht am Ufer stehenden Gästen schwimmend zu präsentieren. „Uns sind bei dem großen Zuspruch leider die Fackeln ausgegangen. Viele Schwimmer aus anderen DLRG-Ortsgruppen sind mit am Start. Es ist ein großes Familienfest der Wasserretter“, berichteten Jan und Mathias aus der Ortsgruppe Zwischenahn.

Zusammen mit dem teils martialischen Wolkenbild, den sich im dunklen Wasser des Meeres spiegelnden Fackeln und den Bewegungen der Schwimmenden, ergab sich eine imposante, bewegende Stimmung. Dieser konnte sich auch Gitta Nienaber aus Colnrade nicht entziehen, die in einer Fünfergruppe unterwegs war: „Wir haben erst auf der Meile gut gegessen und genießen jetzt das Fest. Ich bewundere den Mut der Schwimmer. Ich hätte Angst zu ertrinken. Die Szene wirkt auf mich stark mystisch und löst Emotionen aus.“

Feuershow vom Feinsten

Um 23 Uhr folgte ein weiteres Highlight der Veranstaltung: Sechs Aktive der Gruppe „Devilsfire“ aus Ritterhude boten eine Feuershow vom Feinsten dar. Die Kombination der mannigfaltigen Feuertools und der Performance, unterstützt durch dynamische Choreografien und dazu passender Musik, entlockte den Zuschauern so manche Ahs und Ohs des Erstaunens. So bleibt zu hoffen, dass der Wettergott der Touristik Zwischenahn im nächsten Jahr wieder hold ist, denn das Format der „Lichternacht“ ist absolut ansprechend.


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