Wie sich die Oberschule Ganderkesee Schule für medizinische Notfälle rüstet

Artikel vom 15.02.2024

Fabian Steffens

Präsentieren den neuen Defibrillator an der Oberschule Ganderkesee (von links): Mustafa Zein (Nachhilfeschule „Eazy Learning“, vertretend für die Sponsoren), Oliver Graczyk (Hausmeister), Mit-Sponsorin Renate Drieling (Jeansscheune) und Ingo Voss (Schulleiter). Bild: Fabian Steffens 

An der Oberschule Ganderkesee wurde ein neuer Defibrillator installiert. Das Gerät spricht und handelt teilweise eigenständig. So soll der Defibrillator in der Schule Leben retten.

Ganderkesee - Bei Reanimationen wegen einer Herzrhythmusstörung ist schnelle Hilfe überlebenswichtig. Um schon vor dem Eintreffen eines Notarztes helfen zu können, wurde nun an der Oberschule Ganderkesee ein Defibrillator installiert. Das Gerät gibt Sprachbefehle und soll so die Nutzung auch durch Laien ermöglichen. „Das Schöne an diesem Gerät ist, dass es jeder nutzen kann“, sagt Schulleiter Ingo Voss. Das bestätigt auch Patrick Zabrodsky, Leiter der Malteser Rettungswache in Ganderkesee: „So ein Gerät sagt genau, was man machen muss.“ Eine falsche Anwendung eines automatisierten externen Defibrillatoren (AED), so der Fachbegriff, soll praktisch ausgeschlossen sein.

Anleitung für AED

Nach dem Einschlagen eines Sicherheitsglases kann das Gerät herausgenommen werden. Schritt für Schritt führen die Sprachbefehle durch die Reanimation, eine schriftliche Anleitung gibt es zudem in mehreren Sprachen. Vor dem Stromschock kontrolliert das Gerät über die beiden am Körper angebrachten Elektroden-Aufkleber die Herzfrequenz und Atmung. Erst-Helfer brauchen damit keine Angst vor falschen Stromstößen zu haben. Hausmeister Oliver Gracyk präsentierte am Montag einige Möglichkeiten des neuen Geräts. „Man kann sich die Sprachbefehle auch immer wieder neu anhören, wenn es einem zu schnell ging“, sagt Gracyk, sichtlich begeistert von dem kleinen Lebensretter.

Öffentlich Zugänglich

Die Installation des Defibrillators in der Mensa der Oberschule Ganderkesee freut den Schulleiter, da die Gefahren von Herzerkrankungen bei Jugendlichen oft unterschätzt werden. „Es ist fatal, dass viele Menschen bei diesem Thema nur an ältere Menschen denken“, sagt er. Mögliche Krankheiten sind bei Jugendlichen oft noch nicht erkannt, auch kann Sport immer wieder ein Risiko mit sich bringen. Bereits seit einigen Jahren gibt es deshalb in der Sporthalle einen Defibrillator, das neue Gerät in der Mensa ist aber leichter zugänglich.

Während des Schulbetriebs können alle den Eingangsbereich der Mensa betreten, es muss nicht erst die Sporthalle aufgeschlossen werden. Die Mensa wird neben der Oberschule auch vom Gymnasium Ganderkesee genutzt. Außerdem dient die Mensa abends als Veranstaltungsort, unter anderem für die regioVHS Ganderkesee-Hude. „Es benutzen viele Menschen diesen Ort und allen kann der neue Defibrillator helfen“, sagt Voss. Finanziert wurde das Gerät von mehreren lokalen Unternehmen.

112 anrufen

Bei möglichen Anwendungen verweist der Schulleiter an die Sanitäts–AG der Schule. Angeleitet vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) leisten 13 Schüler freiwillige Sanitätsdienste in den großen Pausen und können bei Notfällen in der Schule als Erstes helfen.

Solche öffentlichen Defibrillatoren wie an der Oberschule hängen seit einigen Jahren an vielen öffentlichen Stellen, auch in der Gemeinde Ganderkesee. „Bei einem Notfall sollen die Menschen immer die 112 anrufen“, sagt Hauke Gruhn, Pressesprecher der Gemeinde. „Dort bekommen sie klare Anweisungen, die Leitstelle hat auch eine Liste mit allen öffentlichen Defibrillatoren.“

So funktioniert ein Defibrillator

Ein Defibrillator kann Kammerflimmern durch kurze Stromstöße behandeln. Beim Kammerflimmern zieht sich der Herzmuskel noch zusammen, aber schnell und unkoordiniert.

Wenn das Herz still steht, gibt der Defibrillator Sprachanweisungen für eine Herzdruckmassage.

Die Elektroden müssen zur Erkennung dafür unter dem rechten Schlüsselbein und an der linken Brustkorbseite unterhalb der Achselhöhle angebracht werden.

Die Anweisungen zum Anbringen der Elektroden und das weitere Vorgehen erklärt das Gerät durch Sprachanweisungen oder ein Mitarbeiter der Notrufnummer 112.


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