Fischtown Pinguins Bremerhaven starten furios ins Playoff-Finale

Artikel vom 18.04.2024

Niklas Benter

Die Fischtown Pinguins haben es ins Finale geschafft. Bild: Symbolbild /  Tony Schnagl / Pexel

Was ein Start ins Playoff-Finale! Die Fischtown Pinguins aus Bremerhaven bezwingen Favorit Eisbären Berlin – und setzen in der Serie das erste Ausrufezeichen.

Bremerhaven - Das Märchen von der Weser geht weiter: Die Fischtown Pinguins aus Bremerhaven haben das erste Spiel der Finalserie um die deutsche Meisterschaft sensationell gewonnen. Der Club, der zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte in einem Playoff-Endspiel der Deutschen Eishockey Liga (DEL) steht, setzte sich am Mittwochabend in der heimischen Eisarena in einem hockarätigen Duell gegen die Eisbären Berlin mit 4:2 (2:2, 2:0, 0:0) durch. Das nächste Spiel steht bereits an diesem Freitag (19 Uhr) in der Haupstadt an. In der Best-of-Seven-Serie sind vier Siege nötig, um die begehrte Trophäe zu gewinnen.

Santiano sorgt für Gänsehaut

Vor der Partie heizte „Santiano“ den 4639 Zuschauern in der ausverkauften Eisarena schon einmal ordentlich ein. Das Lied „Hoch im Norden“ der Band ist so etwas wie die inoffizielle Hymne des Clubs un sorgte für den ersten Gänsehautmoment des Abends. Anschließend erklang traditionell die deutsche Nationalhymne. Das übernahm ein Quintett des Marinemusikkorps Ostsee.

Furioses erstes Drittel

Die Bremerhavener hatten die Hauptrunde als Erster vor den Berlinern abgeschlossen und auch drei der vier Partien gegen den Hauptstadtclub gewonnen – dennoch gingen die Eisbären als klarer Favorit in dieses erste Final-Duell. In Ziga Jeglic, Phillip Bruggisser und Nicholas Jensen haben drei Spieler der Pinguins zusammen 14 Finalspiele absolviert. Bei den Berlinern sind es gleich 16 Profis, die zusammen 101 Endspiele gespielt haben. Dazu holte Berlin seit 2005 neun Meisterschaften – zuletzt 2021. Kein Wunder also, dass der Berliner Rekordmeister weniger nervös in die Begegnungen startete.

Denn die Gäste starteten mit einem Blitztor in dieses erste Finalspiel. Nach nicht einmal einer Minute gingen die Berliner durch Zachary Boychuk mit 1:0 in Führung. In der sechsten Minute erhöhte Leonhard Pföderl dann auf 2:0. Es sah nach einer klaren Angelgenheiten für den Favoriten aus. Doch nach der anfänglichen Nervosität fanden die Gastgeber immer besser ins Spiel.

Nach einigen guten Chancen für die Popiesch-Schützlinge, brachte Lukas Kälble (12. Minute) die Eisarena schließlich das erste Mal zum Beben. Und eine Minute später rasteten die Fans der Pinguins erneut aus. Ross Mauermann traf zum 2:2 für die Hausherren. Ab jetzt war es eine Finale auf Augenhöhe. In den letzten zwei Minuten des ersten Drittels agierten die Fischtowns nach einer Strafzeit für die Berliner aus dem Powerplay heraus und schnürten die Gäste im eigenen Drittel ein – ein Tor sprang allerdings nicht aus diesem zweiminutügen Überzahlspiel heraus. Und so gingen beiden Teams mit einem Unentschieden in die erste Drittelpause.

Bremerhavener Doppelschlag

Nach Wiederanpfiff drängten die Berliner auf die Führung. Bremerhaven verteidigte mit Mann und Maus das Remis. Entlastungsangriffe der Gastgeber verpufften sofort. Doch das Popiesch-Team überstand diese Druckphase der Eisbären unbeschadet – und war dann selbst eiskalt vor dem Tor. Der Puck rauschte einmal quer am Berliner Tor vorbei und fand dort Jeglic, der überlegt auf Miha Verlic rüberlegte. Dieser musste die Scheibe nur noch ins leere Tor einschieben (30.). Angepeitscht von den eigenen Fans drückten die Bremerhavener weiter aufs Tempo. Das wurde belohnt. Alexander Friesen (36.) brachte die Gastgeber nach Vorlage von Mauermann mit 4:2 in Führung. Mit diesem Vorsprung gingen die Pinguins auch ins Schlussdrittel.

Harmlose Eisbären

Die Eisbären starteten ins letzte Drittel mit einem Powerplay. Doch die Pinguins verteidigten diese zweiminütige Unterzahlsituation mit fünf Mann konsequent weg. In der Folge rannten beide Teams an, ohne klare Tormöglichkeiten herauszuspielen. Die Pinguins tauchten noch ab und an gefährlich vor dem Tor auf, machten aber auch nicht mehr als nötig. Von den Berlinern kam letztlich zu wenig, um den Bremerhavener Heimsieg noch zu gefährden. An diesem Freitag können die Pinguins mit einem Erfolg auf 2:0 in der Serie erhöhen.


 

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