Auszubildende treten gegeneinander an

Artikel vom 20.06.2023

Wolfgang Alexander Meyer

Haben am Leistungswettbewerb der Tischler-Innung Ammerland teilgenommen (von links): die Auszubildenden Matthis Gehrke und Luisa Schäfer Bild: Wolfgang Alexander Meyer

Um die Ausbildungsqualität zu steigern, hat die Tischler-Innung Ammerland am Wochenende einen Leistungswettbewerb veranstaltet. Das Ziel war, herauszufinden, wo Azubis sich noch verbessern können.

Rostrup - Gut ausgebildeter Nachwuchs fehlt momentan in beinahe allen Berufszweigen. Insbesondere das Handwerk ist seit Jahren vom Fachkräftemangel betroffen. Doch damit will sich die Tischler-Innung Ammerland nicht zufrieden geben und hat am vergangenen Wochenende erstmalig einen Leistungs-Wettbewerb für angehende Gesellen veranstaltet, um die Qualität der Ausbildung zu verbessern.

Insgesamt 14 Auszubildende haben am Freitag und Samstag in der Werkstatt der Berufsbildenden Schulen in Rostrup (BBS) daran teilgenommen und einen Medikamentenschrank gebaut. Das Ziel der Aktion: „Wir wollen unseren Nachwuchs besser auf ihre Abschlussprüfungen Ende Juli vorbereiten“, berichtet Bernd Ahlers, der die Möbeltischlerei Ahlers in Edewecht betreibt, zum Prüfungsausschuss der Innung gehört und die Veranstaltung mitorganisiert hat.

Der Wettbewerb

Denn durch den Wettbewerb, der der Abschlussprüfung ähnelt und an dem alle Ammerländer Tischler-Azubis aus dem letzten Lehrjahr teilnehmen, sei es möglich, die eigenen Stärken und Schwächen zu bestimmen. „Wer weiß, wo er oder sie steht, kann sich gezielt vorbereiten und in der entscheidenden Prüfung ein besseres Ergebnis schaffen“, erklärt Ahlers den Hintergrund des Leistungswettbewerbes.

Entstanden ist die Idee dazu während der Deutschen Meisterschaft der Tischler, die in der Vergangenheit bereits zwei Mal in den BBS veranstaltet worden sind. „Wir haben gesehen, dass ein Großteil der Teilnehmer aus Süddeutschland kommt und erkannt, dass wir uns besser aufstellen müssen“, berichtet Ahlers weiter. Er würde sich sehr freuen, wenn bei der nächsten Meisterschaft auch ein Teilnehmer oder eine Teilnehmerin aus dem Ammerland dabei wäre.

Bei der Preisverleihung des Leistungswettbewerbs (von links): Elisabeth Schäfers, Volker Oetjen, Niklas Knüppel (2. Platz), Joost Wallrafe (1. Platz), Julius Quathammer (3. Platz), Thomas Troue, Bernd Ahlers und Sönke Aden

Mit der Aktion will die Innung aber auch für den Tischler-Beruf werben, den viele Schulabgänger eher als altbacken bewerten würden. Dabei sei das Gegenteil der Fall: „Wir arbeiten mit 3D-Druckern, Lasern und Fünf-Achsen-Fräsen, da gibt es viele Möglichkeiten, sich auch technisch auszutoben. Darüber hinaus sind unsere Produkte sehr nachhaltig, weil sie langlebig sind, zum großen Teil aus nachwachsenden Rohstoffen gefertigt und nicht tausende Kilometer weit transportiert werden müssen – das liegt alles im aktuellen Trend“, sagt Ahlers.

Und dann ist da noch die Individualität, die den Beruf so besonders macht: „Ein Tischler kann jedes Möbelstück nach den eigenen oder den Bedürfnissen der Kunden bauen. Da ist keine Massenproduktion, sondern Kreativität gefragt“, weiß der Tischler.

Die Azubis

Ähnlich sehen das Luise Schäfer und Matthis Gehrke, die am Wettbewerb teilnehmen. „Ich habe im Corona-Lockdown mit meinem Freund ein Bett gebaut und bin dabei auf den Geschmack gekommen“, berichtet Luisa aus Oldenburg. Die 21-Jährige habe sich daraufhin um einen Ausbildungsplatz beworben und diesen in einem Rasteder Unternehmen gefunden. Langfristig will sie sich aber noch weiterentwickeln. „Ich würde gerne Innenarchitektur studieren, da ist diese Ausbildung eine gute Grundlage.“

Matthis Gehrke sieht seinen beruflichen Weg dagegen im Handwerk. „Ich will nach der Ausbildung als Tischler arbeiten“, so der 21-Jährige. Er habe schon als Kind mit seinem Opa Holzboote gebaut und in der Garage seines Vaters viel gebastelt, immer mit Holz, so wie jetzt beim Wettbewerb. „Ich habe heute schon gemerkt, wo ich mich noch verbessern muss. Die Zinkenverbindungen könnten besser sein“, lautet seine Einschätzung, bevor er sich wieder an die Arbeit macht.


 

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