Beliebter Spazierweg jetzt eine Sackgasse

von Frank Jacob

Beliebter Spazierweg vom Göhlen in Rastede zur Parkstraße: Wald- und Wegeigentümer Jens Janßen ärgert sich über Spaziergänger, die Müll in der Natur hinterlassen Bild: Frank Jacob

Warum Waldeigentümer Jens Janßen die Notbremse zog

RASTEDE. (fj) Im Laub auf dem Waldboden liegen benutzte Feuchttücher, Plastiktüten, eine leere Cola-Dose und immer wieder Hundekotbeutel, gefüllt mit den Hinterlassenschaften der Vierbeiner. Einer hängt im Gitter eines Absperrzauns. Den hatte Jens Janßen vor einigen Wochen aufgestellt und damit den Weg über die Hankhauser Bäke hinein in den dahinterliegenden Wald unpassierbar gemacht. Darüber ärgern sich viele Spaziergänger und fragen sich: Ist das eigentlich rechtens?

Der Eigentümer

Jens Janßen gehören in diesem Bereich rund sechs Hektar Wald, auch der bei vielen Menschen beliebte Weg, der bis zur Wildtierauffangstation an der Parkstraße führt. „Am Anfang habe ich die Leute angesprochen und sie gebeten, ihre Hunde anzuleinen, damit sie auf den Wegen bleiben“, erinnert sich der 59-jährige Rasteder. Und natürlich sollte niemand seinen Müll im Wald hinterlassen.Doch es nützte nichts: „20 bis 30 Kotbeutel habe ich hier pro Woche gefunden“, schildert der Waldeigentümer. Ganze Heerscharen hätten den Weg genutzt. Ein Zaun sei eingerissen, Äste seien abgeknickt worden. Kinder bauten sich damit kleine Hütten im Unterholz. „Im Winter war hier alles plattgetreten, die Schlittenspuren gingen quer durch den Wald“, berichtet Janßen. Dort, wo junge Rehe, Hasen und Fasane leben.

Der Wald

Seit zwei, drei Jahren werde der Weg von immer mehr Menschen genutzt. Das sei früher anders gewesen. „Im Dezember 2011 habe ich den Wald hier gekauft“, erzählt der Rasteder, der auch Jagdpächter ist. Er wollte sicherstellen, dass der Forst nicht an jemanden geht, der ihn möglicherweise nicht erhält. „Ich möchte es ursprünglich und natürlich halten“, sagt Janßen. Damals wuchsen auf dem Weg sogar noch Ahornschösslinge. Nur wenige gingen dort spazieren.

Erste Maßnahmen

Weil immer mehr Leute kamen und immer mehr Müll liegen blieb, stellte Janßen auf der Brücke über die Hankhauser Bäke den Bauzaun auf. Am anderen Zugang in den Wald hängte er ein Hinweisschild auf: „Kein Durchgang zur Straße Im Göhlen“. Mit einem Minibagger hob er einen kleinen Graben aus und platzierte einige Betonrohre. Eine Baustellenattrappe, wie er sagt. Janßen: „Ich wollte die Besucherzahl eindämmen und den Weg weniger attraktiv machen.“

Die Notbremse

Doch der Bauzaun wurde umgeworfen, und der Graben stellte kein Hindernis dar. Daher zog Janßen die Notbremse, wie er sich ausdrückt: „Ich habe mit dem Entwässerungsverband Jade gesprochen, dem die Hankhauser Bäke gehört, ob man die Brücke wegnehmen kann.“ Beim Verband sei man zur Auffassung gelangt, dass es dem Fließgewässer nur zuträglich sein kann, nicht benötigte Bauwerke zu entfernen. Zumal die Rohre, die das Wasser durchleiteten, häufig verstopft gewesen seien.

Die Sackgasse

Der Weg kann jetzt nur noch aus Richtung Parkstraße begangen werden und endet als Sackgasse an der Hankhauser Bäke. Das im Niedersächsischen Waldgesetz geregelte Betretungsrecht sei dadurch weiterhin gegeben, sagt Janßen, dem das Ganze auch selbst leid tut. Schließlich habe er den Weg ebenfalls gern genutzt.

Aber: „Es ging nicht mehr anders. Ich habe nichts dagegen, dass hier jemand spazieren geht. Aber wer sich nicht wie ein Gast benehmen kann, der soll bitte draußen bleiben“, sagt Jens Janßen.


 

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