Der Zwischenahner „Bingobär“ hat noch lange nicht genug

Artikel vom 29.09.2022

Jan-Michael Heimann

Der „Bingobär“ Michael Thürnau mit seinem Hund Fiete: Seine Küche in Bad Zwischenahn bleibt derzeit oft kalt, denn der Moderator ist beruflich viel unterwegs. Bild: Torsten von Reeken

Michael Thürnau ist seit 25 Jahren der „Bingobär“. Der NWZ hat der Bad Zwischenahner vor der Jubiläumssendung verraten, was für ihn das „Salz in der Bingosuppe ist“ – und wie es zum Spitznamen kam.

Einen vollen Kalender ist Michael Thürnau gewohnt. Doch in diesen Tagen steht noch einmal mehr drin als gewöhnlich. Kein Wunder – das Interesse am „Bingobär“ ist groß, denn die NDR-Sendung „Bingo!“ wird 25 Jahre alt. Am 27. September 1997 lief die erste Ausgabe, am kommenden Sonntag folgt die 1279. Ein Vierteljahrhundert später. Mit dabei damals wie heute: Michael Thürnau, der in Bad Zwischenahn zuhause ist.

Der 59-Jährige fühlt sich nicht nur vor der Kamera pudelwohl, sondern auch im Ammerland. Die Liebe zog ihn in den Kurort, hier lebt er seit zehn Jahren gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Carina Niemeyer und Hund Fiete. „Wir haben viele Lieblingsplätze, es ist Heimat geworden“, sagt er im Gespräch mit der NWZ. Er mag es, am Zwischenahner Meer zu spazieren, auch wenn er zwischendurch anhalten muss für Fotos mit Fans. „Das mache ich gern. Das sind meist nette Begegnungen.“

Viel unterwegs

Viel vor Ort ist der gebürtige Hannoveraner derzeit aber nicht. „Seit April sind wir eigentlich dauerhaft unterwegs“, sagt der beliebte und sympathische Moderator. Er ist immer für einen Spruch gut und kennt gefühlt jedes Dorf in Norddeutschland. Das liegt an seinem Job: Er steht nicht nur im Bingo-Studio, sondern moderiert auch noch bei NDR 1 und NDR Schlager im Radio. Außerdem ist er auf zahlreichen Veranstaltungen im Norden der Bundesrepublik unterwegs. In diesem Jahr liegt besonders viel an, es ist schließlich Jubiläumstour. Sonntags steht er dann fast immer in Hannover – um 17 Uhr beginnt die Live-Übertragung. Die ersten 19 Jahre verpasste Thürnau übrigens keine einzige Sendung.

Ein freies Wochenende ist für Thürnau eine Seltenheit. Vier „freie Sonntage“ stehen ihm pro Jahr zu. Nicht immer nimmt er alle in Anspruch. In der nächsten Folge steht er sogar länger vor der Kamera als gewohnt. 105 Minuten Bingo pur, da darf das Gesicht des erfolgreichen Formates natürlich nicht fehlen. Ob er 1997 daran gedacht hat, dass er diese Sendung auch 25 Jahre später noch moderieren wird? „Eigentlich gar nicht. Damals waren acht bis zwölf Folgen geplant. Dass es so wird, konnte keiner ahnen“, sagt Thürnau.

Lampenfieber habe er nicht, aber die Anspannung sei vor jeder Folge da. Das liege daran, dass es eine Live-Übertragung sei. „Wir haben pro Show zwölf Anrufer. Und man weiß nie, wer gerade dran ist“, erklärt der „Bingobär“, der zeitgleich mit dem Publikum erfährt, wer in der Leitung ist. Mal erzählen die Anrufer viel und wollen nicht mehr aufhören zu plaudern, mal ist es schwer, ein Wort herauszukriegen. Da ist von Thürnau viel Geschick und souveränes Auftreten gefordert, das ist für ihn aber kein Problem. Es seien gerade die Anrufer, die die Show ausmachen. „Sie sind das Salz in der Bingosuppe“, sagt er.

Deshalb „Bingobär“

Aber wie kommt der „Bingobär“ zu seinem Namen? In einer Sendung war eine Frau aus Hamburg zu Gast. Ihr ging es nach privaten Problemen nicht gut. Thürnau sagte zu der aufgeregten Dame, dass er ein Bär sei und er sie, falls sie gewinne und in Ohnmacht fiele, auffange. Tatsächlich ging die Frau nach einem hohen Gewinn zu Boden. Thürnau fing sie nicht – und Stefan Raab machte sich das für seine TV-Show „TV total“ zunutze und taufte Thürnau auf „Bingobär“.

Seitdem ist der Name sein Begleiter und er ist seinem Publikum so bekannt. Und weil es ihm als „Bingobär“ so viel Spaß bereitet, denkt er auch lange nicht ans Aufhören, verrät er.


 

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