E-Bikes auch bei Fahrraddieben begehrt

von Frank Jacob

FAHRRADDIEBSTAHL: AUCH IM AMMERLAND WERDEN VIELE RÄDER GESTOHLEN (SYMBOLBILD). INZWISCHEN HABEN DIEBE ES AUCH AUF E-BIKES ABGESEHEN. Bild: SANDRO BOLOGNESI (PIXABAY)  

In Bad Zwischenahn werden die meisten Räder gestohlen – Das sagt die Polizeistatistik aus

Für ein gutes E-Bike legen Käufer schnell mal einige Tausend Euro auf den Tisch. Kein Wunder, dass diese Fahrräder mit Elektromotorunterstützung auch bei Dieben hoch im Kurs stehen – auch im Ammerland. In den vergangenen fünf Jahren wurden 109 Pedelecs gestohlen, teilt die Polizeiinspektion Oldenburg-Stadt/Ammerland auf Anfrage unserer Redaktion mit. Pedelecs machen den größten Anteil aller angebotenen E-Bikes aus. Sie bieten nur dann eine Motorunterstützung, wenn der Fahrer in die Pedale tritt. E-Bikes können hingegen wie ein Mofa gefahren werden. Es muss nicht getreten werden, um vorwärts zu kommen.

Pedelec-Diebstähle

Die meisten Pedelecs wurden in den vergangenen fünf Jahren in der Gemeinde Bad Zwischenahn gestohlen, nämlich insgesamt 40. Allerdings entfielen davon allein 22 auf das Jahr 2016. In den folgenden Jahren waren es dann 3 bis 6 Pedelec-Diebstähle pro Jahr.

Mit insgesamt 22 gestohlenen Pedelecs seit 2016 folgt die Stadt Westerstede auf Platz zwei. Die meisten Diebstähle, nämlich 11, ereigneten sich im Jahr 2019. 2020 und 2018 waren es jeweils fünf, 2017 eins und 2016 keins.

19 Pedelecs wurden seit 2016 in der Gemeinde Rastede gestohlen, die auf Platz drei im Ammerland liegt. Jeweils sieben Räder entwendeten Diebe in den Jahren 2017 und 2018. In den übrigen Gemeinden gab es deutlich weniger derartige Diebstähle. In Edewecht waren es zwölf Pedelecs, die seit 2016 entwendet wurden, in den Gemeinden Apen und Wiefelstede jeweils acht.

Der Polizeistatistik ist zu entnehmen, dass die Zahl der Pedelec-Diebstähle rückgängig war. Im Ammerland waren es 27 derartige Diebstähle im Jahr 2016, 15 im Jahr 2017, 21 im Jahr 2018, 26 im Jahr 2019 und 20 im vergangenen Jahr.

Fahrraddiebstähle

Herkömmliche Fahrräder werden unterdessen deutlich häufiger gestohlen. Die Statistik der Polizei weist hier für das Ammerland insgesamt 1925 gestohlene Räder zwischen 2016 und 2020 aus. Den Schwerpunkt bildet auch hier die Gemeinde Bad Zwischenahn mit 633 gestohlenen Fahrrädern in den vergangenen fünf Jahren. Es folgen die Stadt Westerstede (420), die Gemeinde Rastede (365), die Gemeinde Edewecht (227), die Gemeinde Apen (141) und die Gemeinde Wiefelstede (139).

Der Versicherer

Fahrraddiebstähle sind auch versicherungstechnisch ein großes Thema. „Diebstahl gehört zu den häufigsten Alltagsrisiken, unsere Versicherten haben das Thema besonders im Blick“, sagt Chris König, zuständig für das Produktmanagement im Bereich Fahrrad-Vollkasko bei der Ammerländer Versicherung. Das Unternehmen sei eines der ersten gewesen, das Fahrradversicherungen unabhängig vom Fahrradhandel zugänglich gemacht habe, berichtet Gerold Saathoff, Vorstand Vertrieb, und sagt: „Seit ihrer Einführung im Jahr 2014 hat sich die Fahrradsparte dynamisch zur zweitstärksten nach der Hausratversicherung entwickelt.“

Trotz des mittlerweile stark umworbenen Marktes habe die Ammerländer Versicherung auch im ersten Halbjahr 2021 in der Fahrradsparte wieder starke Zuwächse verzeichnen können. Saathoff: „Gegenüber dem Vorjahr ist der Umsatz der Sparte noch einmal deutlich um 82,85 Prozent gestiegen.“

Entscheidend seien die Versicherungsbedingungen, meint Produktmanager König. Die müssten im Fall eines Diebstahls umfassend und einfach greifen. Zentrale Punkte seien das Anschließen des Rades und das Schloss: König: „Wir haben den Anspruch, hier möglichst praxisnah und einfach zu bleiben.“ Das Rad müsse nicht an einen festen Gegenstand angeschlossen werden. Auch das Schloss könne frei gewählt werden. „Wir akzeptieren Schlösser unabhängig von Marke und Kaufpreis, sofern es kein Zahlenschloss ist.“

Polizei gibt Tipps: So schützen Sie ihr E-Bike vor Diebstahl

Wie können Bürgerinnen und Bürger ihr E-Bike am besten vor einem Diebstahl schützen? Dazu hat Anna-Lena Hornauer, Sprecherin der Polizeiinspektion Oldenburg-Stadt/Ammerland, Tipps. Generell sollten E-Bikes und Pedelecs genauso gesichert werden wie Fahrräder ohne Akku. Beim Abstellen eines Fahrrads sollte man, soweit möglich, auf den Abstellort achten. „Grundsätzlich sind belebtere und gut ausgeleuchtete Stellen geeigneter“, so die Oberkommissarin.

Wichtig für die Sicherung jedes Fahrrads sei ein gutes Schloss. Da es keine einheitlichen „Sicherheitsklassen“ von Fahrradschlössern gibt, sollte man sich vor dem Kauf über die Qualität der Schlösser informieren und sich beraten lassen. Im Internet gibt es hierzu zum Beispiel die Website des Verbands der Schadensversicherer (VdS), des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) oder der Stiftung Warentest.

Hat man nun ein sicheres Schloss gekauft, empfiehlt es sich, das Fahrrad immer an einen festen Fahrradständer oder einen anderen fest verankerten Gegenstand anzuschließend und nicht nur abzuschließen, rät Anna-Lena Hornauer. Rahmenschlösser reichten meist nicht als Diebstahlschutz aus.

Anschließend sollte darauf geachtet werden, dass gegebenenfalls auch Fahrradteile (wie zum Beispiel das Vorder- und Hinterrad mit Schnellspanner) gesichert werden. Außerdem sollte das Schloss so weit oben wie möglich am Fahrrad angebracht werden. „So erschwert man den Dieben das Hantieren mit dem Bolzenschneider, da die Hebelwirkung verringert wird“, sagt Anna-Lena Hornauer.

Es gebe außerdem GPS-Systeme mit Alarmfunktion, über die man im Falle eines Fahrraddiebstahls zum Beispiel laufend auf den aktuellen Standort des Fahrrads zugreifen kann. Bei E-Bikes und Pedelecs empfiehlt es sich darüber hinaus, Zubehör wie Akku oder Display mitzunehmen oder mit einem gesonderten Schloss zu sichern. Auch hier reichten die integrierten Akku-Schlösser meist nicht als Diebstahlschutz aus.

Eine weitere wichtige Maßnahme ist das Notieren der individuellen Fahrradrahmennummer. Bei Elektrofahrrädern sollte auch die Akkunummer notiert werden.

Die Polizei biete auch die kostenlosen Fahrradregistrierungen an. So könnten bereits vor einem Diebstahl die Daten des Fahrrads und des rechtmäßigen Eigentümers erfasst werden. Der Code, der bei der Registrierung auf dem Fahrrad angebracht wird, könne zudem abschreckend auf Diebe wirken. Zusätzlich könne man den Wiedererkennungswert des Fahrrads zum Beispiel durch Aufkleber erhöhen.


 

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