Edewecht soll Präventionsstrategie bekommen

Artikel vom 13.05.2022

Lars Ruhsam

Eines der bestehenden Präventionsangebote in Edewecht: In den Osterferien erstellten Jugendliche mehrere Graffiti an der Außenwand der Tennishalle. Bild: Archiv

Schule, Vereine, Jugendarbeit – in der Gemeinde Edewecht gibt es einige Präventionsangebote. Nun soll eine Gesamtstrategie für die Präventionsarbeit erstellt werden.

Präventionsarbeit wird in der Gemeinde Edewecht bereits von unterschiedlichen Akteuren geleistet, in Kindertagesstätten, in Schulen, in Vereinen, in der Jugendarbeit. Was allerdings fehlt, ist eine Gesamtstrategie für Prävention in der Gemeinde. Diese soll nun erstellt werden. In der Sitzung des Kinder-, Jugend- und Sozialausschuss am Dienstag, 10. Mai (18 Uhr, Rathaus Edewecht), wird vorgestellt, wie diese Strategie erarbeitet werden soll.

Über den Landespräventionsrat hat die Gemeinde einen Zuschuss von 15?000 Euro für die Durchführung des Präventionsprojekts „Auf dem Weg zu einer kommunalen Gesamtstrategie zur Prävention in der Gemeinde Edewecht“ bewilligt bekommen. Selber muss die Gemeinde 6500 Euro besteuern.

Der Präventionsrat unterstützt Kommunen bei Erarbeitung und Weiterentwicklung solcher Gesamtstrategien im Rahmen des sogenannten CTC-Konzepts.

Risikofaktoren

CTC steht für „Communities that care“ - grob übersetzt mit „Gemeinschaften, die sich kümmern“. Das Modell soll Kommunen dabei unterstützen, Rahmenbedingungen für ein sicheres und gesundes Aufwachsen zu schaffen oder zu verbessern. „Denn auch für Edewecht gilt, dass bestimmte Risikofaktoren im Entwicklungsverlauf von Kindern und Jugendlichen die Entstehung von Problemverhalten befördern können“, ist in der Vorlage der Verwaltung zu lesen. Als solche Problemverhalten werden beispielsweise Jugendgewalt, Kriminalität, Alkohol- und Drogenmissbrauch oder Schulabsentismus genannt.

Mit dem CTC-Ansatz soll eine sichere und lebenswerte Umgebung für Kinder und Jugendliche in den Kommunen geschaffen werden. So soll die persönliche und soziale Entwicklung von Kindern und Jugendlichen gefördert werden. Unterschieden werden Risikofaktoren, die ein sicheres Aufwachsen bedrohen, und Schutzfaktoren, die solche Risiken abmildern und ihnen entgegenwirken. Welche Faktoren vor Ort in Edewecht vorhanden sind, wird in einem ersten Schritt ermittelt. Denn wichtig ist die Erfassung der Situation vor Ort in der Gemeinde. Hierfür wird eine Umfrage unter den Schülern an den weiterführenden Schulen durchgeführt.

 Akteure einbinden

Bei der Erarbeitung der Gesamtstrategie für die Gemeinde Edewecht sollen die verschiedene Akteure wie Kinder- und Jugendpflege, Schulen, Kindertagesstätten, Vereine und Behörden einbezogen werden. Sind die lokalen Risiko- und Schutzfaktoren ermittelt, sollen die Beteiligten miteinander vernetzt werden, damit deren Aktivitäten so aufeinander abgestimmt und koordiniert werden, dass Risiken in der Entwicklung gemindert und Schutzfaktoren gleichzeitig gestärkt werden. Bestehende Angebote in der Präventionsarbeit können dann verstärkt, neue entwickelt werden. Um den Weg hin zu einer Gesamtpräventionsstrategie zu begleiten und zu koordinieren, werden mindestens zwei Gremien eingerichtet. In der Lenkungsgruppe sollen, so ist im CTC-Handbuch zu lesen, „aktive Schlüsselpersonen“ versammelt werden, die direkten Einfluss auf Politik, Finanzzuweisungen oder die öffentliche Meinung haben. Diese Gruppe wiederum beruft das Gebietsteam ein, das als treibende Kraft hinter den CTC-Anstrengungen beschrieben wird. Hierbei handelt es sich um eine repräsentative Gruppe aus Vertretern von Schule, Kinder- und Jugendarbeit, Gesundheitswesen, Polizei, Justiz, Sportverein, Kirche und lokaler Politik.


 

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