Erwartungen nicht erfüllt – Ausstellung von menschlichen Körpern in der Kritik

Artikel vom 21.02.2024

Erhard Drobinski

Ausstellung in Lindern: Die Ausstellung „Der menschliche Körper - Lernen von den Toten“ in Lindern hat einige Besucher enttäuscht. Bild: Erhard Dobrinski 

Die Ausstellung „Der menschliche Körper – Lernen von den Toten“ in Westerstede war am Wochenende gut besucht. Die Erwartungen der Besucher wurden aber nicht immer erfüllt.

Lindern - Der Zuspruch war am Freitag schon enorm. Viele Menschen unterschiedlichen Alters, darunter auch Familien mit Kindern, besuchten die Ausstellung „Der menschliche Körper - Lernen von den Toten“, die am Wochenende in der Gaststätte „Rosenkrug“ in Lindern bei Ocholt präsentiert wurde. Das Besondere an dieser Ausstellung ist, dass menschliche Körper konserviert präsentiert werden. Die Befürchtungen, ausschließlich von Leichen umgeben zu sein, lösten sich schnell auf, wenn die Besucher den großen Saal der Gaststätte betraten. Drei Menschen, zum Teil halbiert, wiesen in ihren Darstellungen auf die unterschiedlichen Anatomien hin. Tafeln mit Erklärungen und Ausführungen, unterlegt mit Knochenbefunden sowie der Darstellung und Präsentation von inneren Organen nahmen die Besucher schnell in Beschlag.

„Sehr interessant“

Es war eine Führung durch die innere Medizin, die hier geboten wurde. Erklärungen, Schautafeln und menschliche Exponate bestimmten die Ausstellung, die bei den Besuchern doch sehr unterschiedlich ankam. „Es ist schon sehr interessant, die Einblicke in das Innenleben eines Menschen zu erhalten, wie er von innen aussieht“, erzählt Tanja Riemann aus Sande, die an diesem Tag von ihrem Sohn Leon begleitet wurde. Sie selbst ist als Krankenschwester tätig, während Leon angehender Pfleger ist. „Leichen kennen wir aus unserem Berufsalltag, so aufbereitet allerdings nicht.“

„Lernen von den Toten“

Das Interesse an den dargestellten Inhalten war sehr groß. Die Besucher nahmen sich die Zeit, alles ausführlich zu besprechen und zu betrachten. „Bei der Darstellung der Embryonen hatte ich kurz schlucken müssen. Es ist für mich bedrückend gewesen, ein so kurzes Leben zu sehen.“ Um sich über die Organe, Bewegungsapparate des Körpers und auch Auswirkungen von Krankheiten und Alkohol sowie Rauchen auf den Menschen zu informieren, ist die Ausstellung „Lernen von den Toten“ aus Sicht von Tanja Riemann geeignet. „Ich würde sie weiterempfehlen“, ist ihr Fazit.

Auch ihre Kollegin Linda Neunaber ist an diesem Freitag von Sande zum „Rosenkrug“ nach Lindern gekommen. „Mit den ‚Körperwelten‘, die ich damals auch besucht habe, ist das hier nicht zu vergleichen“, erzählt sie. Es werden hier viele Bereiche angesprochen und vorgestellt, was sie für eine umfassende Information über das Funktionieren des Körpers gut findet. „Mich stört hier aber der inhaltliche Aufbau der Ausstellung. Einiges ist durcheinander“, kritisiert sie. Mit etwas anderen Erwartungen ist Uwe Klemme aus Bad Zwischenahn hierhergefahren. „Ich hatte mir das doch anders vorgestellt“, gibt er zu. „Ich bin einfach nur neugierig gewesen, nachdem ich darüber gelesen habe.“

Fragen bleiben offen

Die verschiedenen vorgestellten Krebsarten fanden dabei ebenso viel Beachtung wie die Auswirkungen des Rauchens auf die Lunge. „Sie wurden mal so dargestellt, wie ich es noch nicht gesehen habe. Es war eine gute Abwechslung, auch wenn es irgendwie mehr hätte sein können.“ Bedauerlich finden es einige Besucher, dass keine sachkundige Person vor Ort ist. „Ich habe dazu einige weitergehende Fragen, die mir aber keiner beantworten kann. Das finde ich nicht gut“, äußert eine Frau ihre Enttäuschung. Von den Organisatoren war während der dreitägigen Veranstaltung keiner vor Ort.


 

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