EWE warnt vor Betrugsmasche

Kann immer die persönliche Kundennummer vorzeigen: Monteure, die im Rahmen der Gasumstellung für die EWE unterwegs sind.  BILD: CARSTEN HEIDEMANN/EWE

AMMERLAND – Das Versorgungsunternehmen EWE stellt die Gasversorgung vieler Kunden um. Betroffen von der notwendigen Aktion sind hunderttausende Anschlüsse. In diesem Zusammenhang warnt das Unternehmen vor Betrügern, die die Umstellung ausnutzen könnten.
Warum wird umgestellt?
„Die Versorgung mit sogenanntem L-Gas, das aus den Niederlanden geliefert wird, wird eingestellt, weil dieser Gastyp in Zukunft nicht mehr gefördert wird“, berichtet Jens Witthus, Pressesprecher für die Erdgasumstellung bei EWE Netz. Stattdessen würden Kunden dann das sogenannte H-Gas, das einen höheren Methan-Anteil aufweist und deshalb einen höheren Brennwert habe, erhalten. Grund für den Förderstopp in den Niederlanden seien unter anderem Erdstöße, die auf die aktuelle Förderung zurückgehen sollen.
Was passiert beiden Kunden?
„Bei den betreffenden Kunden sind mindestens zwei Besuche unserer Monteure notwendig“, berichtet Witthus weiter. Beim ersten Besuch würden die Heizungen geprüft und die Daten der Typenschilder aufgenommen. „Wir bestellen dann beim entsprechenden Hersteller gegebenenfalls notwendige Teile und passen die Heizungen beim zweiten Besuch an. In manchen Fällen reicht auch eine Umstellung der Software. Nur in ganz seltenen Ausnahmen gibt es Schwierigkeiten“, so Witthus.
Warum muss die Heizung umgerüstet werden?
„Das H-Gas verbrennt anders als das L-Gas. Wenn die Heizung nicht angepasst wird, kann toxisches Kohlenstoffmonoxid bei der Verbrennung entstehen, das beim Einatmen tödlich sein kann“, berichtet der EWE-Pressesprecher.
Wann erfolgt dieUmstellung?
Das Datum der Umstellung ist in erster Linie abhängig vom Gasnetz, nicht von Orts- oder Kreisgrenzen. „Grundsätzlich haben wir vor, die Umstellung in Oldenburg von August 2021 bis Ende 2023 vorzunehmen. Im Ammerland ist der Umstellungszeitraum zwischen April 2022 bis Ende 2024“, so der EWE-Sprecher.
Wie können Betrüger die Umstellung ausnutzen?
„Betrüger können die Tatsache ausnutzen, dass Kunden ihnen vertrauen, wenn sie vor der Tür stehen, weil sie von der Umstellung gehört haben“, sagt Witthus. Betrugsversuche könnten darauf abzielen, an Geld zu gelangen, indem falsche Rechnungsbeträge eingefordert werden oder Gegenstände gestohlen werden.
Woran erkennt man die echten Monteure?
„Unsere Monteure tragen blaue Arbeitskleidung, haben einen EWE-Dienstausweis und sind mit EWE-Dienstwagen unterwegs“, sagt Witthus. Der wichtigste Hinweis, dass der Monteur echt ist, sei aber die persönliche Kundennummer zur Gasumstellung des Kunden, die ungefragt an der Haustür genannt werde. „Außerdem werden unsere Monteure kein Geld von den Kunden verlangen und auch nicht darauf drängen, in das Haus oder die Wohnung der Kunden zu gelangen. Sollte das der Fall sein, handelt es sich sicher um einen Betrüger“, informiert Witthus.
Was, wenn ein falscher Monteur bei mir ist?
„Wenn Kunden den Eindruck haben, dass ein falscher Monteur bei ihnen ist, sollte sofort der Notruf unter der Rufnummer 110 verständigt werden“, rät Carsten Vogt vom Präventionsteam der Oldenburger Polizei. „Wir geben im Vorfeld Termine an alle Kunden aus. Wer unsicher ist, sollte zum Termin möglichst nicht allein sein“, empfiehlt Witthus. Im Zweifel könne ein neuer Termin vereinbart werden.
Was, wenn man von Betrügern reingelegt wurde?
„In so einem Fall sollte man unbedingt zur Polizei gehen und Anzeige erstatten“, sagt Michael Schröder vom Präventionsteam der Polizei in Westerstede. Vielen Menschen sei die Tatsache, dass sie betrogen wurden, peinlich. Doch niemand müsse sich schämen. Ein Beratungsangebot gibt es ebenfalls von der eigenständigen Hilfsorganisation für Kriminalitätsopfer und ihre Familien „Weißer Ring“, die unter anderem Niederlassungen in Oldenburg (Telefon 0441/36164272) und im Landkreis Ammerland (0151/19318781) hat.


 

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