Fällt das Kornmähen auch in diesem Jahr ins Wasser?

Viele Zuschauer verfolgten 2018 noch das traditionelle Kornmähen in Aperberg: Muss die Veranstaltung auch dieses Jahr wieder coronabedingt ausfallen?BILD: THEILKEN

APERBERG – „Das Getreide für die Erntekrone werden wir im August auf jeden Fall mähen – das lässt sich coronakonform umsetzen“, erläutert Gerold Wardenburg. Der Vorsitzende des Vereins für Heimat- und Brauchtumspflege Aperberg berichtet, dass man, wie auch im vergangenen Jahr, die Fläche an der Traubenstraße angesät habe. Ob nach dem Ausfall des traditionellen Kornmähens 2020 in diesem Jahr die 33. Veranstaltung stattfinden könne, sei jedoch ungewiss.
„Wir gehen derzeit nicht davon aus“, so der Aperberger. Schließlich seien zum Kornmähen stets einige Tausend Besucher gekommen. „Wenn es eine Lockerung geben solle, könnten die Hygieneauflagen für eine Veranstaltung sehr hoch sein – und die werden wir wahrscheinlich nicht stemmen können.“ Dazu sei der Verein mit knapp 30 Mitgliedern zu klein.

Alles steht still

Im Augenblick würden sich auch die Vereinsmitglieder nicht treffen: „Es steht alles still.“ Bei einigen Maschinen müssten kleinere Reparaturen erledigt werden, aber auch das sei nicht durchführbar. „Bei solchen Arbeiten müssen wir mindestens vier bis fünf Personen sein und das ist nicht erlaubt“, so Gerold Wardenburg. Vielleicht sei etwas möglich, wenn man zum Sommer hin die Maschinen unter freiem Himmel reparieren und warten könne.
In den Vorjahren seien die Mitglieder bereits im März mit den Vorbereitungen, der Maschinenpflege und mit der Durchführung von Reparaturen angefangen. „Wir könnten so loslegen, sollte eine solche Veranstaltung durchführbar sein.“ Ideen für neue Attraktionen beim Kornmähen haben sie bereits: Der Einsatz von Pferden solle auf dreispännig erweitert werden: „Das wird ein Highlight.“

Viele Maschinen

Der Verein hat einen großen Fundus an historischen Ernte- und Dreschmaschinen der letzten 200 Jahre in seinem Bestand. Sichel und Sense, Mähmaschinen, Kleingeräte, Selbstbinder, Mähdrescher, Dresch-Walze, Dresch-Schlitten und weitere motorbetriebene Dreschmaschinen nennt der Verein sein Eigen.
Dabei habe 1987 alles eher zufällig mit einer alten Bergmann-Dreschmaschine begonnen, die die Aperberger aus der Nähe von Brake geholt hatten, um damit an einem Ernteumzug teilzunehmen. Daraus erwuchs die Idee, im kleinen Rahmen Korn zu mähen und die Tradition lebendig zu halten. Einige Gerätschaften waren sogar noch vorhanden und so startete 1988 das erste Kornmähen mit einer kleinen Scheunenfeier am Abend.
Einige Maschinen wurden aufwendig restauriert, damit sie funktionstüchtig sind. Die vereinseigene, 300 Quadratmeter große Halle, die in Eigenleistung gebaut wurde, ist voll. Einige Gerätschaften sind bereits privat untergestellt. Die organisatorischen Vorbereitungen für den Anbau eines Schleppdaches als weitere Stellfläche sind abgeschlossen.

Rastplätze geschaffen

Zwei Remisen mit originellen Sitzelementen haben die Vereinsmitglieder vor einigen Jahren als Rastplätze aufgebaut: direkt an der Traubenstraße beim Platz des Kornmähens und an der Gabelung Traubenstraße/Am Kirchweg. Die feuerroten Sitzschalen fallen deutlich auf: „Das sind alte Sitze von historischen Mähmaschinen.“ Ganz angetan sind viele Radwanderer von diesen Rastplätzen. Dazu zählt auch Sonja Wessels aus Westerstede. Einen so schönen und auch originellen Rastplatz habe sie vorher noch nie gesehen, schwärmt sie. Gegen die Kälte würden dort sogar Kissen angeboten.


 

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