Fahrradstraße Zwischenahn-Oldenburg schafft neue Verbindungen

Artikel vom 01.07.2022

Arne Jürgens

Spatenstich am ersten Bauabschnitt der Fahrradstraße: (v.li.) Fachbereichsleiter Carsten Meyer und Bürgermeister Henning Dierks mit Vertretern von Land Niedersachsen, Bauunternehmen und den Mitgliedern des Straßen- und Verkehrsausschusses schippen den gefrästen Straßenbelag von der Wildenlohslinie zwischen Bad Zwischenahn und Oldenburg. Bild: Arne Jürgens

Der Bau der Fahrradstraße zwischen Bad Zwischenahn und Oldenburg hat begonnen. Das Projekt kostet rund zehn Millionen Euro. Es gibt viele Vorteile, aber auch Probleme.

Mit einem symbolischen Spatenstich ist am Dienstag eines der größten Bauprojekte in der Gemeinde Bad Zwischenahn gestartet. Dazu nahmen neben Bürgermeister Henning Dierks und Carsten Meyer, Fachbereichsleiter Bauverwaltung, auch Vertreter von Land Niedersachsen, Bauunternehmen und den Mitgliedern des Straßen- und Verkehrsausschusses an der Wildenlohslinie die Schaufel in die Hand. Nun wird endlich an der elf Kilometer langen Fahrradstrecke gebaut, die zwischen dem Zwischenahner Meer und der Großstadt Oldenburg auch teilweise über Edewechter Gebiet verläuft.

10 Millionen Euro für Bau

Anfang 2020 war die Fahrradstraße erstmals in den politischen Gremien und der Öffentlichkeit vorgestellt worden als eines der Ziele des neuen Verkehrskonzeptes der Gemeinde. Die Gesamtkosten von rund zehn Millionen Euro werden zu 90 Prozent aus dem Förderprogramm „Stadt und Land“ bezuschusst. „Mit dieser zentralen Ost-West-Achse für den Radverkehr wollen wir den alltäglichen Berufs- und Schülerverkehr sowie den Umstieg vom Auto aufs Rad maßgeblich fördern“, sagt der Bürgermeister. Auch der touristische Radverkehr solle von der neuen Verbindung profitieren. „Darüber hinaus sichern wir dauerhaft die schnelle Verbindung zwischen Bad Zwischenahn und Oldenburg, da der Radweg entlang der Bahn nur gepachtet ist“, fügt Dierks hinzu.

Trotz einer unvorhergesehenen Streckenänderung und dem damit verbundenen Umweg von 660 Metern soll noch in diesem Jahr der erste Bauabschnitt der neuen Fahrradstraße erstellt werden. Grund dafür waren geschützte Brutvögel, die wegen der neuen 380-KV-Hochspannungsleitung (Conneforde-Cloppenburg-Merzen) nicht auf Ausgleichsflächen im näheren Umfeld umgesiedelt werden können. Zeitweise sei das gesamte Tiefbauamt mit der aufwendigen Planung beschäftigt gewesen, so Dierks.

Weitere Verbindungen

Der erste Bauabschnitt betrifft nun die Wildenlohslinie in voller Länge – zunächst wurde die bisherige Fahrbahn abgefräst und soll dann abgetragen werden. Die komplette Fahrradstraße wird Bad Zwischenahn mit den Bauerschaften Kayhauserfeld, Kleefeld (Gemeinde Edewecht), Petersfehn, Friedrichsfehn und Wildenloh (beide Edewecht) sowie der Stadt Oldenburg verbinden. Zusätzliche Verbindungen seien bereits geplant, sagt der Bürgermeister.

Im Zuge der Baumaßnahme werden ab 2023 auch die Straßen Heidenrosenweg, Erikaweg, Hermann-Löns-Straße und ein Teilabschnitt des Portsloger Damms saniert und als Fahrradstraßen ausgewiesen. Dazu wird ein separater Radweg an einem Teil des Birkenweges gebaut. Insgesamt wird die Fahrradstraße rund elf Kilometer lang sowie zwischen drei (ohne Anliegerverkehr), fünf (innerorts) und 5,50 Meter (außerorts) breit sein. Dadurch soll das Überholen von Radfahrern mit dem Mindestabstand von 1,50 (innerorts) und zwei Meter (außerorts) gewährleistet sein. Dazu kommt am Birkenweg ein 2,5 Meter breiter Radweg.

Durch Bäume und Moor

Für die Radfahrer bedeutet auch das Maximaltempo von 30 Kilometer pro Stunde eine Entlastung. „Zudem lassen sich Stau und hohe Spritkosten vermeiden, wenn viele Menschen aufs Rad umsteigen“, hofft Dierks. Es wird die erste Fahrradstraße in Niedersachsen außerhalb von Ortschaften sein.

Kritik hatte es teilweise an der Fahrradstraße gegeben, weil im Streckenverlauf einige Bäume gefällt werden mussten. Auch der Weg mitten durchs Moor missfällt einigen Naturschützern. „Um den Moorkörper zu erhalten, wird es nur eine Teilauskofferung des Bodens geben“, so Dierks.


 

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