Neuen Lebensraum geschaffen

Sven Hunger-Weiland

Aufgrund der Corona-bedingten Kontaktsperre mussten Regina und Lutz Wemken mit Luna und Lasse (v. lks.) ohne die Jugendgruppe zum Spaten greifen, denn die Bäumchen mussten unbedingt in die Erde.    Foto: Privat

Rastede. Corona und das damit zusammenhängende Kontaktverbot macht auch der Jugendgruppe des Hegerings Rastede-Nord, den „Falkenaugen“ zu schaffen. Doch die Arbeit soll ja nicht liegen bleiben, und eine geplante Streuobstwiese musste unbedingt gepflanzt werden. So machte sich Familie Wemken kürzlich selbst auf den Weg, um die Setzlinge in den Boden zu bringen.
Zum wiederholten Male hatte Hegeringmitglied Jürgen Klockgether eine Fläche zur Verfügung gestellt. „Eigentlich war die Pflanzaktion zusammen mit der Jugendgruppe geplant, aber das Kontaktverbot zur Eindämmung des Coronavirus zwang uns dazu, die Aktion kurzfristig umzuplanen“, erklärt Hegeringsleiter Lutz Wemken. Zusammen mit Ehefrau Regina sowie seinen Kindern Luna und Lasse, die ebenfalls Mitglieder bei den Falkenaugen sind, machte sich die Familie daran, die Bäume zu pflanzen. Eine spätere Pflanzung hätte die Gefahr beinhaltet, dass die Bäume nicht mehr so gut anwachsen würden.
Die Streuobstwiese ist ein von Menschenhand geschaffener Lebensraum, der, wenn sie gut angelegt ist, ein wertvoller Bestandteil der Kulturlandschaft ist. Dabei werden hochstämmige Obstbäume wie Äpfel oder Birnen angepflanzt, die auf der Wiese locker verstreut angeplanzt werden. Im Unterschied zu einer Plantage werden Streuobstwiesen nur extensiv bewirtschaftet. Auf Spritzmittel wird verzichtet, und aufgrund des vielstöckigigen Aufbaus und der Strukturvielfalt bietet die Streuobstwiese Nahrung und Lebensraum für eine Vielzahl von Tieren. Auch der Untergrund wird nur selten gemäht oder gedüngt und entwickelt sich in der Regel sehr artenreich – ein Paradies für Insekten. „Allerdings gehören Streuobstwiesen zu den stark gefährdeten Lebensräumen, dafür sorgen der Strukturwandel in der Landwirtschaft, aber auch die EU-Agrarpolitik sowie Flurbereinigungsmaßnahmen“, erläutert Lutz Wemken.
20 hochwertige Obstbäume wurden auf dem rund 2.000 Quadratmeter großen Gelände gepflanzt. Mit speziellen Vorkehrungen soll das Anwachsen begünstig werden, und auch vor Wildfraß wurden die empfinglichen Jungpflanzen geschützt. Mit einem kleinen Video wurden auch die daheimgebliebenen Kinder und Jugendlichen über die Maßnahme informiert. Unterstützt wurde die Aktion auch diesmal von der Bingo-Umweltstiftung. „Bei dieser Aktion haben wir unsere Jugendlichen sehr vermisst. Wir hoffen, dass wir schon bald wieder neue Aktionen gemeinschaftlich durchführen können“, so Lutz Wemken.


 

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