Fritten-Inflation schlägt auf den Magen

Artikel vom 27.04.2022

Alexandra Meier

An der Fritteuse: Die Imbissbetreiberin Hille Ebken von „Hille’s Schlemmereck“ in Westerstede. Bild: Alexandra Meie

Das Frittieröl ist knapp: Ammerländer Imbissbetreiber berichten, wie sie mit gestiegenen Lebensmittelkosten umgehen. Pommes-Liebhaber müssen sich auf steigende Preise einstellen.

Fastfood ist bei vielen Menschen beliebt – es geht schnell und ist vermeintlich günstig. Aktuell verändern sich allerdings die Preise. Grund dafür ist die Verknappung von Sonnenblumenöl als Folge des Ukraine-Kriegs. Das hat Auswirkungen auf viele Imbisse, da das Öl insbesondere zum Frittieren von Pommes genutzt wird. Auf dem Streetfood-Festival am Osterwochenende in Bad Zwischenahn haben Besucher für eine Portion Pommes bereits bis zu sechs Euro bezahlt. Auch wenn die Preise bei solchen Events generell teurer sind als beim Imbiss um die Ecke, erscheint es doch recht viel. Die NWZ hat sich im Ammerland umgehört wie Gastronomen mit den gestiegenen Kosten umgehen.

Westerstede

Hille Ebken von „Hille’s Schlemmereck“ aus Westerstede hat versucht, eine Preiserhöhung so lange wie möglich hinauszuzögern, aber nach ihren Betriebsferien vom 23. April bis zum 7. Mai, wird auch sie die Preise erhöhen – eine Portion Pommes kostet dann 2,70 Euro statt 2,60 Euro. Damit seien die Mehrkosten aber kaum gedeckt. Die Imbissbetreiberin erzählt, dass nicht nur die Sonnenblumenölpreise gestiegen sind, sondern auch die Warenpreise all ihrer Produkte sowie die Lieferkosten. Manche Lieferanten verlangen knapp zehn Euro Diesel-Zuschlag. Ebken ist aber zuversichtlich, dass ihre treue Stammkundschaft Verständnis für die Preiserhöhungen haben wird. „Die Leute merken ja, dass auch im Supermarkt alles teurer wird.“ Ähnlich sieht es auch bei Haran Cicek von „Berlin Döner“ in der Peterstraße in Westerstede aus. Der Döner-Imbiss hat bereits vor zwei Wochen die Preise angepasst. „Wir wollen das nicht, aber es geht nicht anders“, sagt der Betreiber. Betroffen seien allerdings nicht nur die Pommes, welche 50 Cent teurer geworden sind und nun drei Euro kosten, sondern vor allem auch das Fleisch. Seine Kunden seien aber nicht verärgert, ganz im Gegenteil – manche Gäste hätten ihm schon vor Wochen geraten, endlich die Preise zu erhöhen.

Wiefelstede

Julia Ricke-Dannemann vom Imbisswagen auf dem Wiefelsteder Schützenplatz hingegen kann ihre Preise noch halten. „Noch werde ich es nicht machen“ sagt sie. Den Preis von 2,50 Euro für eine Schale Pommes könne sie noch wahren, weil sie außer Strom keine weiteren Kosten auf dem Schützenplatz habe. Bei Kollegen, die mit ihren Imbisswagen zu Festen und Märkten ziehen, sähe das schon ganz anders aus. „Die müssen ja auch noch Standgebühr bezahlen.“ Es sei aber schwierig, an das benötigte Frittieröl heranzukommen. „Das bekommt man zugeteilt.“ Kaufte Ricke-Dannemann sonst zehn Eimer je zehn Liter, bekommt sie heute vielleicht noch sechs. Und pro Gebinde zahle sie 20 Euro. Vor dem Krieg in der Ukraine seien es vielleicht 16 Euro gewesen, sagt sie.

Zwischenahn/Rastede

Die stabilen Preise der Wiefelstederin stellen allerdings eine Ausnahme dar. Wer aktuell eine Portion Pommes im Ammerland kaufen möchte, sollte eher mit drei Euro pro Portion rechnen – so viel kosten Pommes mit Ketchup und Mayonnaise momentan auch bei einem Bad Zwischenahner Imbiss und auf dem Frühjahrsmarkt in Rastede.

Selbst McDonald’s spürt die steigenden Lebensmittelkosten. Der Großkonzern reagiert vorerst mit einer Reduzierung des Sonnenblumenöl-Anteils und setzt beim Frittieren mehr auf Rapsöl, um dem Mangel entgegenzuwirken. Einzelne Preisauskünfte sind aufgrund der Franchise-Struktur des Unternehmens schwierig, da jede eigenständige Filiale ihre Preise selbst gestalten kann.


 

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