Jetzt will der Garten Pflege

von Florian Mielke

Ulrike Beltz (links), die den bäuerlichen Nutzgarten im Park der Gärten bewirtschaftet, und Erika Brunken freuen sich über den Pflanzenwuchs im Hochbeet: Nicht nur hier gedeihen im Freien jetzt wieder alle möglichen Arten. BILD: Florian Mielke

Westersteder Fachfrau gibt Tipps 

ROSTRUP. (FM) „Nach den Eisheiligen ist es unwahrscheinlich, dass noch einmal Frost kommt“, sagt Erika Brunken. „Darum können jetzt alle Pflanzen, die keinen Frost vertragen, nach draußen.“ Dazu zählen zum Beispiel Tomaten, Gurken oder Zucchini, die man vielleicht schon in der Wohnung angezogen hat, und Kübelpflanzen, die über den Winter hereingeholt wurden. Auch Beet- und Balkonpflanzen können eingepflanzt werden, so die Gartenbau-Diplom-Ingenieurin und Leiterin der Niedersächsischen Gartenakademie, die in Westerstede wohnt.

Pflanzen abhärten

Dennoch sei Vorsicht geboten, erklärt die 62-Jährige. Bei Hagel oder starkem Regen könnten beispielsweise die Blätter beschädigt werden. Dann sollten die Pflanzen nach Möglichkeit wieder hereingeholt werden. Ein weiterer Tipp der Westerstederin ist, diese abzuhärten. So könnten sie die ersten beiden Wochen tagsüber nach draußen gestellt und nachts hereingeholt werden.

Sommerblühende Knollen wie Dahlien oder Gladiolen können jetzt ebenfalls in den Boden eingebracht werden, sagt die Gartenexpertin. Das gilt auch für Kübelpflanzen, denen man außerdem einen Gefallen tun könne, indem man sie in einen größeren Kübel pflanzt und/oder die Erde austauscht.

Humus ins Beet

Aber auch bei den Pflanzen, die bereits draußen sind, kann man aktiv werden. So können bei verblühten Tulpen oder Osterglocken die Samenstände ausgebrochen werden. Kleingeschnitten können sie als Humus wieder ins Beet, sagt Brunken. „Das Grün muss aber bleiben, weil hierüber Energie für den Austrieb im kommenden Jahr in die Triebe geleitet wird.“

Der Humus mache den Boden fruchtbar, indem er Wasser speichert und dadurch Nährstoffe in die Erde kommen. „Auch die Bodenlebewesen brauchen Futter“, erklärt Brunken weiter. Deshalb sollte am besten organisch gedüngt oder gemulcht werden.

Telefon-Hotlines für Hobbygärtner

Die Niedersächsische Gartenakademie gehört zum Geschäftsbereich Gartenbau und speziell zum Fachbereich Aus- und Weiterbildung der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Ihr Sitz ist in Rostrup.

Deutschlandweit gibt es acht Gartenakademien. Die niedersächsische bietet Gärtnern Seminare und Fachexkursionen zur beruflichen Weiterbildung sowie Freizeitgärtnern Beratung, Seminare, Vorträge und Gartenfahrten.

Über das Gartentelefon bietet die Akademie unter der 0 44 03/98 38 11 montags und freitags von 9 bis 12 Uhr eine persönliche Beratung. Unter der 0441/801-789 gibt es bei der Pflanzenschutz-Hotline jeden Dienstag von 10 bis 12 Uhr zudem Auskünfte rund um Pflanzenkrankheiten und Schädlinge. Per E-Mail ist die Gartenakademie unter Gartenakademie@lwk-niedersachsen.de zu erreichen.

Mehr Infos unter www.nds-gartenakademie.de

Größere Pflegeschnitte an Hecken sind aufgrund der Brut- und Setzzeit zwar verboten, aber an neu gepflanzten Hecken kann durchaus noch Hand angelegt werden, um sie in ihrem Wuchs zu erziehen. Außerdem sei es optimal, wenn die Hecken unten etwas breiter sind als oben, damit das Licht überall hinfallen kann, so die Westerstederin.

Beim Beschnitt sind darüber hinaus immergrüne und laubabwerfende Hecken zu unterscheiden. Erstere hätten zwar den Vorteil, das ganze Jahr dicht zu sein, seien aber frostempfindlich. Laubabwerfende Vertreter wie Lärchenhecke, Kornelkirsche oder Rot- und Hainbuche sind das nicht, müssen im Sommer aber noch einmal beschnitten werden, damit sie ihre Form behalten, sagt die 62-Jährige. Die zu den gefährdeten Arten zählende Eibe sei zwar etwas teurer, halte aber ein Leben lang.

Blühender Garten

„Hecken sind toll für Vögel und allerlei Insekten“, so Brunken, die außerdem dafür wirbt, gemischte Arten anzupflanzen. Denn früchtetragende Hecken seien wichtig für die Tierwelt. Für Insekten sind Stauden und Blühpflanzen ebenfalls gut. Und auch einzelne Bereiche des Rasens könne man für sie einfach wachsen lassen. Ein ökologischer Kompromiss zum Rasenmähen ist ein Mulchmäher, berichtet die Gartenexpertin. Dieser lässt das Mähgut zurück und fördert so die Fruchtbarkeit und das Bodenleben. „Man kann auch mit wenig Geld Garten machen“, sieht Brunken keine Ausrede im Finanziellen. Auch mit heimischen, bodendeckenden Pflanzen könne der heimische Garten zum Blühen gebracht werden.


 

Liveticker

Blaulicht-Ticker

Weitere interessante Artikel

Fleischerei für digitales Erfolgskonzept geehrt

AUGUSTFEHN. (DOG) „Das war ein ganz toller Tag mit sehr vielen Eindrücken, vielen Informationen und netten Gesprächen“, schwärmt Katrin Ripken von der Augustfehner ...

Hier gibt es Waren direkt vom Erzeuger

Erna in Friedrichsfehn bietet ab Donnerstag regionale Lebensmittel und Waren an FRIEDRICHSFEHN. (ARJ) Als „überdachten Wochenmarkt“ stellt sich Klaus Hinrichs den neuen ...

Pächter hat viele Ideen für den Sommer

Unvorhergesehene Bauarbeiten sorgten für Stress vor dem Saisonstart HAHN-LEHMDEN. (fj) Es wird heiß in den nächsten Tagen. Wer in Rastede Abkühlung sucht, kann nun auch wieder ...

Neue Lebensräume für Insekten

BUND und Landwirtschaft starten Modellprojekt im Ammerland AMMERLAND. (ank/LR) Das Ammerland wird Modellregion: Der Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) startet in Kooperation mit der ...

Beliebter Spazierweg jetzt eine Sackgasse

Warum Waldeigentümer Jens Janßen die Notbremse zog RASTEDE. (fj) Im Laub auf dem Waldboden liegen benutzte Feuchttücher, Plastiktüten, eine leere Cola-Dose und immer wieder ...

JUGENDZENTRUM - Angebote für Kinder und Jugendliche auch während der Pandemie

EDEWECHT. (EDR) Sich mit Freunden treffen können, auch wenn es mehrere sind, sich zu betätigen oder auch nur zu unterhalten. Theodor aus Edewecht ist richtig froh, dass das ...

NABU schafft ein Naturparadies

JEDDELOH I – Die Wege sind mit gehäckselten Ästen und Zweigen ausgelegt, eine Naturhecke wird gerade hochgezogen. Das hohe Gras ist zum Teil entfernt worden und die ersten Nisthilfen ...

Fällt das Kornmähen auch in diesem Jahr ins Wasser?

APERBERG – „Das Getreide für die Erntekrone werden wir im August auf jeden Fall mähen – das lässt sich coronakonform umsetzen“, erläutert Gerold ...

Anwohner wollen selbst Parkplätze schaffen

EDEWECHT – Im November 2020  machte die Gemeinde Nägel mit Köpfen. Sie ließ in der Lajestraße insgesamt 28 Leitpfosten auf einer Länge von 60 Metern aufstellen. ...

EWE warnt vor Betrugsmasche

AMMERLAND – Das Versorgungsunternehmen EWE stellt die Gasversorgung vieler Kunden um. Betroffen von der notwendigen Aktion sind hunderttausende Anschlüsse. In diesem Zusammenhang warnt das ...

Brummiland spendiert 21.000 Schutzmasken

Bad Zwischenahn (red). Ein Tag der offenen Tür, Angebote oder Aktionen – damit präsentieren sich neue Unternehmen normalerweise in einem Ort. Doch in Zeiten der Corona-Pandemie ist so ...

Mansie wieder geöffnet

Ammerland. Die Zentraldeponie Mansie wird ab dem 20. April 2020 wieder für Privatanlieferungen und Lieferungen von Gewerbebetrieben geöffnet. Die Recyclinghöfe in den ...