Hier findet Kindergarten im Container statt

Artikel vom 02.01.2023

Marlis Stein

Im Container vor der Kindertagesstätte Edewecht (von links): Sandra Gebken und Jens Schöbel von der Gemeindeverwaltung mit Kita-Leiterin Heike Barenbrügge. Bild: Marlis Stein

Um dem Bedarf an Kindergartenplätzen gerecht zu werden, hat die Gemeinde Edewecht drei Containeranlagen aufgestellt. Die Lösung soll aber nur vorübergehend sein.

Eine gemütliche Spielecke mit Teppich, daneben ein niedriger Tisch mit Kinderstühlen, am anderen Ende des Raumes eine voll eingerichtete Küche – Auf den ersten Blick deutet nichts darauf hin, dass man sich in einem Container aufhält. Aber genau das ist der Fall. Auf dem Fahrradparkplatz vor dem Edewechter Schwimmbad, direkt neben der Kindertagesstätte steht seit kurzem ein großer Container. Darin untergebracht sind ein Eingangsbereich mit Garderobe, ein Sanitär- und ein Gruppenraum. Identische Anlagen stehen auch vor dem Kindergarten Lüttje Hus und dem Kindergarten Friedrichsfehn.

Damit hat die Gemeinde Edewecht kurzfristig eine Lösung geschaffen, um ausreichend Kindergartenplätze anbieten zu können.Eigentlich sollte das Provisorium pünktlich zu Beginn des neuen Kindergartenjahres im August fertig sein. Das klappte nicht ganz, im Oktober aber waren die Container dann bezugsfertig. Bei den Mitarbeitenden wie auch bei den Kindern kommt die Lösung gut an, weiß Heike Barenbrügge, Leiterin der Kindertagesstätte Edewecht. Das Besondere: Anders als im Haupthaus ist im Container alles in einem Raum untergebracht und es sind drei statt zwei Mitarbeitende pro Gruppe eingeplant.

Ausreichend Plätze

Eigentlich sollte die Container-Lösung Platz für 75 Kinder schaffen. Doch die Container fielen etwas kleiner aus als gewünscht, erklärt Jens Schöbel, Sachgebietsleiter für Bildung, Schule und Kultur bei der Gemeinde Edewecht. Damit reduziert sich auch die mögliche Gruppengröße. Denn rechtlich müssen pro Kind zwei Quadratmeter eingeplant werden. Jetzt können pro Containeranlage 23 und damit insgesamt 69 Kinder betreut werden.

Mit der Übergangslösung kann die Nachfrage gerade so gedeckt werden. Wenige freie Plätze im Kindergarten gebe es noch, sagt Schöbel. Zusätzlich allerdings ukrainische Kinder zu betreuen, die möglicherweise in das geplante „Dorf Edewecht“ ziehen, sei nicht möglich. Hier arbeite der Landkreis Ammerland an einer Lösung.

Kosten und Personal

Die Kosten für Miete und Aufstellung der Container belaufen sich auf rund 265.000 Euro zuzüglich 20.000 Euro pro Container-Gruppe für die Ausstattung, berichtet Sandra Gebken, Sachgebietsleiterin Hoch-, Tiefbau und Gebäudemanagement. Ursprünglich geplant war mit insgesamt 255 000 Euro.

Allerdings war zu dem Zeitpunkt unter anderem noch nicht der überdachte Eingangsbereich vor den Containeranlagen, ein Internetanschluss und eine Küche einkalkuliert.

Beim Personal halte sich der zusätzliche Bedarf für die drei neuen Gruppen in Grenzen, sagt Schöbel. Weil mit Wegfall der reinen Nachmittagsbetreuung umgeschichtet werden konnte, mussten weitere Personen erst einmal nicht eingestellt werden. Insgesamt sei der Fachkräftemangel aber ein großes Problem. Das kann Heike Barenbrügge nur bestätigen. In der Kindertagesstätte fehlen zwei Mitarbeiter. Die Stellen können nicht besetzt werden, weil es niemanden gibt. Barenbrügge und Schöbel sehen hier das Land in der Pflicht, Beruf und Ausbildung attraktiver zu gestalten.

Die Containeranlagen sind für einen Übergangszeitraum von drei Jahre vorgesehen. „Mal gucken, ob wir die Zeit halten können“, sagt Schöbel. Mögliche Orte für neue Kindergärten sind das Ida-Ahlers-Gelände und der Heinjehof.


 

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