Hier könnten sich bald Windräder drehen

Artikel vom 26.09.2022

Frank Jacob

Idyllisch: das Ipweger Moor im Südosten der Gemeinde Rastede. Werden sich hier bald Windkraftanlagen drehen? Bild: Archiv/Klaus Hinsch

Um bis 2040 klimaneutral zu werden, muss auch Rastede die erneuerbaren Energien massiv bauen. Für den Bereich Windkraft gibt es nun erste Ideen. Doch die dürften nicht jedem gefallen.

Spätestens 2040 will Rastede klimaneutral sein. So hat es die Politik im Juni 2020 beschlossen. Um dieses Ziel zu erreichen, ist ein massiver Ausbau der erneuerbaren Energien erforderlich. Das machte Stadtplaner Hannes Korte vom Planungsbüro Diekmann, Mosebach und Partner im Ausschuss für Klima- und Umweltschutz deutlich.

Erneuerbare Energien

Zurzeit betrage der Anteil erneuerbarer Energien am Strombedarf in Rastede etwa 30 Prozent. Rund 80 Millionen Kilowattstunden würden jährlich benötigt, nur 25,5 Millionen Kilowattstunden kämen zurzeit jedoch aus Solarenergie (13 Prozent), Biomasse (11 Prozent) und Windenergie (7,5 Prozent).

Der zusätzliche Bedarf aus erneuerbaren Energien belaufe sich somit auf mindestens 54,5 Millionen Kilowattstunden. Mindestens deshalb, weil der Strombedarf wegen zunehmender Elektromobilität und Umstellungen bei der Wärmegewinnung eher noch steigen werde, führte der Planer aus.

Hinzu kommt darüber hinaus eine vom Bund auferlegte Pflicht, bestimmte Flächenanteile für Windenergie vorzuhalten. Bis zum Jahr 2027 sind das im Land Niedersachsen 1,7 Prozent der Landesfläche, bis 2032 dann 2,2 Prozent. Zurzeit wird davon ausgegangen, dass diese Werte auf die Kommunen „heruntergebrochen“ werden und somit auch für Rastede gelten würden.

Aktuell belaufe sich der Anteil in Rastede auf 0,56 Prozent, sagte Korte. Somit müssten in den kommenden fünf Jahren noch weitere rund 1,1 Prozent der Fläche hinzu kommen. Unklar sei allerdings noch, ob der Landkreis die Vorgaben auf die Kommunen herunterbrechen werde oder ob das Ziel landkreisweit erfüllt werden müsse. Klarheit darüber soll voraussichtlich im Frühjahr herrschen.

Gesetzesänderung

Eine Gesetzesänderung berge für Kommunen zudem erschwerend die Gefahr, dass in den Außenbereichen vermehrt einzelne Anlagen gebaut werden könnten. „Wenn der Landkreis zu wenig tut, sind Windkraftanlagen privilegiert zulässig“, sagte Korte.

Bislang konnten die Gemeinden Flächen bestimmen, auf denen Windkraftanlagen erlaubt sind. Es handelte sich um eine sogenannte Konzentrationsplanung. Außerhalb dieser Bereiche waren Anlagen nicht zulässig.

Künftig werde es nach der Gesetzesänderung hingegen so sein, dass Anlagen im Außenbereich privilegiert zulässig sind, so lange der geforderte Flächenanteil nicht erreicht wurde – also jene 1,7 beziehungsweise 2,2 Prozent. Um die Gesetzesvorgabe zu erfüllen, dadurch Wildwuchs im Außenbereich zu vermeiden und dem Ziel der Klimaneutralität näherzukommen, soll in Rastede der Anteil der Windenergie vergrößert werden. Deshalb hatte die Gemeinde im März eine neue Windpotenzialstudie in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse stellte Korte dem Ausschuss vor. Als größte geeignete Fläche sei das Ipweger Moor ausgemacht worden, erläuterte der Planer. Nimmt man dieses Gebiet zu den bereits vorhandenen Flächen für Windenergie hinzu, würde je nach Rechenart ein Flächenanteil von 2,19 beziehungsweise 3,08 Prozent erreicht werden. Die Vorgaben des Bundes würden somit erfüllt.

So geht es weiter

Zunächst muss der Verwaltungsausschuss am 10. Oktober den Beschluss zur Windpotenzialstudie fassen. Bürger und Behörden erhalten im Anschluss Gelegenheit, zu dem Entwurf der Studie Stellung zu beziehen. Diese Anregungen und Hinweise werden dann in das weitere Verfahren aufgenommen.

Ausführliche Unterlagen stellt die Gemeindeverwaltung im Bürgerinformationssystem zur Verfügung unter


 

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