40-Jähriges Bestehen des Kinderschutzbundes - Immer wieder neue Herausforderungen

Artikel vom 06.10.2021

von Eyleen Thümler

SIND SEIT MEHREREN JAHRZEHNTEN TEIL DES KINDERSCHUTZBUNDES (VON LINKS) : FRIEDERIKE SCHMIDT-DANNERT UND MARGIT LOECHEL AUS DEM VORSTAND BILD: EYLEEN THÜMLER

40-jähriges Bestehen im Ammerland – Rasante Entwicklung

40 erfolgreiche Jahre – darauf kann nun der Kinderschutzbund im Ammerland zurückblicken. „Unser Kreisverband hat eine rasante Entwicklung durchgemacht“, sagt die erste Vorsitzende Friederike Schmidt-Dannert. In den vergangenen 40 Jahren habe sich der Kinderschutzbund von einem kleinen Verein hin zu einem professionellen Träger der öffentlichen Jugendhilfe, mit vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, sowohl hauptamtlich als auch ehrenamtlich, einer Geschäftsstelle, drei Standorten und vielfältigen Angeboten entwickelt.

Gründung

1981 erfolgte die Gründung des Kinderschutzbundes im Ammerland. „Anfangs haben die Ehrenamtlichen in ihren eigenen Wohnungen getagt, beraten und betreut“, berichtet Vorstandsmitglied Margit Loechel, die seit fast 30 Jahren ehrenamtlich für den Kinderschutzbund tätig ist. Schnell zeigte sich die hohe Nachfrage nach Beratung, Unterstützung und Hilfe, so dass dies auf Dauer keine Lösung sein konnte. Nach einiger Zeit konnten dann Räume an der Langen Straße in Westerstede angemietet werden, in denen beispielsweise Mutter-Kind-Gruppen und Hausaufgabenhilfe angeboten wurden.

Nach und nach wurden immer größere Räumlichkeiten erforderlich und mehrere Umzüge standen an. Vor zehn Jahren – pünktlich zum 30. Geburtstag – hatte der Kinderschutzbund dann die Möglichkeit, in das jetzige Gebäude an der Poststraße 18 zu ziehen. Mit Unterstützung des Rotary-Clubs Westerstede und der Familie Steinhoff, über deren Steinhoff-Holding das Gebäude an den Kinderschutzbund vermietet wird, konnten die Räumlichkeiten renoviert und an die Bedürfnisse angepasst werden.

Angebote

„Ich hätte mir niemals vorstellen können, dass wir heute wirklich an diesem Punkt stehen“, sagt Margit Loechel. Während schon bei der Gründung das Ziel war, bedürftigen Kindern und Familien zu helfen, gehört heute noch viel mehr dazu. Über die Jahre haben sich verschiedene Angebote etabliert.

Dazu zählt die Gewaltberatungsstelle Wendekreis und die Familien- und Erziehungsberatung in Bad Zwischenahn. Zusätzlich gibt es die Sozialpädagogische Tagesgruppe, die Sozialpädagogische Familienhilfe und das Café Kinderwa(a)gen, das mittlerweile in allen sechs Gemeinden im Ammerland zur Verfügung steht, um junge Müttern und Familien Unterstützung zu bieten.

Im Café Kinderwa(a)gen können sie sich beraten lassen und sich mit Gleichgesinnten austauschen. Seit vergangenem Sommer bietet der Kinderschutzbund auch eine Ferienbetreuung an.

Herausforderungen

Die Herausforderungen, die den Kinderschutzbund immer wieder beschäftigen, seien vor allem die sozialen und gesellschaftlichen Bedürfnisse, die sich ständig verändern, wie beispielsweise die Schullandschaft und das Freizeitverhalten. „Wir müssen uns immer wieder die Frage stellen, was Kinder und Jugendliche brauchen“, erklärt Friederike Schmidt-Dannert.

So haben die Mitarbeiter des Kinderschutzbundes über die Jahre viele Angebote ins Leben gerufen, die dann auch wieder verworfen wurden. „Wenn etwas nicht zielführend ist, dann muss man sich das auch eingestehen“, sagt die Vorsitzende.

Doch neben der Arbeit mit Kindern und deren Betreuung, gibt es noch einen weiteren wichtigen Schwerpunkt. Dazu gehört die Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit und damit die Organisation und die Beteiligung an Veranstaltungen, um die Arbeit und die Ziele des Kinderschutzbundes den Menschen immer wieder ins Gedächtnis zu rufen.

„Wir müssen ständig dafür sensibilisieren, dass Kinder wichtig sind und dass sie Rechte haben“, sagt Friederike Schmidt-Dannert. Unter anderem durch diese Öffentlichkeitsarbeit konnte sich der Kinderschutzbund über die Jahre eine feste Einbindung in das Gemeinwesen erarbeiten. „Die Spendenfreudigkeit und die große Unterstützung vieler Menschen und Organisationen machen unsere Arbeit erst möglich“, sagt Friederike Schmidt Dannert und lobt gleichzeitig die verlässliche Zusammenarbeit mit dem Land, dem Landkreis und den Kommunen.


 

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