Der erste Pieks im Ammerland

Die erste Impfung im Ammerland: Anja Ostermann (l.) setzt die Spritze bei Ilse Roßkamp.      BILD: VON REEKEN

AMMERLAND – Kaum hatten die beiden Impfteams von DRK und Johannitern ihre Utensilien aufgebaut, da saß Ilse Roßkamp bereits auf dem Impfstuhl. Die Mitarbeiterin der Senioren- und Pflegeheims Adewacht bekam als erste Person im Ammerland am Dienstagmorgen die begehrte Spitze. Gleich darauf folgte ihr Chef Thorsten Meilahn.
„In den ersten zwei Stunden haben sich 65 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter impfen lassen“, berichtete er. Anschließend waren 80 Bewohner dran. Für Meilahn ein „hervorragender Tag“. Er sieht die Impfungen als einen wichtigen Schritt wieder zurück in eine Normalität. „Ich stehe da voll dahinter“, sagte er.

Lob für Landkreis

Großes Lob gab es von ihm für den Landkreis beziehungsweise die Mitarbeiter des Impfzentrums. „Die Vorbereitung war aus meiner Sicht ausgezeichnet.“ Dass zunächst Mitarbeiter und Bewohner von Heimen geimpft werden, hält er für völlig richtig. Gerade für demente Personen seien Abstands- und Hygieneregeln ein großes Problem. Und in den Heimen lebten schließlich die gefährdetsten Menschen überhaupt. Aber auch für seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bedeutet eine Impfung persönliche Sicherheit.
In dem Seniorenzentrum machten die meisten Beschäftigten bei der Impfaktion mit. Nur wenige verzichteten darauf, zu den ersten zu gehören. Laut Meilahn spielten dabei Allergien im Hinblick auf eine Impfverträglichkeit eine Rolle. Da wollen einige abwarten bis die ersten Erfahrungen mit dem Impfstoff vorliegen.
Gespritzt wurde in Edewecht das Präparat von Biontech. 975 Dosen davon waren am Montag in speziellen Kühlkisten im Impfzentrum in Rostrup angeliefert worden. Nach dem Start in Edewecht geht es nun in zwei Heimen in Rastede sowie in Apen, Wiefelstede und Westerstede weiter.
„Gleichzeitig wird die Impfung der Personen vorbereitet, die im Klinik-Zentrum, im Rettungsdienst, in Ambulanten Pflegediensten und in weiteren stationären Einrichtungen tätig sind. Wir hoffen, dass die nächste Lieferung des Landes bald eintrifft, sodass wir diese Pandemie schnell in den Griff bekommen“, betonte Dezernent Dr. Thomas Jürgens.

Hotline geschaltet

Sobald die mobilen Impfteams mit den Heimen durch sind, soll das Impfzentrum in Rostrup seinen Dienst aufnehmen. Eintritt erhält man dort aber nur mit einer persönlichen Einladung und Termin.
Landrat Jörg Bensberg betonte, dass der Landkreis keinen Einfluss auf die Menge und den Zeitpunkt des Erhalts des Impfstoffes habe. „Das wird einzig und allein durch das Land Niedersachsen vorgegeben.“ Das Land hat eine kostenfreie Info-Hotline geschaltet. Unter ?der Telefonnumer ?08?00/9?98?86?65 werden montags bis samstags Informationen zur Impfung erteilt. Konkrete Termine kann man dort aber noch nicht vereinbaren.
Die Bewohner und Mitarbeiter im Seniorenzentrum Adewacht wissen hingegen schon, wann sie wieder an der Reihe sind. Nach drei Wochen folgt nämlich stets die zweite Impfspritze.


 

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