Klimaschutz soll in Apen hohen Stellenwert erhalten

Artikel vom 16.05.2022

Doris Grove-Mittwede

Umdenken ist auch bei Bürgern notwendig: Eine eigene Photovoltaikanlage auf dem Dach installieren zu lassen und das Fahren eines Elektro-Autos, das man über eine Wallbox mit Sonnenstrom vom eigenen Dach „tankt“ (Symbolbild), sind Vorschläge für umweltbewusstes Verhalten.
Bild: dpa

Erstmals tagte in Apen der neu eingerichtete Ausschuss für Klima und Umwelt des Rates. Dabei ging es auch um die Stelle eines Klimaschutzbeauftragten.

Die Gruppen SPD/CDU und Grüne/Linke im Aper Gemeinderat hatten sich in der vergangenen Wahlperiode dafür ausgesprochen, dass – angesichts der wachsenden Bedeutung des Themas – der Aper Rat auch einen Ausschuss für Klima(schutz)fragen einrichten soll. Die UWG und die Gruppe Grüne/Linke hatten zudem einen Klimaschutzbeauftragten gefordert: Den neuen Ausschuss Klima und Umwelt gibt es nun und während seiner ersten Sitzung in der Aper Schule ging es auch um das Einrichten einer Stelle für einen Klimaschutzbeauftragten.

Die durch den Menschen verursachte globale Erwärmung mit all’ ihren Folgen wie Anstieg des Meeresspiegels, Artensterben, vermehrter Starkregen, Bodenerosion und vieles mehr sei nicht nur ein Thema für jeden, sondern ein sehr wichtiges für Politik und Verwaltung, meinte Henning Jürgens, Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters. Der neue Ausschuss werde sich mit Fragen rund um die Themen Klima und Umwelt befassen, doch diese Aspekte würden selbstverständlich auch in die Arbeit vieler andere Ausschüsse einfließen.

Wichtige Säule

Dass der Klimaschutz in Zukunft zu einer wichtigen Säule in der Aper Politik werden solle, sei Konsens. Einig sei man sich auch, so Jürgens, dass sich jemand intensiv mit dem vielschichtigen Thema beschäftigen müsse: ein Klimaschutzbeauftragter. Der hätte viele Aufgaben zu erfüllen. So könne z.B. eine CO2-Bilanz für die Gemeinde mit CO2-Einsparungen und ein Klimakonzept erstellt werden. Zudem ginge es darum, Vorschläge zu erarbeiten, was Politik und Verwaltung, aber auch jeder Bürger in der Gemeinde für den Klimaschutz tun könne.

In der kurzen Diskussion wiesen Vertreter verschiedener Parteien darauf hin, dass Handeln schon deshalb notwendig sei, weil die Erderwärmung nach aktuellen Erkenntnissen bereits bis 2026 1,5 Grad betragen würde. Den eigenen Blickwinkel müsse man stärker um Aspekte des Klima- und Umweltschutzes erweitern, auch aus Verantwortung gegenüber den nachfolgenden Generationen. Wichtig sei es dabei jedoch, die Bürger mitzunehmen. Stärkerer Klimaschutz werde zu einer Änderung der Aper Politik führen.

 Zusammenarbeit

Vor der öffentlichen Sitzung des neuen Ausschusses hatten die Aper Vertretern aus Politik und Verwaltung der Nachbargemeinde Westerstede nichtöffentlich erörtert, ob man auch gemeinsam eine Stelle eines Klimabeauftragten schaffen könnte. Der Stelleninhaber soll dann sowohl in der Kreisstadt als auch in Apen tätig sei. Der Austausch sei sehr gut gewesen, eine Entscheidung steht jedoch noch aus.

Beraten wurde in der Sitzung auch über einen Antrag der Gemeinderatsgruppe CDU/FDP, die sich für ein Solarpotenzialkataster für die Gemeinde ausgesprochen hat. Ein solches Kataster ist eine gebäudegenaue Standortanalyse, bei der Sonneneinstrahlung und die Verschattung (z.B. durch große Bäume) auf Dächer berücksichtigt werden. Über das Internet gibt man unter einer bestimmten Adresse Straße und Hausnummer ein und erfährt dann, wie gut sich das Dach für Photovoltaikanlagen eignet. Entsprechende Kataster gibt es bereits in den Gemeinden Bad Zwischenahn und Edewecht.

 Kreisweites Kataster

Wie Bauamtsleiter Peter Rosendahl ausführte, sei ein solches Kataster sehr sinnvoll, damit Bürger erführen, ob sich auf ihren Dächern eine Solaranlage rechne. Die Gemeinde Apen sei nicht mehr gefordert, ein solches gemeindeeigenes Kataster zu erstellen. Von Seiten des Landkreises sei geplant, noch dieses Jahr ein kreisweites Solarpotenzialkataster erarbeiten zu lassen, über das sich Hausbesitzer im Ammerland dann informieren könnten.


 

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