Klinik kämpft weiter gegen die Folgen der Pandemie

Artikel vom 06.01.2022

Jens Schopp

Ihre Mutter-Vater-Kind-Klinik ist derzeit nur zu 50 Prozent ausgelastet: Kerstin und Uwe Röver. Bild: Archiv

Die Mutter-Vater-Kind-Klinik in Wiefelstede kämpft weiter gegen die Folgen der Pandemie. Die Auslastung ist auf 50 Prozent beschränkt.

Den kompletten Mitarbeiterstab von rund 100 Männern und Frauen haben sie halten können, dennoch sei es ein schwieriger Kampf in dieser Pandemie. Das sagt Kerstin Röver. Zusammen mit ihrem Mann Uwe leitet sie die Mutter-Vater-Kind-Klinik in Wiefelstede. Seit fast zwei Jahren können die beiden die Einrichtung nicht mehr voll auslasten. Zwischenzeitlich durfte die Klinik gar keine Patienten mehr aufnehmen. Corona legte den Betrieb komplett lahm.

„Jetzt haben wir auch nur eine Auslastung von 50 Prozent“, sagt Kerstin Röver. Das bedeute natürlich erhebliche Einnahmeverluste. Und es sei eine erhöhte Achtsamkeit unter der Belegschaft und den Gästen gefordert, so die Geschäftsführerin.

Erhebliche Einbrüche

Die Einrichtung habe Anspruch auf einen Ausgleich. Aber wie die Beantragungsformalitäten laufen sollen, das werde noch diskutiert. „Das bindet alles sehr viel Zeit.“ Und außerdem müsse man jetzt auch drauf achten, dass die Ansprüche nicht verjährten, so die Geschäftsführerin.

Schon im vergangenen Jahr hatte die Klinik unter einem erheblichen Einbruch bei den Patientenzahlen zu leiden. Größere Einbrüche habe es beispielsweise bei der Mutter-Vater-Kind-Kurklinik (MVKK) in Wiefelstede gegeben. Dort wurden lediglich 22.260 Übernachtungen gezählt. Das sei die Hälfte von dem, was in normalen Jahren in der Klinik gezählt werde (um die 44.000 Übernachtungen).

Aufgrund der pandemiebedingten Einschränkungen und Schließungen sei es der MVKK nur bedingt möglich gewesen, ausgefallene Kurtermine nachzuholen. Die weiteren Hygienemaßnahmen, die zum Schutz der Gesundheit von Patienten sowie Mitarbeitern getroffen werden mussten, hätten zudem nur ermöglicht, einen Bruchteil der Klinik-Kapazitäten auch zu nutzen.

Schon im vergangenen Jahr erhebliche Verluste

Dabei sei ihre Einrichtung zurzeit eigentlich mehr denn je gefordert, so Kerstin Röver. Die Belastungen für die Menschen seien seit Beginn der Pandemie extrem angestiegen. Im vergangenen Jahr berichteten Uwe und Kerstin Röver: Das sorge für Umsatzverluste in Höhe von 150.000 Euro monatlich. Gleichzeitig kürze das Bundesgesundheitsministerium die Ausgleichszahlungen für die Eltern-Kind-Kliniken, kritisiert Uwe Röver. Denn seit dem 18. November werden der Klinik für nicht belegte Betten nur noch 50 statt 60 Prozent der Ausfallkosten erstattet. Einige Reha-Kliniken würden deswegen bereits ums Überleben kämpfen.


 

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