Neue Lebensräume für Insekten

von Anuschka Kramer

Modellprojekt im Ammerland: Insektenschutz und Förderung der Artenvielfalt sind im Fokus. BILD: Symbolbild Pixabay 

BUND und Landwirtschaft starten Modellprojekt im Ammerland

AMMERLAND. (ank/LR) Das Ammerland wird Modellregion: Der Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) startet in Kooperation mit der Landwirtschaft ein Projekt, um das Insektensterben und den Verlust der biologischen Vielfalt abzubremsen oder gar ganz aufzuhalten.

Hintergrund ist der Niedersächsische Weg, den Naturschutz, Landwirtschaft und Politik im vergangenen Jahr vereinbart haben. Es ist ein gemeinsames Maßnahmenpaket für mehr Artenvielfalt. Neben einem Insektenschutzprogramm ist darin unter anderem die Entwicklung eines landesweiten Biotopverbundes auf 15 Prozent der Landesfläche und 10 Prozent der Offenlandfläche bis zum Jahr 2023 vorgesehen.

Das Projekt

Mit dem Projekt „Eigene Vielfalt – gemeinsam zum Biotopverbund mit Naturschutz & Landwirtschaft“ will der BUND Niedersachsen nun am Beispiel von drei Modellregionen zeigen, wie mehr artenreiche Lebensräume in der Agrarlandschaft geschaffen und die Vereinbarungen des Niedersächsischen Weges in der Fläche umgesetzt werden können. Dafür arbeitet der Umweltverband eng mit dem Landvolk Niedersachsen und der Landwirtschaftskammer Niedersachsen zusammen.

Das Ziel

„Um das Artensterben zu stoppen, müssen im ländlichen Raum mehr Lebensräume für typische und gefährdete Arten der Agrarlandschaft entstehen“, erklärt Axel Ebeler, stellvertretender Landesvorsitzender des BUND Niedersachsen. „Durch Instandsetzung, Pflanzung und angepasste Pflege von Hecken aus heimischen Gehölzen mit Krautsäumen wollen wir die biologische Vielfalt in der Landschaft fördern. Gehölze sind wichtige Bestandteile für einen Biotopverbund und bieten wertvolle Lebensräume für viele Tiere, darunter auch zahlreiche Insektenarten. Sie dienen als Trittsteine und Wanderkorridore und sind von großer Bedeutung für den genetischen Austausch.“

Die Umsetzung

Um diese Ziele zu erreichen, werden in den nächsten drei Jahren im Ammerland sowie den anderen zwei Modellregionen Rotenburg und Südniedersachsen in Kooperation mit Akteuren aus Landwirtschaft, Naturschutz, Jägerschaft sowie Wasser- und Bodenverbänden Instandsetzungs-, Pflanz- und Pflegemaßnahmen geplant und umgesetzt. Darüber hinaus sind Schulungen geplant.

Zunächst werden dafür gemeinsam Leitbilder und Qualitätskriterien für Gehölzpflanzungen und -pflege entwickelt. Die Wirksamkeit von Hecken und Feldgehölzen als Lebensraum für Pflanzen und Tiere und als Biotopverbundelemente fließen dabei ebenso ein wie Fragen der Umsetzung.

„Uns eint das gemeinsame Ziel, die Artenvielfalt in der Agrarlandschaft zu fördern“, betonte Landvolk-Präsident Dr. Holger Hennies. „Dabei ist uns das Lernen voneinander wichtig. Jeder Partner soll seine Perspektive einbringen. Aus Sicht der Landwirtschaft geht es hier vor allem um Fragen der praktischen Umsetzung und der langfristigen Finanzierung solcher Naturschutzmaßnahmen.“

Im Projekt gewonnene Erkenntnisse sollen in einem Handbuch mit Handlungsempfehlungen zusammengefasst werden.


 

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