Neues Fahrzeug bekommt doch einen Kran
Artikel vom 11.05.2022

Im zweiten Anlauf hat der Edewechter Feuerwehrausschuss für die erweiterte Ausstattung des neuen Wechselladerfahrzeugs mit Kran gestimmt. 340.000 Euro müssen dafür vorzeitig investiert werden.
Nun gibt es doch einen Kran: Der Feuerwehrausschuss der Gemeinde Edewecht votierte am Dienstag bei drei Ja-Stimmen, einer Gegenstimme und einer Einhaltung für die erweiterte Ausstattung des neuen Wechselladerfahrzeugs, das im kommenden Jahr den maroden Gerätewagen-Logistik der Feuerwehr Edewecht ersetzen soll.
Die erneute Sitzung war nötig geworden, nachdem der Verwaltungsausschuss in nicht-öffentlicher Sitzung das ursprüngliche Votum des Feuerwehrausschusses für die Variante mit Kran kassiert hatte. In der folgenden Ratssitzung gab es deshalb Unmut. Die Argumente für diese Entscheidung gehörten in die Öffentlichkeit, so der Tenor.
Katastrophenschutz
Im Vorfeld der neuen Sitzung hatte Gemeindebrandmeister Hinrich Bischoff darauf hingewiesen, dass eine Krananlage durchaus wichtige Dienste leisten könnte, auch wenn diese für den täglich abzudeckenden Bedarf der Feuerwehr nur in einem prozentual geringen Umfang nötig sei. „Eventuell sollte aber bei der Beleuchtung der Problematik aus Sicht der Gefahrenabwehr, Krisenabwehr bzw. des Katastrophenschutzes gesehen werden“, schreibt Bischoff in einer Stellungnahme. Hierbei dürfte eine Krananlage bei einem Großteil der denkbaren Szenarien einsetzbar und vorteilhaft sein.
Bischoff nennt beispielhaft die Versorgung der Bevölkerung mit Großgebinden, zum Beispiel mit Trinkwasser. Einsatzmöglichkeiten bestünden auch bei Unwetterereignissen, wenn umgestürzte Bäume Zufahrtswege blockierten oder auf Pkw gefallen seien. Das, so Bischoff weiter, seien für unsere Region „denkbare und in Zukunft häufiger auftretende Szenarien“.
geringe Einsatzzahlen
Dirk Gerdes-Röben, Sachgebietsleiter Ordnung und Asyl bei der Gemeinde Edewecht, berichtete über die im VA vorgebrachten Argumente. „Die Einsatzhäufigkeit für einen Kran in der Gemeinde liegt im einstelligen Prozentbereich“, so Gerdes-Röben. Allerdings habe es im vergangenen halben Jahr gleich zwei Einsätze gegeben, bei denen ein Kran nötig gewesen sei.
Angemerkt wurden im Verwaltungsausschuss auch Fahrzeuge mit Kran in den Nachbarkommunen und der TZ Elmendorf. Allerdings wurde auch auf die Anfahrtszeiten verwiesen. Das Fahrzeug aus Elmendorf könne werktags Einsatzorte in der Gemeinde Edewecht in rund 20 Minuten erreichen, an Wochenenden in etwa 25 Minuten. Das nächste Fahrzeug in der Nähe ist auf der Wache 1 der Berufsfeuerwehr Oldenburg stationiert, 30 Kilometer entfernt. Bis zum Eintreffen am Einsatzort könnten dann bis zu 35 Minuten vergehen.
Mehrkosten auffangen
„Zu klären sind zwei Fragen: Ist ein Kran beim neuen Wechselladerfahrzeug notwendig – und ist uns die zusätzliche Ausstattung weitere 80.000 Euro wert?“, fragte Dr. Hans Fittje (SPD). 260.000 Euro sind für das Fahrzeug veranschlagt, mit Krananlage steigen die Kosten auf 340.000 Euro. Die Anschaffung ist für das kommende Jahr geplant – und dann wird im Haushalt ohnehin schon mit einem Minus geplant. „Wenn wir diese Anschaffung jetzt nicht tätigen, werden wir das auf lange Zeit nicht tun“, sagte Uwe Heiderich-Willmer (Grüne). „Wenn mit dem Kran nur ein Menschenleben gerettet werden kann, ist das gut investiertes Geld“, betonte Gundolf Oetje (CDU).
Den finanziellen Aspekt betonte auch Bürgermeisterin Petra Knetemann. Denn über die Notwendigkeit des zeitnahen Austauschs des maroden Gerätewagens bestehe Einigkeit. „Aber wenn wir 80.000 Euro mehr ausgeben, müssen wir auch beantworten, wo wir das Geld hernehmen wollen“, so die Bürgermeisterin. Denn diese Summe fehle dann an anderer Stelle im Haushalt.
260.000 Euro soll das neue Wechselladerfahrzeug kosten, die Ausstattung mit einem Kran kostet 80.000 Euro extra.
Hinzu kommen Kosten für die Ausbildung von zehn Feuerwehrangehörigen in Höhe von insgesamt 3850 Euro.
Die jährlichen Wartungskosten werden mit etwa 400 Euro angegeben.
Für das Fahrzeug soll bei der Feuerwehr Edewecht eine eigene Gruppe gegründet werden. Damit, so erklärte Ortsbrandmeister Tim Helmerichs, könne eine dauerhafte Besetzung und Einsatzfähigkeit des Fahrzeugs gesichert werden.
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