Psychiatrie muss drei Stationen schließen

Artikel vom 29.07.2022

Arne Jürgens

Die Karl-Jaspers-Klinik in Wehnen: Wegen des Fachkräftemangels und Corona-Erkrankungen fallen derzeit viele Mitarbeiter aus. Drei Stationen mussten deshalb vorübergehend geschlossen werden. Bild: Archiv/Christian Quapp

 

Derzeit sind rund zehn Prozent der Belegschaft in der Karl-Jaspers-Klinik erkrankt. Das hat auch Auswirkungen auf die Psychiatrie-Patienten in Wehnen. Ihre Versorgung wird teilweise eingeschränkt.

Der Pflegenotstand macht auch vor der Karl-Jaspers-Klinik (KJK) in Wehnen nicht Halt. Wie das Fachkrankenhaus für Psychiatrie und Psychotherapie im Ammerland auf Nachfrage unserer Redaktion mitteilte, sind wegen des extremen Personalmangels derzeit drei Stationen mit 54 Betten geschlossen. „Aktuell haben wir einen Krankheitsausfall in der Pflege von rund zehn Prozent. Die Quote liegt damit deutlich höher als in den Vergleichszeiträumen der Vorjahre. Gerade in der Urlaubszeit bringen diese für die Sommerzeit untypischen Ausfälle die verbleibenden Mitarbeitenden an die Belastungsgrenze“, sagt Kliniksprecherin Isabelle Sproß.

Corona und Krankenstand

Der stationäre Bereich der KJK umfasst insgesamt 32 Stationen mit 695 Behandlungsplätzen. In der Klinik arbeiten rund 1100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – davon sind etwas mehr als die Hälfte in der Pflege tätig.

Auch in der KJK sei derzeit – wie in zahlreichen Einrichtungen des Gesundheitssystems – die Auswirkung der Kombination des allgemeinen Fachkräftemangels sowie eines allgemeinen hohen Krankenstandes spürbar, so Sproß: „Trotz des kontinuierlichen Personalaufbaus der vergangenen Jahre stellen auch uns die sowohl langanhaltenden als auch kurzfristigen Krankheitsausfälle sowie coronabedingte Quarantänemaßnahmen derzeit vor Herausforderungen.“ Zuletzt hatte die Ammerland-Klinik aus Westerstede einen Hilferuf an die Politik geschickt.

Um dennoch eine bestmögliche Patientenversorgung zu gewährleisten, sei das Elektivangebot für Patienten in Wehnen, sofern medizinisch vertretbar, vorübergehend eingeschränkt und einzelne Stationen geschlossen. „Somit kann das Personal dieser offen geführten Stationen die Arbeit auf den geschützt-geschlossen geführten Stationen unterstützen“, erklärt Sproß. Diese Notfall-Maßnahmen hätte die KJK kurzfristig und vorübergehend umgesetzt, um die Notfallversorgung der Patienten weiterhin und jederzeit zuverlässig sicherstellen zu können.

Reaktion auf Krise

Gleichzeitig seien die ambulanten Versorgungskapazitäten hochgefahren worden. Das Team der Krisenambulanz versorgt zusätzlich Patienten, die nicht geschützt geschlossen in der Klinik untergebracht werden müssen, aber dennoch einen dringenden psychiatrischen Unterstützungsbedarf haben. „Wir hoffen sehr, dass wir die Schließung von Stationen bereits Anfang August wieder zurückfahren können – sind letztlich jedoch abhängig von den weiteren Krankheitsverläufen unserer Mitarbeiter“, so die Kliniksprecherin. Das vorrangige Ziel sei es, die Erfüllung des Versorgungsauftrags schnellstmöglich und umfänglich wiederherzustellen.


 

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