Wo die Millionen im Rathaus stecken

Nur wenig ist noch beim Alten: Rolf Torkel (von links), Jens Büsselmann, Sandra Gebken und Bürgermeisterin Petra Lausch auf der versetzen Treppe im nun offenen Eingangsbereich des Edewechter Rathauses.Foto: Arne Jürgens

Edewecht – Ein langwieriges und teures Projekt hat die Gemeinde Edewecht mit der Kernsanierung und teilweise einem Neubau des Rathauses hinter sich gebracht – jahrelang war es eine Großbaustelle. Fertig wurde das Gebäude zwar vor mehr als einem Jahr, doch da immer wieder kleine Ausbesserungen notwendig waren, hat unsere Redaktion nun einen Blick ins Innere geworfen. Was ist bei vier Jahren Bauzeit und einer Investition von rund fünf Millionen Euro herausgekommen?
Von außen wirkt der eckige Bau modern und etwas kühl mit beigefarbener Tonfassade und schwarzen Fensterrahmen. Beim Eintreten kann man weit ins Rathaus hereinschauen. Das erlaubt das viele Glas. An den weißen Wänden hängen Kunstwerke, die Deckenleuchten können flexibel ausgerichtet werden. Auf dem Boden ist grauer Kugelgarn-Teppich verlegt. Alle Büros verfügen über eine moderne Ausstattung. In Besprechungsräumen gibt es Beamer und Bildschirme, sogar ein System für Hörbeeinträchtigte ist verbaut. Sowieso ist alles barrierefrei erreichbar, durch die Fahrstühle auch die oberen Geschosse und der Keller.

Viele bauliche Mängel

Ursprünglich hatte das Rathaus einmal etwa vier Millionen Euro kosten sollen – dies allerdings ohne das Mobiliar und die Ausstattung. „Es ist teurer geworden, weil viele bauliche Mängel auf den ersten Blick nicht erkennbar waren“, sagt Jens Büsselmann von der Gemeinde. So gab es im 1. Obergeschoss keinen Ringanker, was die Statik erheblich beeinflusst habe. Während der Sanierung hätten sich immer wieder Schwachstellen gezeigt – auch beim Lichtgraben zu den Kellerräumen, der Feuchtigkeit hereingelassen habe.
Rolf Torkel, Allgemeiner Vertreter der Bürgermeisterin, weist ebenfalls auf erhebliche Mängel an der Konstruktion hin. So sei Feuchtigkeit auch über Außenwände ins Betonwerk gezogen: „Aus diesem Grund wurde erst über Abriss und kompletten Neubau nachgedacht. Unterm Strich ist diese Lösung aber etwas günstiger.“ Neben baulichen Verbesserungen wie Elektrik, Dämmung und einer neuen Be- und Entlüftungsanlage wurden fast alle Räume sowie die Sanitäranlagen erneuert.
Zu weiteren Verzögerungen sei es gekommen, weil ein Handwerksbetrieb seine Arbeit nicht gut ausgeführt habe, sodass immer wieder nachgebessert werden musste. „Die Folgewerke konnten deshalb nicht wie geplant ihre Arbeit aufnehmen“, bedauert Torkel. Die Mängel hätte einen erheblichen Eingriff bedeutet und zu Streitigkeiten mit dem Betrieb geführt.
Der Umbau hat sich derweil als „Operation am offenen Herzen“ vollzogen, so Bürgermeisterin Petra Lausch. Es wurde also weiter voll gearbeitet. Mitarbeiter, die von den jeweiligen Bauabschnitten betroffen waren, mussten beispielsweise in den Rathaussaal ausweichen.
Durch Lärmbelästigung und Umzüge wurden alle gefordert. „Trotzdem kann man an einer Hand abzählen, wie oft das Rathaus wegen der Bauarbeiten schließen musste“, sagt die Bürgermeisterin.

Drei Bauabschnitte

In drei Bauabschnitten wurden Sanierung und Neubau durchgeführt. Start war im Juni 2016 mit dem Verwaltungsbereich. Es folgten das komplett neue Foyer mitsamt versetzter Treppe und Bürgerbüros. Dazu kam ein überstehendes Obergeschoss mit Bürgermeister-Zimmer, Vorzimmer und Besprechungsraum sowie eine komplette Sanierung und Modernisierung des Rathaussaals. Im Keller wurden multifunktionale Fraktionsräume untergebracht. Mit Trennwänden lassen sich diese fast beliebig aufteilen. Dazu gibt es das neue Trauzimmer mitsamt Traugarten, das in einem Anbau untergebracht ist. Offizielle Fertigstellung war im April 2020.


 

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