Täter gesteht Elfährige missbraucht zu haben

Artikel vom 08.10.2021

von Franz-Josef Höffmann

Symbolbild

Ein Jahr Haft auf Bewährung für 66-Jährigen – Gericht ging von vier Taten aus

Im Prozess gegen einen ehemaligen Schulbusfahrer aus Westerstede, der sich wegen sexuellen Missbrauchs eines Kindes vor der Großen Jugendschutzkammer des Oldenburger Landgerichtes verantworten musste, ist der Angeklagte am Dienstag zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt worden.

Schuldig in vier Fällen

Die Kammer unter Vorsitz von Richter Dr. Dirk Reuter befand den 66-jährigen Angeklagten des sexuellen Missbrauchs eines Kindes in vier Fällen für schuldig.

Der Mann hatte im Tatzeitraum (Oktober 2018 bis Mai 2019) die Aufgabe gehabt, als Schulbusfahrer Kinder mit dem Bus von Westerstede nach Oldenburg zu einer Schule zu fahren. Er holte die Kinder auch mittags wieder ab. An einem bestimmten Werktag in der Woche fuhr mittags nur ein elfjähriges Mädchen mit. Dann steuerte der Angeklagte den Feststellungen zufolge auf der A 28 einen Rastplatz an, um das Mädchen sexuell missbrauchen zu können.

Nach Überzeugung des Gerichtes kam es in vier Fällen zu sexuellen Handlungen vor dem Kind und zu unsittlichen Berührungen des Mädchens. Die Elfjährige hatte sich dann letztlich der Mutter gegenüber offenbart.

Der Angeklagte habe für seine Taten seine besondere vertrauensvolle Position (als Schulbusfahrer) schamlos ausgenutzt, sagte am Dienstag Richter Reuter in der Urteilsbegründung.

Täter gesteht

Im Prozess von großer Bedeutung war, dass der Angeklagte gleich zu Beginn des Verfahrens ein umfassendes Geständnis abgelegt und damit dem Mädchen eine Vernehmung vor Gericht erspart hatte. Für das Mädchen war das Geständnis von entscheidender Bedeutung. Es hatte große Angst gehabt, dass man ihm nicht glaubt. Mittlerweile steht fest, dass alle dem Mädchen glauben. Die Aussage der Elfjährigen sei erlebnisbezogen, so auch eine Gutachterin.

Job verloren

Bei der Mutter des Mädchens hat sich der Angeklagte entschuldigt. Auch der Umstand, dass die Taten bereits mehrere Jahre zurückliegen, musste bei der Strafmaßfestsetzung berücksichtigt werden. Im Rahmen der Bewährungsauflagen muss der Angeklagte, der sofort nach Bekanntwerden der Vorwürfe seinen Job verloren hatte, 1200 Euro an das Mädchen zahlen.

Dem Urteil waren unter Leitung von Richter Reuter Verständigungsgespräche zwischen Gericht, Verteidigung, Staatsanwaltschaft und Nebenklage vorausgegangen. Der Vorsitzende wollte alle Möglichkeiten ausschöpfen, um dem Mädchen eine Vernehmung vor Gericht zu ersparen. Das Kind sei besonders schutzwürdig, so Richter Reuter. Die Gespräche hatten dann Erfolg gehabt, wie sich jetzt zeigt.


 

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