Schutzausrüstung angekommen, aber Krankenpfleger erkrankt!

Sven Hunger-Weiland

Das Ammerländer Gesundheitsamt konnte jetzt Schutzausrüstung an verschiedenen Einrichtungen ausgeben.    Foto: Landkreis

Ammerland. Der Landkreis Ammerland hat jetzt die von ihm beschaffte Infektionsschutzausrüstung an insgesamt 67 Bedarfsträger ausgegeben. Dazu zählen die Ammerland-Klinik, der Rettungsdienst, das Gesundheitsamt sowie Alten- und Pflegeheime, Hebammen und niedergelassenen Ärzte. Vom Land zugewiesen wurden dem Landkreis 8.450 FFP2-Masken, 250 Schutzanzüge, 770 Liter Flächendesinfektionsmittel, 728 Liter Handdesinfektionsmittel sowie 117.600 Einmalhandschuhe. Unterdessen hat sich auch ein Krankenpfleger im Ammerland mit Corona infiziert.
„Der Landkreis Ammerland hat für die Einrichtungen des Gesundheitsdienstes, die einen akuten Notfallbedarf haben, beim Land Niedersachsen bisher sieben Amtshilfeersuchen gestellt“, berichtet Dr. Thomas Jürgens, Ordnungsdezernent des Landkreises Ammerland. „Fünf dieser Amtshilfeersuchen wurden bereits zum Teil erfüllt, sodass die ersten Lieferungen am 9. April ausgegeben werden konnten. Mit der Entscheidung über die zwei weiteren Amtshilfeersuchen rechnen wir ebenfalls zeitnah.“
Im Rahmen der Corona-Pandemie ist es weltweit, und auch im Landkreis Ammerland, zu einem Mangel an Infektionsschutzausrüstung gekommen. Grundsätzlich sind alle Einrichtungen selbst dazu verpflichtet, sich mit entsprechender Ausrüstung zu versorgen. „Da der gemeldete Bedarf durch die Amtshilfeersuchen des Landkreises vom Land nur teilweise gedeckt werden, sind eigene Bemühungen durch die Aufgaben- und Bedarfsträger weiterhin unbedingt erforderlich,“ erklärt Dr. Jürgens.
Unterdessen wurde bekannt, das sich ein Krankenpfleger im Ammerland mit dem Corona-Virus angesteckt hat.
Der Mitarbeiter einer stationären Pflegeeinrichtung in der Gemeinde Apen wurde positiv auf das COVID-19-Virus getestet. 34 Bewohnerinnen und Bewohner, die der Mann versorgt und betreut hat, wurden bereits isoliert und untersucht. Die Testergebnisse stehen teilweise noch aus. Bei drei Pflegebedürftigen, die Symptome gezeigt hatten, konnte allerdings keine Infektion nachgewiesen werden.
„Obwohl der Pfleger, wie auch das gesamte Pflegepersonal, vorschriftsgemäß mit Nasen-Mund-Schutz gearbeitet hat, wurden alle Bewohnerinnen und Bewohner der betroffenen Station präventiv isoliert. Die Station ist zudem personell und räumlich vom übrigen Heim getrennt.“, so Dr. Elmar Vogelsang, Leiter des Gesundheitsamtes des Landkreises Ammerland. 
„Die Kolleginnen und Kollegen des Mannes haben ebenfalls alle Schutzvorkehrungen getroffen und den Sicherheitsabstand eingehalten. Sie müssen bislang nicht unter Quarantäne gestellt werden, werden aber natürlich vorsorglich getestet.“ Der betroffenen Krankenpfleger, der keine Krankheitssymptome gezeigt hatte, und elf Kontaktpersonen aus dem privaten Umfeld wurden aber bereits unter häusliche Quarantäne gestellt.
Derzeit gelten 138 Personen im Ammerland als infiziert – 65 wurden bereits als gesund entlassen. Insgesamt befinden sich noch 227 Personen in häuslicher Quarantäne. Bisher ist eine Person an den Folgen von COVID-19 verstorben.


 

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