Täter sollen ins Rampenlicht gestellt werden

Artikel vom 04.07.2022

Jan-Michael Heimann

Zwei Müllsäcke stehen vor dem Eingang der Brakenhoffschule in Westerstede: Durch Vandalismus muss hier immer wieder viel Abfall eingesammelt werden. Das soll sich ändern. Bild: Archiv

Immer wieder wird der Schulhof einer Grundschule in Westerstede vermüllt. Glasscherben, Zigarettenkippen und mehr gefährden den Schulalltag. Nun soll dagegen angegangen werden – mit Licht.

Die Vandalismus-Probleme an der Brakenhoffschule in Westerstede werden vorerst nicht mit einer Zaun-Lösung bekämpft. Das ist das Ergebnis der Schulausschusssitzung in der Kreisstadt. Dort wurde das Thema noch einmal intensiv diskutiert. Unter dem Strich kamen die Politiker zu dem Schluss, dass eine Einzäunung des Geländes das letzte Mittel sein sollte. Stattdessen sollen zunächst Scheinwerfer mit Bewegungsmelder die Täter sozusagen ins Rampenlicht stellen.

Lange Diskussion

Schulleiter Dominik Wedemann hatte sich schon vor einiger Zeit an die Verwaltung gewandt und eine Einzäunung des Geländes beantragt. Das Thema wurde zum Politikum, seit fast einem Jahr gibt es den Antrag. Eine Lösung gab es bisher nicht, Müll inklusive Glasscherben oder Zigarettenkippen liegen trotzdem häufig auf dem Schulhof. Der ein oder andere Busch wird als Toilette genutzt. Das bedeutet viel Arbeit für die Hausmeister und eine Gefahr für die Schüler der größten Grundschule in Westerstede.

Grundsätzlich steht jetzt fest: Es soll geholfen werden, aber nicht mit einem Zaun. Stattdessen hatten die Politiker andere Ideen. Zum Beispiel Esther Welther von Bündnis 90/Die Grünen: „Es ist sehr ärgerlich, wenn man sieht, wie sehr es vermüllt ist. Aber wir sollten erstmal über andere Möglichkeiten nachdenken“, sagte sie. Sie schlug zum Beispiel einen Sozialarbeiter vor, der die Gruppen an den betreffenden Stellen ansprechen soll. Uwe Kroon von der SPD will ebenfalls keinen Zaun, er spielte darauf an, dass in den Schulen noch intensiver auf die Problematik eingegangen werden könne, als Präventionsmaßnahme. Außerdem sei Videoüberwachung ein Mittel, das geprüft werden solle. Aus Reihen der CDU und FDP sowie von „Wir Ammerländer“ gab es ähnliche Beiträge. Ganz hoch im Kurs stand jedoch der Vorschlag, Scheinwerfer auf dem Gelände zu installieren.

Gute Idee

Großen Anklang fand bei der Verwaltung die Idee, einen Sozialarbeiter zu engagieren – unter anderem bei Bürgermeister Michael Rösner (UWG). „Ich finde das total klasse“, sagte er. Aber er machte direkt darauf aufmerksam, dass dann auch Personal dafür eingestellt werden müsste. „Aus meinem Personalstand kann ich das nicht leisten. Es ist nicht damit getan, dass abends mal jemand eine Viertelstunde rumläuft“, so der Bürgermeister.

Nun gibt es also erstmal einen beleuchteten Schulhof, in der Hoffnung, damit die Vandalismus-Probleme kurzfristig eindämmen zu können. Außerdem sollen die Möglichkeiten Videoüberwachung und Sozialarbeiter geprüft werden. In der Brakenhoffschule wird man unterdessen solange hoffen, dass die Täter nicht gern im Rampenlicht stehen.


 

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