Ukrainer legen sprachliches Fundament

Artikel vom 03.06.2022

Rudi Lange

Mit einem lustigen, geselligen Beisammensein wurden Länder-verbindende Weisen gesungen: Das bildete den Abschluss eines achtzehnstündigen spontanen Sprachkurses für Flüchtlinge aus der Ukraine. Bild: Rudi Lange

Mit einem gemütlichen „Abschluss-Mini-Fest“ haben sich Ilse Bührmann, Herbert Rommel und Manfred Egenhoff von ihren ukrainischen Schützlingen verabschiedet – darunter auch zwei Studierende und eine Studentin aus Liberia, die in Kiew studiert hatten. In drei Wochen wurden bei insgesamt 19 Unterrichtsstunden in Kleingruppen elementare Vokabeln und Regeln der deutschen Sprache vermittelt.

Umstellung von Kyrillisch

Ilse Bührmann, ehemalige Grundschullehrerin, zeigte sich nach Abschluss des Kurses zufrieden mit den Fortschritten der Lernenden: „Anhand einer Lernfibel der Flüchtlingshilfe München haben wir verschiedene praktische Lebenssituationen wie im Supermarkt einkaufen, Zahlen und so weiter angesprochen. Dabei war die Umstellung vom Kyrillischen auf die lateinischen Schriftzeichen nicht so problematisch, da die gut ausgebildeten Ukrainer im Alter zwischen 25 und 40 Jahren in der Heimat schon Englischunterricht hatten und an das Lernen gewohnt waren.“

Die Idee zu diesem improvisierten Sprachunterricht hatte der ehemalige Pastor Rainer Theuerkauff während eines Besuchs im Begegnungs-Café der katholischen Kirche. Die abschließend 15 Teilnehmer, wenige waren im Verlauf des Kurses abgesprungen, hatten sich spontan zur Teilnahme gemeldet. Mit den pensionierten Lehrern Ilse Bührmann und Manfred Egenhoff standen zwei kompetente Vermittler bereit, die vor fünf Jahren auch schon syrische Flüchtlinge unterrichtet hatten. Zusammen mit Herbert Rommel bildeten sie das Lehrteam. „Wir haben ein sprachliches Fundament gelegt und den jungen Menschen auch Struktur in ihren Alltag gebracht“, erläutert Bührmann die Unterrichtssituation. In Kürze werden dann auch die Kurse in der Kreisvolkshochschule Ammerland beginnen, bei denen nach vorgeschalteten Eingangstests auch eine bessere Binnendifferenzierung möglich sein wird.

Ungewisse Zukunft

Beim „Mini-Abschieds-Fest“ mit Gitarrenspiel und Gesang herrschte eine sentimentale Stimmung und gleichzeitige Dankbarkeit auf beiden Seiten beim Überreichen der Zertifikate vor. Es hatte sogar einen kleinen Abschlusstest als Lernzielkontrolle gegeben. Dennoch: Zu ungewiss ist die Zukunft der jungen Menschen – und gerade die Studierenden aus Liberia zeigten sich aktuell aller Zukunftspläne beraubt und orientierungslos.

Ilse Bührmann selbst will jetzt erst einmal Durchschnaufen und eine Pause einlegen: „Die Lebensumstände der Ukrainer belasten schon, obwohl wir uns größtenteils auf die Sprachvermittlung beschränkt und gar nicht groß die Einzelschicksale im Detail angesprochen haben.“


 

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