Vier Tage in die Welt des Mittelalters eingetaucht

Artikel vom 01.06.2022

Erhard Drobinski

Ritterspiele sind obligatorisch: Der Kampf zu Pferde darf bei einem mittelalterlichen Spektakel nicht fehlen. Ein Turnier zog die Zuschauer in ihren Bann. Bild: Erhard Drobinski

Zurück ins Mittelalter: Das war vier Tage lang auf dem Turnierplatz in Rastede angesagt. Die Besucher kamen fast aus dem gesamten Bundesgebiet.

Das bisweilen feuchte und frische Wetter tat dem Besucherandrang keinen Abbruch: Für den Mittelalter-Markt in Rastede kamen Gäste aus dem gesamten Bundesgebiet. Und es waren nicht wenige, die sich extra dafür Urlaub genommen hatten, um in eine viertägige Fantasiewelt einzutauchen.

Erstmals dabei

Zu ihnen gehörte auch Andy Kosmon aus Hamburg. Er war zum ersten Mal in Rastede beim Mittelalterlichen Spektakulum und ließ sich den Spaß auch dadurch nicht verderben, dass seine Sachen am Freitagabend durchnässt waren. „Ich genieße die Atmosphäre, das ganze Drumherum. Da kann mich auch das Wetter nicht abschrecken.“ Die Windböen, die es an manchen Abenden gab, haben einen Pavillon von ihm und seinem Freund zerstört. Aber auch das wurde mit Humor genommen. „Daran kann halt nichts geändert werden“, sagte er, zuckte mit den Schultern und genoss am Samstag in der Musikarea die Auftritte der verschiedenen Bands

Auf dem Gelände tummelten sich die unterschiedlichsten Figuren: Orks, Elfen, Piraten oder gemeines Landvolk waren ebenso zu bestaunen wie Ritter und Knappen. Sich aus der alltäglichen Rolle lösen, einmal etwas ganz Anderes sein, war auch der Grund für Ute und Ralf Sinemus für drei Tage jemand anders zu sein. „Seit gut zehn Jahren besuchen wir Mittelaltermärkte, wobei wir hier in Rastede zum ersten Mal sind“, erzählen die beiden. Sie haben die Anfahrt aus Iserlohn im Sauerland ins Ammerland unternommen und den Besuch der Veranstaltung mit einem Urlaub kombiniert. „Wir sind hier für eine Woche in einer Ferienwohnung. Das schafft uns auch die Möglichkeit, zwischendurch dorthin zu gehen.“ Was besonders Ute Sinemus gefällt, ist die unbeschreibliche Atmosphäre auf dem Platz. „Hier sind alle gleich. Es gibt keine Unterschiede, keinen Rang und Status. Und man kommt mit den anderen schnell in Kontakt.

Mit dem neuen Konzept, Markt und Musikarea zu trennen, sind die Veranstalter sehr gut gefahren, wie Gisbert Hiller, Gründer und Organisator des Mittelalterlich Phantasie-Spektakulum, betonte. „Für diejenigen, die nur den Markt erleben wollen, ist dadurch der Eintritt wesentlich günstiger geworden. Und diejenigen, die sich nur für die Konzerte interessieren, müssen im Vergleich zu den Jahren davor ebenfalls weniger bezahlen.“ Für ihn mit ein Grund, warum es an allen Tagen sehr voll war. „Die Menschen wollen raus, sie wollen feiern, mit anderen zusammenkommen. Das erleben wir hier gerade sehr deutlich.“

Zum 25. Mal Spektakel

Im kommenden Jahr findet das Spektakel zum 25. Mal in Rastede statt, obwohl hier die erste Veranstaltung 1997 lief. Im Jahr 2020 musste es aber leider ausfallen. Für die Jubiläumsveranstaltung haben sich die Organisatoren um Gisbert Hiller bereits einige Überraschungen einfallen lassen.


 

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