Vor allem Ungeimpfte mit schweren Symptomen im Krankenhaus

Artikel vom 20.11.2021

Klaus Hilkmann

Gibt einen Überblick über die Corona-Lage in der Ammerland-Klinik: Dr. Peter Ritter, Medizinischer Geschäftsführer. Bild: Archiv

Vor einem Jahr wurden mehr Covid-Patienten in der Ammerland-Klinik behandelt. Der Medizinische Geschäftsführer Dr. Peter Ritter rechnet aber mit einem deutlichen Anstieg. Derzeit treffe es vor allem Ungeimpfte

„Derzeit sind es vor allem ungeimpfte Patienten, die wegen schwerer Covid-Symptome ins Krankenhaus kommen“, sagt Dr. Peter Ritter. Nach Angaben des Medizinischen Geschäftsführers der Ammerland-Klinik hat sich die aktuelle Versorgungslage im Westersteder Krankenhaus „nach einem Anstieg vor rund einer Woche auf vergleichsweise niedrigem Niveau stabilisiert“.

Aktuell werden dort zwei Covid-Patienten auf der Intensivstation und fünf auf einer normalen Station behandelt. Zum gleichen Zeitpunkt vor einem Jahr seien die Zahlen höher gewesen. Für die nächsten Wochen und Monaten erwartet Dr. Ritter allerdings auch in unserer Region einen deutlichen Anstieg der hospitalisierten Covid-Patienten.

Schnell impfen lassen

Damit müsse man auch für den Fall rechnen, dass die Impfkampagne noch einmal anzieht und noch mehr Menschen erreicht. Der Grund sei, dass es ab dem ersten Piks sechs bis acht Wochen dauert, bis die Impfung ihre volle Schutzwirkung erreicht hat. Um so wichtiger sei es, dass sich „Ungeimpfte jetzt so schnell wie möglich impfen lassen“. Ansonsten drohe die Gefahr, dass „uns die vierte Welle überrollt und überfordert“.

Zur Reduzierung des Ansteckungsrisikos spricht sich Dr. Ritter für eine flächendeckende Einführung der 3G-Regel sowie für 2G-plus für größere Veranstaltungen aus. Um bei Sport- oder Musik-Events mit vielen Besuchern dabei sein zu dürfen, müsse man dann nicht nur geimpft oder genesen sein, sondern zusätzlich auch einen aktuellen Negativ-Test nachweisen.

Zudem müsse noch konsequenter „Fake News“ entgegengetreten werden, die vor angeblichen Impf-Nebenwirkungen warnen.

Zum Beispiel gebe es keine wissenschaftlichen Erkenntnisse, die belegen, dass die Covid-Impfung negative Auswirkungen auf die Erfüllung eines Kinderwunsches oder für Schwangere hat.

Ein erneuter Lockdown sei aus medizinischer Sicht nicht erforderlich, da die Impfung nachweislich einen weitreichenden Schutz vor einer Infektion sowie vor allem vor einem schweren Verlauf biete. Dass es inzwischen auch Patienten mit Impfdurchbrüchen gibt, die im Krankenhaus behandelt werden müssen, ändere nichts daran, „dass wir vor allem Ungeimpfte mit schweren Verläufen im Krankenhaus sehen“, berichtet Dr. Ritter.

Lockdown nicht nötig

Unabhängig vom Verlauf der vierten Corona-Welle müssen sich Geimpfte darauf einstellen, dass der Corona-Schutz regelmäßig aufgefrischt werden muss. Die nach rund sechs Monaten nachlassende Schutzwirkung sollte nicht nur bei älteren beziehungsweise Risikopatienten mit einer dritten Booster-Impfung verbessert werden.

Da Corona-Viren immer wieder mutieren und sich verändern, sei langfristig davon auszugehen, dass der Schutz ähnlich wie bei der Grippeimpfung in regelmäßigen Abständen immer wieder erneuert werden muss.


 

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